07.11.2017 03:30 | Daniel Gräber

Stadt findet keine Baufirmen: Umbau der Wasserspielplätze verzögert sich weiter

Frankfurter Süden Gleich drei Wasserspielplätze sollen im Frankfurter Süden bis zur kommenden Saison saniert und umgebaut werden. Doch das städtische Grünflächenamt hat große Probleme, Bauunternehmen zu finden. Es drohen daher höhere Kosten – und ein Sommer ohne kühlendes Nass.

Die Abbrucharbeiten auf dem Wasserspielplatz Tannenwald laufen bereits, doch für den Neubau der Anlage sucht die Stadt noch nach interessierten Unternehmen. Auf die erste Ausschreibung hin hat sich kein einziges gemeldet.
Die Abbrucharbeiten auf dem Wasserspielplatz Tannenwald laufen bereits, doch für den Neubau der Anlage sucht die Stadt noch nach interessierten Unternehmen. Auf die erste Ausschreibung hin hat sich kein einziges gemeldet. Bild: Leonhard Hamerski

Das beliebte Kinderplantschbecken am Goetheturm wird abgerissen und durch einen Matschspielbereich ersetzt. Diesen Plan stellten zwei Mitarbeiterinnen des städtischen Grünflächenamtes in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) vor und machten deutlich, dass daran kein Weg vorbei führe. Strengere Hygienevorschriften und eine veraltete Wasseraufbereitungstechnik würden die Stadt zum Handeln zwingen, erklärte Teamleiterin Inga Kramer. „Wir müssen eine Wasserqualität wie im Freibad garantieren, das ist nur durch extrem hohen Chemikalieneinsatz möglich und der Personalaufwand ist sehr hoch“, sagte sie.

Vollendete Tatsachen

Statt am Goetheturm in eine neue Wasseraufbereitunganlage zu investieren, will das Grünflächenamt dort jedoch eine mit Frischwasser betriebene Matschfläche schaffen. Mädchen und Jungen sollen das Wasser stauen und umleiten, aber eben nicht mehr darin plantschen können.

Protest gegen den Abriss des Beckens kam vom Kinderbeauftragen aus Oberrad und von den Sozialdemokraten. Ortsbeirat Jan Binger (SPD) kritisierte, dass das Gremium vor vollendete Tatsachen gestellt werde und nicht über alternative Planungsvorschläge abstimmen könne. Seine Fraktion lehnte deshalb die Matschlandschaft ab, mehrheitlich nickte der Ortsbeirat die Pläne des Grünflächenamts allerdings ab.

Ehrgeiziger Zeitplan

Der Zeitplan ist ehrgeizig. Die Ausschreibung der Bauleistungen soll so reibungslos vonstatten gehen, dass im April mit den Arbeiten begonnen werden kann. Doch ein Blick auf zwei andere derzeit laufende Projekte zeigt, dass dies schwierig werden könnte. Sowohl beim Wasserspielplatz Tannenwald als auch bei dem unweit vom Goetheturm gelegenen Wasserspielplatz im Scheerwald hat das Grünflächenamt große Probleme. Beide sollen bis zum kommenden Sommer umgebaut und generalsaniert werden. Doch der Zeitplan wackelt. Und deutlich teurer wird es wohl auch.

Der Stadt macht der allgemeine Bauboom zu schaffen. Auf ihre öffentlichen Ausschreibungen melden sich kaum Baufirmen, die die Leistungen übernehmen wollen. Und wenn, dann verlangen sie deutlich mehr Geld, als die Planer ursprünglich veranschlagt haben.

Für die Erneuerung des Wasserspielplatzes im Scheerwald hat die Stadt bereits 2016 nach einem Bauunternehmen gesucht. Nur zwei Bieter haben sich gemeldet. Der billigere von beiden lag 55 Prozent über der veranschlagten Bausumme. Daraufhin versuchte es die Stadt nocheinmal und schrieb die Arbeiten erneut aus. Mit ernüchterndem Ergebnis: Diesmal wurde nur ein einziges Angebot abgeben – und das lag noch mal deutlich über dem Ergebnis der ersten Ausschreibung. „Wir haben den Magistrat nun gebeten, die Kostensteigerung abzusegnen“, sagte Rüdiger Cibis vom Grünflächenamt. Rund 750 000 Euro statt der geplanten 530 000 Euro würden die Arbeiten dann kosten. Ob alles bis zum Sommer fertig wird, ist ungewiss.

Noch unsicherer ist die Lage beim Wasserspielplatz Tannenwald. Er liegt an der Grenze zu Neu-Isenburg, weshalb sich die Nachbargemeinde an den Umbaukosten beteiligt. Doch auf diese Ausschreibung hat sich keine einzige Firma gemeldet. Nun versuchen es Cibis und seine Mitarbeiter auf einem anderen Weg: Statt alle Umbauarbeiten an einen Auftragnehmer zu vergeben, schreiben sie einzelne Leistungen getrennt aus. „Wir hoffen, dass sich so leichter Firmen finden. Dann müssen sie nicht mehr selbst nach Subunternehmern suchen.“

Kommentare



zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Ein neues Posting hinzufügen


Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.
Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername: *
gewünschtes Passwort: *
Wiederholung Passwort: *
E-Mail: *
Kundennummer falls vorhanden:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage: Wie viele Tage hat der Januar?: 

Weitere Artikel aus Frankfurt

Notunterkunft für Obdachlose in Frankfurt am Main.
Frankfurt
|
Ohne Anspruch auf Unterbringung

Anzahl obdachloser Osteuropäer in Frankfurt steigt

Weitere Artikel aus Frankfurt

Das Museum für Moderne Kunst.
Frankfurt/Main
|
Museum für Moderne Kunst

Lateinamerikanische und europäische Kunst im MMK

Die "Frankfurter Küche"im Museum für angewandte Kunst.
Frankfurt/Main
|
Museum für Angewandte Kunst

Museum zeigt restaurierte „Frankfurter Küche”

Ein defektes Teil soll verantwortlich sein für das Brummen des „Spargels“ (Fernmeldeturms). Die vom Lärm betroffene Bürgerin Doris Soric, Techniker Dominik Oeltzer und Ortsvorsteher Kaufmann (von links) beraten an einem Modell des Turms, was gegen das Geräusch unternommen werden kann.
Bockenheim
|
Schallpegelmessung

Warum der Ginnheimer Spargel brummt

Rubrikenübersicht