13.11.2017 21:28 |

Stadtteil-Serie (Teil 20): Die Frankfurter Innenstadt: Das kleine Herz

Frankfurt In unserer Stadtteil-Serie haben wir in dieser Woche die Frankfurter Innenstadt unter die Lupe genommen. Eine Fotoreportage.

Die gerettete Oper

Unvergessen ist der Vorschlag Rudi Arndts (SPD), die durch den Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Alte Oper „mit ein wenig Dynamit“ zu sprengen, um so Platz für einen Verwaltungsbau zu schaffen.

Frankfurt 7.11.2017, Unvergessen ist der Vorschlag des damaligen hessischen Wirtschaftsministers und späteren Oberbürgermeisters Rudi Arndt (SPD) 1965, die durch den Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Alte Oper „mit ein wenig Dynamit“ zu sprengen um so Platz für einen Verwaltungsbau zu schaffen. Mehrere Bürgerinitiativen engagierten sich für den Erhalt und auch die Sanierung des ehemaligen Opernhauses aus dem 19. Jahrhundert, das heute als Konzert- und Veranstaltungshaus genutzt wird.  Auch wenn Arndt Jahre später beteuerte, er habe die Sprengung nie ernsthaft vorgehabt, hatte er mit „Dynamit-Rudi“ fortan seinen weithin bekannten Spitznamen.


Mehrere Bürgerinitiativen engagierten sich für den Erhalt und auch die Sanierung des Hauses aus dem 19. Jahrhundert, das heute einen weltweit renommierten Konzertsaal beherbergt. Arndts Vorstoß 1965 brachte ihm den Spitznamen „Dynamit-Rudi“ ein.

Legendäres Wahrzeichen

Der mittelalterliche Eschenheimer Turm  ist das älteste und zugleich fast komplett im Originalzustand erhaltene Bauwerk der Innenstadt – und somit ihr Wahrzeichen. Die „9“ in der Wetterfahne erinnert noch heute an die Sage des Wilddiebs Hans Winkelsee, der im Jahr 1550 gehängt werden sollte.

Nur eine von ihm in die Wetterfahne geschossene perfekte Neun konnte ihn vor dem Galgen retten. Mit ruhiger Hand gelang ihm das schwierige Kunststück, und er kam frei.

Trubeliger Bauernmarkt

Auf dem erhöhten, unansehnlichen Platz an der Konstablerwache pulsiert nur donnerstags und samstags beim Bauernmarkt Leben. Lore Bäuscher (78), die zu den ersten Beschickern des Marktes im Gründungsjahr 1989 gehörte, hat mit ihren Obst- und Gemüseprodukten großen Anteil daran, sagt aber: „Die Marktbesucher haben sich verändert.

Frankfurt 9.11.2017, Der erhöhte, unansehnliche Platz an der Konstablerwache wird immer wieder als Kandidat für eine Umgestaltung genannt. Lediglich donnerstags und samstags beim Bauernmarkt ist die Freifläche stark frequentiert. Lore Bäuscher (78), die zu den ersten sechs Beschickern des Marktes im Gründungsjahr 1989 gehörte, hat mit ihren Obst- und Gemüseprodukten maßgeblichen Anteil daran. „Die Marktbesucher haben sich verändert. Früher nahmen sich die Menschen Zeit und sind über den Markt flaniert. Heute hetzen sie von Stand zu Stand und schauen dabei noch ständig auf ihr Handy.“ Ein weiteres, von Besuchern oft genanntes Problem des Marktes ist der Alkoholausschank und die damit verbundenen Schwierigkeiten.

Früher nahmen sich die Menschen Zeit und sind über den Markt flaniert. Heute hetzen sie von Stand zu Stand und schauen ständig auf ihr Handy.“
 

Große Vergangenheit, großartige Gegenwart: Der Jazzkeller

Frankfurt war nach dem Zweiten Weltkrieg die deutsche Hauptstadt des Jazz. Einen ganz wesentlichen Anteil daran hatte der Jazzkeller, der 1952 seine Pforten öffnete. Don Ellis, Bill Ramsey, aber auch Big Bands standen in dem kleinen Gewölbe mit der besonderen Akustik schon auf der Bühne und begeisterten die Zuhörer.

