17.02.2017 03:30 | Andrea Möller

Gastro-Tipps: Hier kocht die ganze Familie

Frankfurt

Das sind die „Super Bro’s“: Die Brüder (von links) Giuseppe und Valentino Mazzella und ihre Cousins Luca und Alessio De Simone.
Das sind die „Super Bro’s“: Die Brüder (von links) Luca und Alessio De Simone sowie Giuseppe und Valentino Mazzella. Bild: Holger Menzel

„Der familiäre Zusammenhalt ist sehr stark bei uns“, sagen Valentino und Giuseppe Mazzella. Mit „uns“ meinen sie nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Cousins Luca und Alessio De Simone. Gemeinsam stehen sie in der Pizzeria hinterm Tresen, die sie „Super Bro’s“ genannt und vor Kurzem eröffnet haben. Initiator des Neuzugangs im Oeder Weg ist Valentino Mazzella: „Ich habe jahrelang von einem eigenen Lokal geträumt, wollte es aber nicht mit Fremden betreiben.“ Musste er auch nicht, denn Bruder Giuseppe und Cousin Luca sind gerne in das Projekt mit eingestiegen. Genauso wie Lucas Bruder Alessio, den das Trio im vergangenen Oktober aus Italien holte.

Er war kaum angekommen, als sich die vier auch schon in die Arbeit stürzten. In den Räumen, die lange das Feinkostgeschäft „Schmidt’s Wild und Wein“ beherbergt hatten, gab es ja viel zu tun. „Zwar ist die Einrichtung in gutem Zustand gewesen, doch der Stil passte nicht zu uns“, erzählt Luca De Simone. Um das Lokal nach ihrem Geschmack zu gestalten, haben die Gastronomen persönlich mit angepackt. Schließlich sind sie im ersten Leben Maler, Lackierer und Schlosser gewesen. „Alles, was Sie sehen, haben wir selbst gemacht“, sagt Giuseppe Mazzella. „Dass wir das konnten, ist unser größtes Kapital gewesen.“ Sie haben gestrichen, tapeziert, geschweißt und den Granit für die Theke geschnitten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, ist so cool und lässig wie die Brüder selbst – und so einfallsreich. In fast jeder Ecke finden sich witzige Details, die verraten, wie viel Arbeit und Herzblut in dem Laden stecken.

Am Ende der Renovierung, die übrigens drei Monate dauerte, haben die Super Bro’s sogar den 2,5 Tonnen schweren Pizzaofen in das Lokal geschleppt. „Er kommt von Stefano Ferrara aus Neapel“, so Luca De Simone. „Denn in seinem Betrieb werden die besten Pizzaöfen gebaut.“ Das gute Stück ist handgefertigt und macht auch optisch einiges her. Wichtiger ist allerdings sein Innenleben: Es handelt sich um einen Holzofen mit Zusatzmodul für Gas. „Ob Holz oder Gas, die Pizzaqualität ist dieselbe“, sagt Valentino Mazzella. Und der 29-Jährige muss es wissen, schließlich arbeitet er schon sein halbes Leben als Pizzaiolo. Viel Erfahrung in diesem Bereich bringt auch Giuseppe Niceforo mit – der zweite Mann am Ofen: Was sich aus Mehl, Wasser, Salz und wenig Hefe machen lässt, hat er im „Papanova“ (Nordend) und in der „Pizzeria Montana“ (Bahnhofsviertel) gezeigt.

Bei den „Super Bro’s“ stehen zehn Varianten des Teigfladens zur Auswahl. „Je kleiner die Karte, desto größer die Qualität, die man bieten kann“, betont Valentino Mazzella. Ein regelmäßig wechselndes Special, in dem die Brüder auch saisonale Produkte verarbeiten wollen, ergänzt das Angebot. Derzeit ist es eine weiße Pizza, also eine ohne Tomatensoße, die geschmacklich mit der roten aber mithalten kann. Was am dünnen Boden und krossen Rand genauso liegt wie an den Zutaten: Datteltomaten, die ihrem Namen alle Ehre machen, Parmesan für die Würze, gefolgt von Mozzarella in Bioqualität und frischem Basilikum (11,50 Euro).

Dass die Margherita, die klassischste aller Pizzen nicht fehlen darf, versteht sich von selbst. Die Brüder nennen sie jedoch „La Verace“, bestreichen sie mit einer Soße aus San-Marzano-Tomaten, bestreuen sie mit Parmesan und belegen sie mit Mozzarella (7,50 Euro). „Den kaufen wir bei L’Abbate, der bekannten Manufaktur in Offenbach“, erzählt Valentino Mazzella. Besonders deutlich kommt der schmeckbar hohe Qualitätsanspruch allerdings bei Nummer 5 zur Geltung („Super Bro’s“ für 9,50 Euro). Neben Soße und Käse landen hier auch hervorragender Schinken und geriebene Pistazien auf dem Teig.

So weit, so lecker. Und wie sieht es getränketechnisch aus? „Wir haben zu 90 Prozent italienische Produkte“, sagt Luca De Simone. Der Hauswein sei ein guter Primitivo von den Farmers of Wine in Apulien (6,50 Euro). Außerdem finden sich italienische Spirituosen im selbst geschweißten Regal: der Kräuterlikör „Vecchio Amaro del Capo“ beispielsweise (3,50 Euro). „Dafür lassen Sie jeden Averna stehen“.

Super Bro’s ist aber nicht nur ein Ort des Genießens, sondern auch der Geselligkeit. Dass die Gäste je nach Gusto stehen oder sitzen können, lockert die ohnehin entspannte Atmosphäre zusätzlich auf. Giuseppe Mazzella: „Wir alle sind wie eine große Familie.“

 

Super Bro’s: Nordend, Oeder Weg 55–57, Tel. (069) 26497580, www.super-bros.de, Di–Do 11–22, Fr/Sa 11–23, So 16–22 Uhr, Mo. Ruhetag, Sitzplätze: 38 innen/24 außen, Küche: italienisch

 

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