Trinkwasserversorgung

In Teilen des Vogelsberges wird das Wasser knapp: Brandbrief an die Stadt Frankfurt

Von Rebecca Röhrich
In Teilen des Vogelsberges wird das Wasser knapp: Brandbrief an die Stadt Frankfurt
Sven Hoppe (dpa)/FNP

Weil die anhaltende Trockenheit den Frankfurter Bäumen so langsam gefährlich werden könnte, hat die Stadt Frankfurt ihre Bürger dazu aufgefordert, das Grünflächenamt bei der Bewässerung der Bäume zu unterstützen. 

Das macht Edwin Schneider, Bürgermeister der Stadt Ulrichstein im Vogelsberg, richtig sauer. "Wenn ich dann höre, dass das gute Vogelsberger Wasser in Frankfurt genutzt werden soll um die Bäume zu gießen, treibt es mir die Zornesröte ins Gesicht", schreibt er in einer wütenden Mail an das Umweltdezernat Frankfurt. "Vor allem der westliche und südliche Vogelsberg leidet aktuell unter der Trockenheit",  sagt Otto Wack von der Initiative Schutzgemeinschaft Vogelsberg. Dort gelte nun ein Entnahmestopp. Im östlichen Teil sei die Situation noch unproblematisch.

Wasser muss aus anderen Orten geliefert werden

Bereits sei rund einem Monat müssen laut Schneider Tankwagen die Bevölkerung in Ulrichstein mit Wasser versorgen. Außerdem ist die Bevölkerung der kleinen Stadt dazu angehalten, keine Gärten mehr zu bewässern, Autos zu waschen oder Bäume zu gießen. 

Das Pikante daran: Die Stadt Frankfurt bezieht ihr Trinkwasser zu rund 40 Prozent aus Quellen aus dem Vogelsberg. Weitere 40 Prozent kommen aus dem hessischen Ried. Nur 20 Prozent des Frankfurter Wassers bezieht die Stadt aus eigenen Quellen. 

"Die Frankfurter sollten das gezapfte Trinkwasser lieber nach Ulrichstein bringen um es in den Hochbehälter zu schütten", schreibt Schneider in seinem Brief weiter. "Dann würden auch unsere Menschen mit ausreichend Wasser versorgt werden können."

Seit dem enormen Wasserverbrauch der Metropole formiert sich schon seit Jahren Widerstand. Die Schutzgemeinschaft Vogelsberg plädiert schon seit Jahren für einen sparsameren Wasserverbrauch in Frankfurt. Vor allem, dass die Frankfurter das Trinkwasser aus dem Vogelsberg für die Toilettenspülung benutzen, missfällt vielen Kommunen. (red)

 

 
Rebecca Röhrich