14.11.2017 03:00 | Thomas Remlein

Versuchte Tötung: Der Raser sitzt in Haft

Frankfurt

Eine Statue der Justitia.
Eine Statue der Justitia. Bild: David Ebener/Archiv

Der Haftrichter hat gestern einen 44-jährigen Autofahrer hinter Gitter geschickt. Der Mann hatte am Samstagnachmittag unter Drogeneinfluss in einem gestohlenen Wagen auf seiner Flucht vor der Polizei mehrere Fußgänger und einen Beamten in Gefahr gebracht.

Ein Sprecher der Polizei bestätigte gestern, dass der Mann unter Drogeneinfluss stand. Es handelte sich bei dem Täter um einen Politoxikomanen, also einen vielfach Abhängigen, zu deutsch Junkie. Er war in einem gestohlenen weißen Opel Astra Kombi durch die Innenstadt gerast und hatte mehrere Unfälle verursacht. Über die genaue Zahl konnte die Polizei gestern noch keine Angaben machen. „Das wird alles noch zusammengetragen“, sagte ein Polizeisprecher. Der Schaden betrage jedenfalls mehrere tausend Euro. Am Samstagabend hatte eine Streife das Fahrzeug entdeckt. Bei der Kontrolle drückte der 44-jährige Fahrer aufs Gas und fuhr gezielt auf einen Beamten los, der sich geistesgegenwärtig mit einem Sprung zur Seite retten konnte.

Bei der anschließenden Verfolgung raste der Fahrer laut Polizei „ohne Rücksicht auf Verluste“ in Richtung Innenstadt und kümmerte sich weder um rote Ampeln noch um Einbahnstraßen. Dabei konnte sich ein Fußgänger, der eine Straße überqueren wollte, ebenfalls nur knapp retten. Wenig später fuhr der 44-Jährige auf einen Gehweg und zwang dort mindestens fünf Passanten zur Flucht. „Nur mit viel Glück wurde niemand verletzt“, berichtete die Polizei. Schließlich konnte der Wagen doch noch gestoppt werden. Der Fahrer und seine Beifahrerin flüchteten zu Fuß weiter, wurden aber wenig später gefasst und festgenommen. Die ebenfalls polizeibekannte Frau wurde wieder frei gelassen.

Die Mordkommission der Kripo ermittelt. Sie geht von einem versuchten Tötungsdelikt aus. Warum sich der mit rund 280 Fällen polizeibekannte Mann auf freiem Fuß befand und weitere Straftaten begehen konnte, konnte die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft gestern nicht sagen.

(tre)

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