18.03.2017 03:30 | Judith Dietermann

Gravierende Unterschiede in den Stadtteilen: Betreuungseinrichtungen: Dornbusch top, Eschersheim flop

Nordwesten Die Anzahl der Betreuungsplätze für Kinder ist im Ortsbezirk 9 akzeptabel. Im Prinzip. Denn es gibt große Unterschiede. Während die Welt am Dornbusch in Ordnung ist, besteht in Eschersheim Handlungsbedarf.

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Von ungenügend bis sehr gut – würde man die Betreuung von U 3-, Kindergarten-, und Grundschulkindern am Dornbusch in Eschersheim und Ginnheim mit Schulnoten bewerten, wären alle Noten dabei. Denn so gravierend sind die Unterschiede in den Stadtteilen. Absolutes Schlusslicht in der U 3-Betreuung ist Eschersheim. Für die 551 dort lebenden Kinder gibt es lediglich 86 Plätze. Das gibt einen Versorgungsgrad von 16 Prozent.

„Eschersheim ist unser Sorgenkind. Wir sind auch nach wie vor auf der Suche nach Räumen, in denen neue Kitas eingerichtet werden können“, appellierte Rainer Lossa, beim Stadtschulamt für Kindertagesstätten zuständig, an den Ortsbeirat 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim), ihm bei der Suche unter die Arme zu greifen. In der Sitzung des Stadtteilparlamentes am Donnerstagabend stellte er die neuesten Zahlen des Kindertagesstättenentwicklungsplanes (Kep) vor.

Unterversorgt

Deutlich besser sieht es bei der U 3-Versorgung in Ginnheim und in Eschersheim aus. Zweimal vergab Lasso hier die Note „Sehr gut“. Von einem Spitzenwert sprach der Experte bei der Kindergartenversorgung in Ginnheim. 90 Prozent aller Kinder bekämen dort einen Platz. Auch hier sei Eschersheimer unterversorgt – auf 576 Kinder kämen lediglich 407 Plätze.

„Überdurchschnittlich gut“ sei die Versorgung der Grundschulkinder – im Hort oder der Erweiterten Schulischen Betreuung (ESB). In allen drei Stadtteilen. Das sorgte vor allem bei Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU) für Verwunderung. „Mich haben mehrere Mütter angesprochen, dass sie im Gebiet der Heinrich-Seliger-Schule keinen Hortplatz finden. Da wundert es mich sehr, dass den Zahlen nach am Dornbusch ausreichend Plätze vorhanden sein sollen“, so Hesse.

Das mit der Schulkinderbetreuung, erklärte Rainer Lasso, sei ohnehin problematisch. Es gebe schlichtweg zu wenige, viel zu sehr habe man sich in den vergangenen Jahren auf den Ausbau zu Ganztagsschulen konzentriert. Jetzt mangle es eben an Hortplätzen.

Keine Sicherheit

„Ich kann Eltern nur einen guten Rat mit auf den Weg geben: sich rechtzeitig in möglichst vielen Einrichtungen anzumelden“, erklärt Lossa, der lange Leiter einer Kindertagesstätte in Eckenheim war. Am Ende, also spätestens im Sommer, versichert er, „schüttelt und rüttelt sich alles zurecht“. Für Eltern sei das freilich „eine blöde Situation“, sie bräuchten eben Planungssicherheit. Mehr als beruhigen könne man sie allerdings nicht. Ohnehin sollten sich die Eltern im Ortsbezirk 9 „nicht zu sehr verrückt machen“. Denn rein rechnerisch sollte es in den drei Stadtteilen weniger Probleme geben, als in den anderen Bezirken.

Trotzdem werden in den kommenden Jahren neue Plätze geschaffen, sowohl in der U 3-Betreuung als auch im Kindergarten. Die 119 U 3-Plätze in Eschersheim seien aber auch nur „der Tropfen auf den heißen Stein“. Deswegen suche die Stadt aktiv weiter nach Liegenschaften. Besonders geeignet seien Büroräume, mindestens 250 Quadratmeter sollten sie groß sein. Damit mindestens zwei Gruppen eingerichtet werden könnten. „Für Vorschläge bin ich offen. Allerdings bitte keine leerstehenden Schleckermärkte, die haben wir mittlerweile alle abgegrast“, sagt Rainer Lossa.

Platz geschaffen werden soll aber auch in Ginnheim und am Dornbusch. Zwei U 3- und vier Kindergartengruppen sind in der neuen Kita in der Platensiedlung geplant. Wann dort die ersten Kinder betreut werden, ist allerdings noch offen. Eine Kita mit 60 Plätzen wird nördlich der Adickesallee gebaut – die Eröffnung ist noch in diesem Jahr geplant.

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