Auch die Letzten haben Support verdient!

Auch die Letzten haben Support verdient!
FNP

Wie und warum habt ihr WeRunFrankfurt gegründet?
Flo: Wir kannten den Lauftreff Nike+Running Club in Berlin, der vom früher sehr erfolgreichen Wettkampfläufer Jan Fitschen betreut wird und fanden diese Idee klasse. Als wir dann 2016 nach Frankfurt kamen, wollten wir unsere Leidenschaft Laufen hier ausleben, mit anderen teilen und so auch neue Leute kennenlernen.

Carina: Anfangs haben wir sogar zwei Termine in der Woche angeboten, mittwochs und sonntags, jetzt konzentrieren wir uns auf den Mittwoch. Es ist schon auch viel Zeit, unsere Aktivitäten mit dem Lauftreff und den Blogs. Aber es macht uns viel Spaß und Freude und darum empfinden wir es nicht als Arbeit. Wir können uns zum Beispiel megakrass freuen, wenn neue Leute mit fröhlichem Gesicht ihren ersten 10-Kilometer-Lauf geschafft haben. Es kommen immer so 40 bis 60 Leute, wir starten und enden gemeinsam, aber es gibt unterschiedliche Geschwindigkeiten und Streckenlängen.

 

Jetzt habt ihr Euch als Helfer beim Mainova IRONMAN beteiligt und insgesamt etwa 30 Volunteers geworben. Warum das?

Carina: Unsere Grundphilosophie ist Geben und Nehmen. Wenn wir selbst einen Wettkampf laufen, gibt es da auch Helfer, die uns Becher mit Wasser reichen. Das wollten wir zurückgeben.

Flo: Es ist außerdem eine ganz neue und andere Perspektive, als wenn du einen Wettkampf als Teilnehmer oder Zuschauer erlebst. Und für mich war es auch begeisternd, die Athleten zu supporten.

 

Und was waren Eure Aufgaben?
Flo: Ich war in der Wechselzone Rad-Laufen und habe die Athleten vor allem dadurch unterstützt, dass ich Ihnen bei der Orientierung im Umkleidezelt geholfen habe. Richtig helfen, also beispielsweise das Rad weghängen oder den Klamotten-Beutel reichen, ist ja vom Reglement her nicht erlaubt, die müssen das schon alles selbst machen. Aber die Wettkämpfer kommen teilweise schon fix und fertig oder voll im Tunnel an und wissen oft nicht genau, wo sie als nächstes hin müssen, wo das Klo ist, wo der Ausgang, wo Sonnenmilch steht. Also hab ich im Prinzip von morgens 11.30 etwa, da kamen die ersten Profis an, bis nachmittags 17.30 dauernd Leuten den Weg erklärt. Natürlich nicht durchgehend, ich war ja nicht alleine dort.

Carina: Bei mir war es ähnlich, ich war in der gleichen Wechselzone wie Flo, aber ganz am Anfang. Die kommen auf dem Rad an, hängen das selbst auf den Ständer, und laufen dann zum Umziehen. Wir zeigen den Weg und rücken die aufgehängten Räder näher zusammen, damit der Platz reicht. Teilweise war das auch stressig – als das Hauptfeld kam, ging es Schlag auf Schlag. Davor und danach waren ruhigere Phasen.

 

Nehmen Athleten die Unterstützung der Volunteers wahr?
Carina: Das denke ich schon. Klar, manche sind voll in ihrem Tunnel und das verstehe ich auch gut. Aber viele sind auch sehr, sehr dankbar und zeigen dir das auch durch ein Lächeln oder so.

 

Gab es auch Situationen, die Euch herausgefordert haben?
Flo: Bei manchen habe ich mich schon gefragt, ob die jetzt noch einen Marathon laufen können, nach 185 Kilometern auf dem Rad und 3,8 Kilometern Schwimmen. So fertig, wie die ankamen. Ich war zum Schluss nochmal in der Finisher-Zone eingesetzt und da war es noch packender, manche kamen komplett erschöpft nach 13 oder 15 Stunden an. Du weißt nicht was in den Leuten vorgeht, aber die meisten sind müde und froh im Ziel zu sein.

Carina: Ich finde, auch die Letzten haben noch Support verdient. Ich bin mir manchmal gar nicht so sicher, welche Leistung ich höher bewerten soll: Wenn Jan Frodeno in 8 Stunden gewinnt oder wenn jemand 15 Stunden lang durchhält. Ich fand es deshalb auch richtig klasse, dass auch die Stars wie Jan Frodeno oder Patrick Lange wirklich bis ganz zum Schluss dageblieben sind und noch auf die letzten Athleten gewartet haben.

 

Seid ihr nächstes Jahr wieder als Volunteer dabei?
Flo und Carina: Jaaaaaa, auf jeden Fall!
Flo: Mit der Einschränkung: Wenn ich nicht selbst teilnehme, denn ich will 2019 oder spätestens 2020 selbst ein Eisenmann sein.

 

Und was hat Euch besonders beeindruckt?
Carina: Dass es Helfer gab, die richtig weit auf eigene Kosten angereist waren, nur um die Athleten zu supporten. Das ist doch einfach toll.

 

Dann herzlichen Dank Euch beiden für das Gespräch und natürlich Euch und allen Volunteers für die Hilfe.