20.04.2017 03:30 | Christian Scheh

Kommentar: Im Zweifel für die Prävention

Christian Scheh.
Christian Scheh. Bild: Salome Roessler

Ist ein „Blitzermarathon“ sinnvoll oder nicht? Die Meinungen gehen auseinander: Die hessische Landesregierung und Landespolizei verteidigen die großangelegte Kontrollaktion und weisen auf das hehre Ziel – „weniger Verkehrstote“ – hin. Polizeigewerkschaftler und Oppositionspolitiker sprechen dagegen von einer weitgehend wirkungslosen „Schaufensteraktion der Landespolitik“.

Die Wahrheit ist: Ob der „Blitzermarathon“ einen Effekt hat, lässt sich nicht messen. Präventive Aktionen sollen für Gefahren sensibilisieren und die Menschen zu einer Änderung ihres Verhaltens bewegen. Darüber, ob das gelingt und die Leute anschließend tatsächlich vorsichtiger sind, kann nur spekuliert werden.

Sollten die Behörden angesichts dieser unklaren Situation auf Präventionsarbeit verzichten? Nein, das sollten sie besser nicht. Zum Schutz der Bürger auf verbreitete Gefahren hinzuweisen, kann niemals schaden. Das gilt auch für die überhöhte Geschwindigkeit als eine der häufigsten Ursachen für Verkehrsunfälle. Wenn durch die Kontrollaktion auch nur ein Crash mit Toten oder Schwerverletzten verhindert wird, hat sich der Aufwand schon gelohnt.

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