21.04.2017 03:00 | Judith Dietermann

Immer donnerstags: Der Ginnheimer Wochenmarkt ist da

Ginnheim Es ist vollbracht: Der Ginnheimer Wochenmarkt ist da. Gestern öffneten die Stände an der Ginnheimer Landstraße das erste Mal. Stadtteilpolitiker und Bürger sind begeistert – der Markt wird dem Stadtteil gut tun, sind sie sich einig.

Sie läuten gemeinsam den neuen Wochenmarkt in Ginnheim ein: der stellvertretende Ortsvorsteher Rachid Rawas (links), Stadtrat Markus Frank und Ortsbeiratsmitglied Christiane Loizides.
Sie läuten gemeinsam den neuen Wochenmarkt in Ginnheim ein: der stellvertretende Ortsvorsteher Rachid Rawas (links), Stadtrat Markus Frank und Ortsbeiratsmitglied Christiane Loizides. Bild: Heike Lyding

Wettergott Petrus scheint ein Fan von Wochenmärkten zu sein. Zur Eröffnung des Wochenmarktes auf dem Parkplatz vor dem Rewe-Markt in der Ginnheimer Landstraße gab es gestern blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein. Wo sonst Autos abgestellt werden, reihte sich dort ein Marktstand an den nächsten – Obst und Gemüse, Fleisch und Eier, Wein und Brot wurden verkauft.

16 Jahre lang hat der Ortsbeirat 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) für diesen Ginnheimer Markt gekämpft, erst die SPD-, dann die CDU-Fraktion. Gestern wurden die Stadtteilpolitiker für ihre Hartnäckigkeit belohnt, ab sofort findet der Wochenmarkt jeden Donnerstag statt. Immer von 8 bis 18 Uhr. Zehn Stände haben auf dem 400 Quadratmeter großen Gelände Platz, bei der Premiere waren es acht.

Herzensangelegenheit

„Ein Fisch- und ein Blumenstand fehlen noch, ansonsten ist das Angebot optimal“, sieht Ortsbeiratsmitglied Christiane Loizides (CDU) noch Luft nach oben. Mehrere Anträge hat sie in den vergangenen Jahren formuliert, immer wieder hat sie bei der Stadt nachgehakt, sich von Rückschlägen nicht unterkriegen lassen. Weil der Ginnheimer Wochenmarkt für sie „eine Herzensangelegenheit“ ist.

Stadtrat Markus Frank (CDU) zeigte sich begeistert „von dieser Hartnäckigkeit“. Aber auch wenn es den Markt jetzt gebe, ein Selbstläufer sei er sicher nicht. „Dieser Markt ist toll, und er ist es wert, unterstützt zu werden. Damit er keine Eintagsfliege wird“, erklärte Frank, dass das Angebot mit dem Interesse der Bürger stehe und falle. Sie hätten es nun in der Hand, ob der Markt auch im Stadtteil bleibe.

Dass der Wochenmarkt auf dem Parkplatz vor dem Rewe sowohl für den Supermarkt als auch für die anderen Geschäfte in der Ginnheimer Landstraße eine Gefahr darstellt, daran glaubt Christiane Loizides nicht. Im Gegenteil. „Es ist eine Win-win-Situation. Wer in den Rewe-Markt geht, kauft noch etwas auf dem Wochenmarkt oder einem anderen Laden. Umgekehrt ist es genauso“, sieht die Stadtteilpolitikern nur Vorteile.

Kein Parkdruck

Auch die Angst, dass es an den Markttagen zu Parkplatzproblemen kommen könnte, zeigte sich als unbegründet. Um die Mittagszeit, als der Markt bei seiner Premiere gut besucht war, gab es noch ausreichend Parkplätze unterhalb der Rosa-Luxemburg-Straße. „Wir hoffen ohnehin, dass viele der Menschen aus Ginnheim und deswegen zu Fuß kommen. Schließlich ist es in erster Linie ein Markt für sie“, hofft der stellvertretende Ortsvorsteher Rachid Rawas (SPD) auf einen regen Zulauf. Zumal es die Sozialdemokraten gewesen seien, die vor 16 Jahren den ersten Antrag für einen Wochenmarkt gestellt hatten, betonte er.

2001 war es, als die Sozialdemokraten einen Wochenmarkt an der Franz-Werfel-Straße, unterhalb der Rosa-Luxemburg-Straße, vorschlugen. Weil es dort „unbelebt, dunkel und durch Abgase belastet sei“, handle es sich um keinen guten Standort, erteilte die Stadt damals eine Absage. Im Jahr 2011 wurde erneut über einen Markt diskutiert, dieses Mal nahm sich die CDU des Themas an. Verschiedene Plätze wurden diskutiert, darunter auch der Kirchplatz, der jedoch nur Platz für maximal sechs Stände bietet.

Bei einem Stadtteilrundgang vor zwei Jahren wurde der Platz vor dem Supermarkt als Standort auserkoren. Die städtischen Marktbetriebe und der Ortsbeirat waren sich einig, ein entsprechender Antrag wurde verabschiedet. Doch die Behörden-Mühlen mahlen manchmal langsam. Deswegen dauerte es bis zur Eröffnung noch einmal zwei Jahre. „Jetzt haben wir zwei Märkte im Bezirk – das ist eine tolle Bilanz“, freut sich Rawas.

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