12.09.2017 19:27 |

Öffentlicher Verkehr in Rhein-Main: Positive Überraschung für Fahrgäste: Preise für RMV-Tickets werden gedeckelt

Frankfurt Wenn der Verkehrsverbund über den Fahrplanwechsel informiert, ist vielen Kunden längst klar: Die Preise steigen. Auch im kommenden Jahr werden Fahrscheine im Schnitt teurer – und doch gibt es für einige Fahrgäste positive Überraschungen.

Symbolbild

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) hat für die kommenden drei Jahre eine Deckelung seiner Preiserhöhungen beschlossen. Wie Geschäftsführung und der Aufsichtsrat unter Vorsitz von Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) am Dienstag in Frankfurt mitteilten, sollen die Tarife in dieser Zeit jährlich um maximal 1,5 Prozent erhöht werden. Ab Januar tritt die erste dieser Erhöhungen in Kraft. Den Angaben zufolge bedeutet sie die niedrigste Preiserhöhung seit Gründung des Verbundes im Jahr 1995. Zum laufenden Jahr etwa waren die Preise um durchschnittlich 1,9 Prozent erhöht worden.

Für Fahrgäste in Frankfurt, Mainz und Wiesbaden wartet der RMV mit einer Überraschung auf: In den drei Städten wird eine Tageskarte ab Januar 5,35 Euro kosten – und damit in Frankfurt 1,85 Euro sowie in Wiesbaden und Mainz 1,35 Euro günstiger werden. Als Grund für die Senkung der Preise erklärte Feldmann, in den drei betroffenen Städten hätten Fahrgäste bislang mehr für eine Tageskarte zahlen müssen als für zwei Einzelfahrscheine. Mit der Neuregelung werde die Praxis dem übrigen Tarifgebiet angepasst.

Einen Versuch startet der RMV auch beim Preis für Einzelfahrscheine: Sie werden den Angaben zufolge in Frankfurt künftig 2,75 Euro kosten (statt bislang 2,90 Euro). Man gehe davon aus, die dadurch sinkenden Einnahmen beim Ticketverkauf durch steigende Fahrgastzahlen ausgleichen zu können, sagte Feldmann und verwies auf Frankfurts wachsende Bevölkerung. In Hessens größter Stadt soll ab dem neuen Jahr ebenfalls eine Seniorenkarte getestet werden, die als Jahreskarte umgerechnet 1,50 Euro täglich kosten wird.

Ebenfalls beschlossen wurde vom Aufsichtsrat die Anschaffung neuer Eisenbahnen für das sogenannte Taunusnetz, das unter anderem Usingen und Bad Soden an das RMV-Netz anbindet. Ulrich Krebs, stellvertretender Aufsichtsratschef und Landrat des Hochtaunuskreises, sagte, das Taunusnetz sei wichtig für den RMV. Man wolle das Versprechen einhalten, das umweltfreundlichste Verkehrsmittel der Region zu sein. Für insgesamt 26 Fahrzeuge will der Verkehrsverbund bis zu 145 Millionen Euro investieren.

Mit Blick auf das Pilotprojekt «RMVsmart» kündigte Verbunds-Geschäftsführer Knut Ringat an, die Preise in dem Tarif ab Oktober dieses Jahres abrunden zu wollen. Ebenso sei das Modell «RMVsmart 50» geplant, das bei einer monatlichen Zahlung von fünf Euro eine Halbierung der Einzelfahrpreise ermöglicht. Ringat sagte, der Öffentliche Personennahverkehr sei von großer Bedeutung für die Region. Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer im RMV-Gebiet seien Pendler.

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