05.01.2015 03:30 |

Neue Serie: Das Frankfurter Bahnhofsviertel: Das Changó: Karibische Nächte am Hauptbahnhof

Frankfurts lebendigste Ecke ist das Bahnhofsviertel. Fotograf und Szenekenner Ulrich Mattner streifte durch den Kiez und verrät seine Geheimtipps. Teil 1: Das Changó.

Ulrich Mattner kennt sich aus in Frankfurts lebhaftesten Viertel. In der Serie "So bunt ist das Bahnhofsviertel" verrät er seine Geheimtipps.

<br><br>Das "Latin Palace Chngó" in der Münchner Str. 57 ist einer der größten Salsa-Clubs in Europa.
Ulrich Mattner kennt sich aus in Frankfurts lebhaftesten Viertel. In der Serie "So bunt ist das Bahnhofsviertel" verrät er seine Geheimtipps.

Das "Latin Palace Chngó" in der Münchner Str. 57 ist einer der größten Salsa-Clubs in Europa.

Der Latin Palace Changó in der Münchener Straße 57 ist einer der größten Salsa-Clubs Europas. Wo heute Salsa-, Merengue- und Bachata-Stars den Ton angeben, residierte früher „Maier Gustl’s Oberbayern“, ein Telefon-Flirt-Lokal, das in keinem Reiseführer über Frankfurt fehlte.

Vom Frankfurter Hauptbahnhof ist es nur ein Katzensprung – und schon steht man mitten in der Karibik. Wer daran zweifelt, braucht nur am Freitag- oder Samstagabend in den Latin Palace Changó zu kommen. Es ist wie Magie: Kaum schwingen die ersten Salsa-Rhythmen im Ohr, beginnen selbst bei weniger eingefleischten Salsa-Liebhabern wie von selbst die Hüften zu wiegen und ein entspanntes Lächeln formt ihre Lippen.

Mehr als tausend Partygäste durchfeiern im Changó die Nacht. Unermüdliche spukt der bunte Tanzpalast erst nach 8 Uhr morgens wieder aus. Anfangs bestand das Publikum fast ausschließlich aus Latinos. Seit dem Wandel des Bahnhofsviertels zum Szenestadtteil begeistern sich immer mehr deutsche Gäste für das ausgelassene Tanzvergnügen. Auf der riesigen, von roten Balkonen gesäumten Tanzfläche geben Salsa-, Merengue- und Bachata-Klänge den Ton an.

Jeden Freitag gibt Tanzlehrerin Pina dort von 21.30 bis 23 Uhr einen kostenlosen Salsa-Tanzkurs. Im zweiten Dancefloor oben heizen Black Beats und Reggaeton ein. Wer bei einem Mojito oder einer kubanischen Zigarre wieder zu Atem kommen will, sammelt neue Kräfte in der beheizten Outdoor-Lounge mit Südsee-Bar und Großleinwand. Sie hält über das Party-Geschehen im Inneren auf dem Laufenden.

Seele des Changó ist Inhaber Ferdinand Hartmann, ein breitschultriger und gutmütiger Hüne mit Faible für südliches Lebensgefühl und großem Herz. Seit einigen Monaten stellt er das Changó jeden Freitag der Frankfurter Tafel für die Lebensmittelausgabe an Bedürftige zur Verfügung. Mit viel Liebe hat er die unter einem Nachkriegs-Mietblock liegenden Lokalitäten in ein Tanzparadies mit drei Cocktails-Bars und einem Restaurant für südamerikanische Spezialitäten verwandelt. Der jüngste Lohn für seinen Einsatz: Vor einigen Monaten wurde er zum Ehrenbotschafter der lateinamerikanischen Kultur ernannt.

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