14.11.2017 03:00 | Judith Dietermann

Informationsveranstaltungen: Es gibt noch mehr als nur das Gymnasium

Frankfurt Nach der Grundschule gibt es nicht nur das Gymnasium, die Frankfurter Bildungslandschaft ist deutlich vielfältiger. Das sollen die Elterninformationsveranstaltung zum Übergang von der vierten in die fünfte Klasse vermitteln – denn auch wer die Realschule besucht, kann später studieren.

Nach Beginn der Flüchtlingskrise 2015 hatte Wanka in einem Interview gesagt, die Aufnahme der Flüchtlingskinder in die Schulen müsse niemandem Angst machen. Foto: Marijan Murat/Archiv/Symbolbild
Foto: Marijan Murat/Archiv/Symbolbild

Die Plätze an Frankfurts Gymnasien sind knapp. Das liegt nach Aussage von Dieter-Rudolf Sauerhoff, Schulamtsdirektor des Staatlichen Schulamts, allerdings nicht alleine daran, dass es an Plätzen mangelt. „Rund zehn Prozent der Fünftklässler in den Gymnasien haben dafür keine Eignungsempfehlung“, betont er. Auch wenn in Hessen letztlich der Elternwille gelte, auf welche Schule der Nachwuchs geschickt werde, so sei es aus pädagogischen Gründen alles andere als sinnvoll. „Viele dieser Schüler haben erhebliche Schwierigkeiten, sie scheitern und brechen im schlimmsten Fall die Schule ab“, erklärt Sauerhoff.

„Es kann nicht genug Beratung geben“, sagt Winfried Volkmann, Vorsitzender des Vereins „Eltern für Schule“. In den Elterninformationsveranstaltungen zum Übergang von den vierten in die fünfte Klasse soll deswegen explizit darauf hingewiesen werden, dass es mehrere Wege gibt, die zu einem glücklichen und erfolgreichen Leben führen. Mindestens zehn dieser Veranstaltungen à 90 Minuten soll es in den nächsten drei Monaten geben, organisiert und getragen werden sie vom Eltern-Verein, der Gesellschaft für Jugendbeschäftigung (Gjb) sowie den beruflichen Schulen. Unterstützt werden sie von der Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie der Handwerkskammer (HWK).

Keine Lebensentscheidung

„Vielen Eltern fehlen oft die Informationen über unser Schul- und Ausbildungssystem. Es muss nicht immer ein Studium sein, auch eine Ausbildung ist sehr anspruchsvoll. Wir wollen vermitteln, dass es mehr gibt, als das Gymnasium“, erklärt Anita Lemaile vom Gjb, warum IHK und HWK mit im Boot sitzen. Zudem müsste den Eltern vermittelt werden, dass sie mit dem Übergang in die fünfte Klasse zwar eine wichtige Entscheidung, aber eben keine Entscheidung für das ganze Leben treffen. Weil man durchaus auch nach zwei Jahren, die Real- oder Gesamtschule verlassen und aufs Gymnasium wechseln könnte.

„Es gibt viele Wege, die zum Erfolg führen, nicht jeder ist gerade. Wichtig ist, dass die Kinder Lust am Lernen haben. Egal auf welcher Schule. Haben sie das nämlich nicht, landen sie vielleicht bei uns“, so Lemaile. Dann sei es eine mühevolle Kleinarbeit, den Jugendlichen den Spaß am Lernen zurück zu geben.

Publik gemacht werden die Informationsveranstaltungen in erster Linie über die Klassenleitungen in den Grundschulen. „Wir brauchen Vertrauenspersonen, um das Vertrauen der Eltern zu gewinnen“, weiß Winfried Volkmann durchaus, dass dies nicht von heute auf morgen gelingen wird. Deswegen spricht er selber von einem „lang angelegten Projekt, das über vier oder fünf Jahre laufen soll“. Einen Versuchsballon habe der Verein bereits im vergangenen Jahr gestartet, sieben Veranstaltungen gab es 2016 im Frankfurter Westen, 500 Eltern kamen insgesamt, um sich zu informieren.

Den richtigen Weg zeigen

„Es ist aber nicht die Quantität, sondern die Qualität, die uns letztlich interessiert. Wir wollen die Kinder vom falschen Weg abbringen und nicht möglichst viele Eltern beraten“, sagt Schulamtsdirektor Sauerhoff. So sei jedes Kind, das durch diese Infoveranstaltungen auf „die richtige Schiene“ gesetzt werde, ein Gewinn für Frankfurt, betont er.

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