Bauen in Frankfurt

Diakonie fordert Investitionen in Millionenhöhe gegen Wohnungsnot

Von epd
Ein Neubau der ABG Frankfurt Holding steht nahezu bezugsfertig im Stadtteil Oberrad. Im Landtagswahlkampf ist das Thema Wohnungsbau bei allen Parteien ein Thema.
Frank Rumpenhorst (dpa)/FNP

Das Programm solle Maßnahmen zum Bau bezahlbarer Wohnungen, zur Verhinderung von Wohnungsverlusten und zur Überwindung von Wohnungslosigkeit enthalten, sagte der Referent für Wohnungslosenhilfe, Stefan Gillich. Dafür sollten in den kommenden vier Jahren mindestens 17 Millionen Euro investiert werden.

Als wohnungslos gelten nach der Definition der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG) Menschen, die mietrechtlich nicht abgesichert sind. Das sind nach Schätzung der BAG bundesweit rund 860 000 Personen, die Hälfte davon Flüchtlinge. Anlass für den Vorstoß der Diakonie ist der bundesweite Tag der Wohnungslosen am Dienstag, 11. September. In Hessen finden an diesem Tag Aktionen zum Beispiel in Darmstadt, Groß-Gerau, Marburg und Wiesbaden statt.

In einem ersten Schritt sollten in Hessen mindestens 40 Prozent der Neubauten als sozial geförderter Wohnraum und 20 Prozent als preisgünstiger Wohnraum ausgewiesen werden, erläuterte Gillich. In Hessen fehlten aktuell 60 000 bis 80 000 Wohnungen. Schätzungen zufolge müssten jedes Jahr 37 000 neue Wohnungen errichtet werden, um den Bedarf zu decken. Tatsächlich würden aber nur 17 000 Wohnungen pro Jahr fertiggestellt.

Weiterhin müsse die künftige Landesregierung eine Untersuchung zu Umfang, Struktur und Hilfen für Menschen in Wohnungsnotlagen erstellen, verlangte Gillich. Gesicherte Zahlen lägen leider nicht vor. Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege mache lediglich alle zwei Jahre Stichtagsbefragungen.

Notwendig sei auch ein Förderprogramm zum Aufbau kommunaler Fachstellen zur Verhinderung von Wohnungsverlusten. Vor allem auf dem Lande fehle es an solchen Stellen. Menschen in Krisen wüssten oft nicht, wohin sie sich wenden sollten. „Es gibt zahlreiche legale Möglichkeiten, den Verlust der eigenen vier Wände abzuwenden, beispielsweise die Übernahme von Mietzahlungen“, betonte der Diakonie-Referent.

Schließlich müsse ein Förderprogramm „Von der Straße in die Wohnung“ aufgelegt werden, sagte der Diakonie-Referent. Sozialarbeiter müssten die Betroffenen auf der Straße ansprechen und ihnen etwa bei der Suche nach einer geeigneten Wohnung helfen.

(epd)

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