10.11.2017 03:30 | Thomas Remlein

Helmut Heuser wird 70: Ein Politiker, der Klartext spricht

Frankfurt 34 Jahre gehörte Helmut Heuser dem Stadtparlament an. Der ehemalige Vorsitzende der CDU-Fraktion im Römer und Stadtälteste feiert heute seinen 70. Geburtstag.

Als Politrentner hat Helmut Heuser Zeit für die Gartenarbeit. Ehefrau Heidemarie hat ihn dabei im Blick.
Als Politrentner hat Helmut Heuser Zeit für die Gartenarbeit. Ehefrau Heidemarie hat ihn dabei im Blick. Bild: Maik Reuß

Helmut Heuser ist der selten gewordene Typus eines Politikers der aus dem Volk kommt, und die Sprache des Volkes spricht. Bei den Beiträgen des Verkehrsexperten der CDU-Fraktion im Stadtparlament blieb den Zuhörern Bläh-Deutsch erspart. Stattdessen sprach der gelernte Elektrotechniker unverfälschtes Frankfurterisch in kurzen verständlichen Sätzen sowie die direkte Ansprache und Auseinandersetzung mit seinem politischen Gegner, manchmal auch Koalitionspartner und Duz-Freund, Klaus Oesterling, der als SPD-Fraktionschef (nun Verkehrsdezernent) den Gegenpart zu Heuser bildete. Und dem wortgewandten Oesterling bot Heuser, der heute 70 Jahre alt wird, in seiner Zeit als CDU-Fraktionschef Paroli.

Humorvoll-versöhnlich

„Es ist die Aufgabe der Politik, nicht allen nach dem Mund zu reden“, lautet einer seiner Grundsätze. Mangelnden Einsatz seiner Parteifreunde konnte der Vollblut-Politiker nicht ertragen. Das mussten seine Parteifreunde in seiner Zeit als CDU-Fraktionschef (2010 bis 2012) leidvoll erfahren. Aus dem Urlaub in Kalifornien stellte er einmal die Junge Union in den Senkel, als diese seiner Meinung nach ungerechtfertigt die Baustellenplanung des Verkehrsdezernenten Stefan Majer (Grüne) kritisierte.

In der Sache war Heuser konsequent, im Ton humorvoll-versöhnlich, selten verletzend. Politik betrieb er mit Leidenschaft, vollem Einsatz und viel Herz. Möglicherweise hat er sich dabei Vieles zu sehr zu Herzen genommen. Denn bei der Kommunalwahl 2016 trat er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an.

Mit langem Atem

Verkehrspolitiker brauchen einen extrem langen Atem, weil die Projekte für die sie sich einsetzen, enorme Mittel verschlingen und infolge langwieriger Planfeststellungsverfahren viel Zeit brauchen. 36 Jahre im Stadtparlament reichten im Falle Heusers dann doch aus, einige Projekte mit auf den Weg zu bringen. Die Mainbrücke-Ost zählt dazu, aber auch die Straßenbahn in der Stresemannallee. Diese ist so sehr mit dem Vorsitzenden des Verkehrsausschusses im Römer verbunden, dass die Gegner von der „Heuser-Bahn“ sprachen. Heute sind sie verstummt, die Straßenbahn wird gut angenommen. Heuser fährt aber auch mit einer gewissen Wehmut durch die Stadt. Viele Vorhaben, über die er vehement diskutierte, hätte er gerne weiter politisch begleitet. Die U-Bahn ins Europaviertel und die Regionaltangente West (RTW) gehören dazu. Deren Einweihung werden andere Politikergenerationen feiern.

Die Stadt Frankfurt hat im vergangenen Jahr Helmut Heuser die Ehrenbezeichnung Stadtältester verliehen. Damit verbunden ist ein Ehrensold von monatlich 200 Euro.

Eine besondere Bitte hat Helmut Heuser an jene, die sich mit dem Gedanken tragen, ihm etwas zu schenken. Er bittet um eine Spende für hungernde und notleidende Kinder bei der Caritas. Er engagiert sich persönlich für das Wohl der Kinder, die in Kriegsgebieten und Hungergebieten auf besondere Weise bedrückt sind. Für den CDU-Mann ist das eine Christenpflicht.

Das Anwesen der Heusers in Schwanheim ist ein Mehrgenerationenhaus. Mit seiner Gattin Heidemarie lebt er dort mit der Tochter und deren Mann und zwei der insgesamt fünf Enkelkinder. Die Enkelkinder als Großvater aufwachsen zu sehen, bezeichnet Heuser als „mein größtes Glück“.

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