07.11.2017 03:30 | red

Mobilität: Selbstfahrende Busse am Flughafen sind noch nicht ausgereift

Noch nicht ganz ausgereift sind die beiden selbstfahrenden Fahrzeuge, die zwei Wochen lang am Frankfurter Flughafen getestet wurden. Unfallfrei waren sie aber unterwegs.

Acht Fahrgäste haben Platz in den selbstfahrenden Bussen, die jetzt am Frankfurter Flughafen auf einer anderthalb Kilometer langen Strecke getestet wurden.
Acht Fahrgäste haben Platz in den selbstfahrenden Bussen, die jetzt am Frankfurter Flughafen auf einer anderthalb Kilometer langen Strecke getestet wurden. Bild: Frank Nagel

In Kinofilmen lassen Regisseure autonom fahrende Autos schon seit Jahren in Großstädten pendeln. Auch Experten glauben, dass die Zukunft der Mobilität in dieser Art der Fortbewegung liegt. Dass Science-Fiction und Realität gar nicht so weit auseinander liegen, beweist ein Test am Frankfurter Flughafen. Dort testeten die Fraport und R+V zwei selbstfahrende Busse im Fahrgastverkehr. Der Test verlief vielversprechend, die beiden Fahrzeuge waren unfallfrei unterwegs.

Sicherheit geht vor

Ausgereift ist das System allerdings noch nicht, das zeigte sich bei dem Praxistest. Ein fehlendes GPS-Signal oder ein falsch abgestelltes Fahrzeug führt dazu, dass der Bus lieber einfach stehen bleibt und abwartet. Denn: Sicherheit geht immer vor. Doch als vollautomatisierte Kleinbusse bieten die Fahrzeuge eine gute Perspektive um beispielsweise als Quartierbusse eine Ergänzung für den öffentlichen Nahverkehr zu bieten.

Davon ist zumindest Frank Nagel (CDU), der Vorsitzende des Fachausschusses Verkehr, überzeugt. Nachdem die beiden Fahrzeuge nun insgesamt vier Wochen in Frankfurt waren, machte er sich am letzten Einsatztag nochmals einen persönlichen Eindruck, um die Alltagstauglichkeit zu bewerten. Und er war sehr angetan: „Diese Kleinbusse bieten die Möglichkeit, die Anbindung innerhalb eines Stadtteils völlig neu zu organisieren“, sagt Nagel. Denn eine eng getaktete Verbindung zur nächstgelegenen Straßenbahn- oder Buslinie ermögliche es, dass mehr Fahrgäste den öffentlichen Nahverkehr nutzen können, ohne dass alle Busse quer durch einen Stadtteil fahren müssten. Außerdem seien diese Fahrzeuge mit sechs bis acht Sitzplätzen nochmals deutlich kleiner als herkömmliche Achtsitzer mit Fahrer und seien auch für kleinste Straßen und Gassen geeignet, wo kein normaler Bus eingesetzt werden könne. Ein weiterer Vorteil der vollautomatisierten Fahrzeuge ist laut Nagel die Tatsache, dass sie ohne Fahrer unterwegs sind. „Einerseits sind Busfahrer ein permanenter Engpass im Ballungsraum und andererseits machen sie fast die Hälfte der Kosten eines Busangebotes aus.“

Ein Begleiter war dabei

Am Flughafen wurden die selbstfahrenden Busse in unterschiedlichen Verkehrssituationen erprobt. Sie verkehrten auf einer rund 1,5 Kilometer langen Strecke zwischen dem Tor 75 (Terminal 1) und dem Tor 1 (Terminal 2). Unterwegs gibt es Haltepunkte am Tor 3 und am Gebäude 162. Dort fuhren die Fahrzeuge im Fraport-Bereich zwischen allen Autos, Flugzeugschleppern, Rettungsdiensten und Fracht- und Gepäcktransportern. Alleine am Tor 3 fahren täglich rund 2600 Fahrzeuge, davon die Hälfte Lastwagen, ein und aus und kreuzten die Strecke der autonomen Busse. Diese wurden in einem sehr belebten Straßenbereich mit Fußgängerüberwegen und mehreren Haltestellen erfolgreich und ohne Unfälle eingesetzt. Es war aber stets ein Begleiter im Bus, der im Notfall hätte eingreifen können.

(red)

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