16.04.2016 03:00 | Sandra Kathe

Schweden tischen auf

Nieder-Eschbach Seit vier Jahren organisiert das Begegnungs- und Servicezentrum Nieder-Eschbach für die Bewohner am „Bügel“ das Restaurant im Viertel. Diesmal gab es dabei Unterstützung vom Schweden-Shop des benachbarten Möbelhauses.

Stehen diesmal in der Küche, Kathrin Jäger (Ikea), Jaenette Hold (Frankfurter Verband) und Koch Joachim Sturm. Bilder >
Stehen diesmal in der Küche, Kathrin Jäger (Ikea), Jaenette Hold (Frankfurter Verband) und Koch Joachim Sturm. Bild: Holger Menzel

Als der erste Gang auf den Tisch kommt, staunen die Gäste des „Restaurants im Viertel“ nicht schlecht: Es gibt Knäckebrot-Pizza, eine Kreation, die wohl weder der Nieder-Eschbacher noch der Schwede bislang zu seinen erklärten Lieblingsspeisen zählt. Was er aber durchaus könnte: Denn das Lob für die kreative Idee des ehrenamtlichen Teams des schwedischen Möbelhauses Ikea und Joachim Sturm, Küchenleiter beim Frankfurter Verband, ist groß. Auch Marcus Schenk, der sich seit über einem Jahr mit „Wir am Bügel“ um die Quartierentwicklung kümmert, lässt es sich schmecken.

Für ihn – wie für viele der Gäste verschiedenster Generationen – ist das Restaurant im Viertel, das alle zwei Monate zum großen Menü einlädt, eine wichtige Plattform, um Kontakte zu knüpfen, zu pflegen und über die Geschehnisse im Quartier auf dem Laufenden zu bleiben: „Ich komme deswegen gern hier her, einfach auch weil es immer wieder gemütliche Abende werden, bei denen die vielschichtige Nachbarschaft zusammenkommt“, sagt Schenk. Und genau das ist der Ansatz der Veranstaltung, die inzwischen im vierten Jahr läuft und für vier Euro auch für Jedermann erschwinglich ist.

Zusammenarbeit

Immer wieder stehen die Menüs – wie am Donnerstagabend – unter einem bestimmten Motto, dass sich normalerweise der Koch Joachim Sturm gemeinsam mit der Einrichtungsleiterin Jeanette Nold und einem guten Dutzend Ehrenamtler überlegt. Dass die Entscheidung beim letzten Termin nicht schwer fiel, liegt an der Tatsache, dass sich Anfang des Jahres ein überraschender Unterstützer fand, der anbot, die Veranstaltung einmal gemeinsam mit dem Begegnungs- und Servicezentrum des Frankfurter Verbands zu stemmen.

„Wir hatten Anfang des Jahres Kontakt zu Ikea aufgenommen, weil wir erfahren hatten, dass mit Anders Poulsen ein neuer Geschäftsführer das Ruder übernommen hat. Da wollten wir uns einfach als Nachbarquartier vorstellen und nach Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit fragen.“ Poulsen zeigte sich offen: Er hatte sich ohnehin erhofft, aktiver mit den umliegenden Stadtteilen zusammenzuarbeiten.

Entstanden ist daraus nicht nur die Idee zum schwedischen Abend, wofür Ikea Knäckebrot, Köttbullar und Mandelkuchen beisteuerte, sondern auch für eine weitere Nähkooperation: „Wir arbeiten gerade an einem gemeinsamen Konzept zwischen uns, dem Begegnungs- und Servicezentrum und dem Familienzentrum am Bügel, bei dem Ikea Stoffe für eine Nähgemeinschaft stellt und die Näherinnen ihre fertigen Produkte – etwa Kissenhüllen oder Taschen – dann verkaufen, um die Kassen der Einrichtungen aufzubessern“, sagt Kathrin Jäger aus Marketingabteilung des Unternehmens. Gerade für Veranstaltungen wie das Restaurant im Viertel könne man solche Aktionen gut gebrauchen, ist sich Nold sicher.

Zunächst kam der Abend, bei dem auch Ikea-Mitarbeiter ehrenamtlich im Service aushalfen und für Nachschub an Speisen und Getränken sorgten, vor allem auch den ehrenamtlichen Helferinnen der Veranstaltungsserie zugute. Normalerweise wären Rosa-Maria Schoefer, Siglinde Stillner und Doris Mielke kurz vor Beginn der Veranstaltung gut beschäftigt: Tische müssen dekoriert, Plätze zugewiesen und das Essen vorbereitet werden. „Dass wir heute einmal frei haben und das Menü genießen können, hat aber auch seine Vorzüge“, schmunzelt Schoefer, die von Anfang an dabei war.

Großer Erfolg

Zu den Gästen die mit ihnen an den Tischen sitzen, gehört auch Werner Ullrich, der bis zum Frühjahr 15 Jahre lang als Ortsbeirat für Nieder-Eschbach im Einsatz war und die Einrichtung seither unterstützt hat. Bei den Menüs, die er bisher miterlebte, hat er einen starken Wandel beobachtet. „Während zu den ersten Veranstaltungen noch weitestgehend Menschen aus dem nächsten Umfeld kamen, sind es inzwischen Anwohner aus dem ganzen Stadtteil“, sagt er und schaut sich im mit 90 Plätzen dicht bestuhlten Raum um: „Das ist ohne Frage ein großer Erfolg!“

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