Frankfurt 7.11.2017, Frankfurt war nach dem Zweiten Weltkrieg die deutsche Hauptstadt des Jazz. Einen ganz wesentlichen Anteil daran trug der Jazzkeller, der 1952 seine Pforten öffnete. Don Ellis, Bill Ramsey, aber auch Big Bands standen in dem kleinen Gewölbe mit der besonderen Akustik schon auf der Bühne und begeisterten die Zuhörer. Auch wenn die goldene Zeit des Jazz in der Mainmetropole vergangen ist, lebt Eugen Hahn, der den Club 1986 übernahm, zusammen mit seinem Team nach wie vor den Jazz. Unlängst erhielt der Jazzkeller den Spielstättenprogrammpreis APPLAUS in der höchsten Kategorie für Musikclubs mit mehr als 104 Konzerten im Jahr.

Auch wenn die goldene Zeit des Jazz in der Mainmetropole vergangen ist, sorgt Eugen Hahn, der den Club 1986 übernahm, zusammen mit seinem Team für erlesene Konzerte. Unlängst erhielt der Jazzkeller den Spielstättenprogrammpreis „Applaus“ in der höchsten Kategorie für Musikclubs mit mehr als 104 Konzerten im Jahr.

Grüne Oase

Der in der Obermainanlage liegende Rechneigraben war Teil des mittelalterlichen Wallgrabens. Stank einst sein Löschwasser zum Himmel, ist der Graben heute als denkmalgeschützte Wasserfläche gelistet.

Frankfurt 9.11.2017, Der in der Obermainanlage liegende Rechneigraben war Teil des mittelalterlichen Wallgrabens. Nachdem die steinerne Anlage aufgrund der veränderten Kriegsführung mit Kanonen obsolet geworden war, wurde der Rechneigrabenweiher als Löschwasserbecken genutzt. Die unangenehmen Gerüche des stehenden Gewässers waren Ende des 19. Jahrhunderts berühmt-berüchtigt. Heute ist davon nichts mehr zu erahnen, bzw. zu  riechen: Der Rechneigrabenweiher ist als denkmalgeschützte Wasserfläche gelistet und ein das Stadtbild prägender, historischer Bestandteil Frankfurts. Mit dem alten Baumbestand und den vielen Denkmälern im Uferbereich ist die Anlage eines der wenigen grünen Erholungsgebiete in der Innenstadt.

Die Anlage mit alten Bäumen und Denkmälern am Ufer ist eine der wenigen grünen Erholungsgebiete in der Innenstadt.

1 2

Kommentare



zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Ein neues Posting hinzufügen


Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.
Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername: *
gewünschtes Passwort: *
Wiederholung Passwort: *
E-Mail: *
Kundennummer falls vorhanden:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage: Aus wie vielen Bundesländern besteht Deutschland?: 

Weitere Artikel aus Frankfurt

Im Kneipenviertel in Alt-Sachsenhausen ist auch nach Mitternacht noch eine Menge los. Nicht alles, was passiert, ist erfreulich.
Frankfurt
|
Angriff in Sachsenhausen

Polizei sucht Schläger - Opfer schwebt in Lebensgefahr

Weitere Artikel aus Frankfurt

Zimmer mit Aussicht: Vom obersten Stockwerk des Hauses „Schlegel“ aus ist der Dom gut zu sehen.
Frankfurt
|
Neue Altstadt

Wohnen mit Blick auf den Dom

Wann endet die Dauerbaustelle in Niederrad? Anwohner sind von Absperrung genervt.
Niederrad
|
Heinrich-Seliger-Straße

Stadt gibt Baufirma Schuld an Verzögerung

Rubrikenübersicht