Freibäder

Um acht Uhr ist Schluss mit dem Badespaß

Von Judith Dietermann
Ava (11, links) und Katinka (11) haben tagsüber viel Spaß im Eschersheimer Freibad. Berufstätige hingegen träumen davon, sich auch am Abend noch in die kühlen Fluten stürzen zu können.
Holger Menzel (Holger Menzel)/FNP

Versprochen, ganz so heiß wie gestern wird es in den kommenden Tagen nicht mehr. Aber selbst bei Temperaturen über 30 Grad bis in die Abendstunden, lässt es sich am besten im Wasser aushalten. Doch wer nach der Arbeit noch schnell in Frankfurt ins Freibad möchte, der muss sich beeilen. Denn trotz der hohen Temperaturen müssen sechs der sieben Frankfurt Freibäder bereits um acht Uhr schließen, die Kassen schon eine Stunde früher.

„Wir sind an unseren Kapazitätsgrenzen angelangt und können nicht mehr leisten. Das tolle Wetter ist für unsere Mitarbeiter eine enorme Hitzebelastung“, erklärt Frank Müller, Geschäftsführer der Bäderbetriebe Frankfurt (BBF). Viel bemerkenswerter findet er es da, dass trotz des großen Ansturms auf die Bäder in Nieder-Eschbach, Eschersheim, Rödelheim, Hausen, Höchst, Bergen-Enkheim und Sachsenhausen alle Tag für Tag zumindest bis 20 Uhr geöffnet haben. Mit einer Ausnahme: Im Eschersheimer Freibad kann sogar bis 21 Uhr gebadet werden. Die Kassen schließen eine Stunde vorher. „Dort ist es personell möglich, im Brentanobad oder auch im Stadionbad eben nicht. Dort haben die Mitarbeiter schon jetzt viele Überstunden“, so Müller.

Kein Personal

Erst im Herbst vergangenen Jahres wurden bei den Bäderbetrieben 50 neue Mitarbeiter für Kassen und Wasserüberwachung eingestellt, das reicht jedoch gerade so um alle Bäder zu den regulären Zeiten öffnen zu können. „Es gibt einfach kein verfügbares Personal mehr. Der Markt ist, gerade jetzt im Sommer, leer gefegt. Ich bekomme, auch wenn ich wollte, keine zusätzlichen Leute“, beschreibt Frank Müller sein Dilemma.

Wie lange die Öffnungszeiten im Freibad Eschersheim erweitert werden, das konnte der Bäder-Chef nicht sagen. Nur so viel: So lange die Hitzewelle Frankfurt treu bleibt und die Besucher das Angebot annehmen, kann man dort auch nach 20 Uhr baden. Dass das diesen Sommer vielleicht auch noch in einem der anderen sechs Bädern möglich ist – diese Hoffnung zerschlägt Frank Müller schnell wieder.

Mitarbeiter an der Grenze

„Das Silobad in Höchst und das Riedbad in Bergen-Enkheim müssen pünktlich um 20 Uhr geschlossen werden, weil sie dann den Vereinen zur Verfügung stehen“, erklärt er und betont noch einmal: „Im Stadion- und im Brentanobad sind meine Mitarbeiter an ihren Grenzen angekommen.“ Auch für die Fans der Freibäder in Hausen und Nieder-Eschbach hat er keine guten Nachrichten: Die Besucherzahlen hätten gezeigt, dass sich längere Öffnungszeiten dort nicht lohnen würden.

Über Änderungen ihrer Öffnungszeiten informieren die Bäderbetriebe aktuell auf ihrer Facebook-Seite, Informationen gibt es zudem unter der Telefonnummer (069) 27 10 89 10 10.

Judith Dietermann