20.04.2017 03:30 | Joy Gantevoort

Speedmarathon: Zu viele Radler-Rowdys fahren auf dem Bürgersteig

Frankfurt Nicht nur Autofahrer halten sich gerne mal nicht an die Verkehrsregeln. Auch Radfahrer begehen häufiger Vergehen, wie zum Beispiel das Fahren auf Fußgängerwegen.

Viele Radfahrer nutzen den Bürgersteig. Bilder >
Viele Radfahrer nutzen den Bürgersteig. Bild: Rainer Rüffer

Auf der Mainzer Landstraße rollt immer viel Verkehr - Autos, Radfahrer und Straßenbahnen sind unterwegs. Anlässlich der Verkehrssicherheitswochen hat die Stadtpolizei Frankfurt gestern an der Ecke zur Düsseldorfer Straße Fahrradfahrer kontrolliert. Einige sind einsichtig, andere erbost.

„Das häufigste Vergehen hier auf dem Fußgängerweg unter den Arkaden ist, dass die Radfahrer nicht absteigen“, sagt Stadtpolizistin Stephanie Ihlau (32). Sie und ihre Kollegen halten in der Stunde etwa zehn Radfahrer an. „Das liegt am schlechten Wetter, sonst wären es wohl mehr. Zum Feierabend kommen noch einige“, vermutet sie.

Einer von ihnen ist ein junger Mann, Mitte zwanzig, in Hemd und Anzugsschuhen. Er fährt auf der falschen Straßenseite und mit Kopfhörern in beiden Ohren. „Ein Kopfhörer im Ohr ist erlaubt, aber mit zweien wird es gefährlich“, sagt Ihlau. Hierfür kassiert sie zehn Euro Bußgeld.

Auch für das Fahren auf dem Bürgersteig wird dieser Betrag fällig. Eine etwa sechzigjährige Dame reagiert erbost auf die Kontrolle: „Haben Sie Spaß daran, den Leuten für zehn Meter fahren auf dem Fußweg Geld abzuknöpfen?“ Sie sei wegen der Enge auf der Düsseldorfer Straße „nur kurz“ auf den Bürgersteig ausgewichen. „Doch auch das ist ein Vergehen“, stellt Polizeidirektor Tim Heinen klar. „Bei solchen Kontrollen hören wir regelmäßig die Ausrede, dass es das erste Mal gewesen sei und dass die Radfahrer sonst regelkonform fahren würden.“ Doch die Polizisten könnten darauf keine Rücksicht nehmen: „Schließlich sollen solche Aktionen ja auch einen verkehrserzieherischen Effekt haben.“

Wie wichtig es ist, sich an Verkehrsregeln zu halten, würden die Leute meist erst bei einem Unfall erkennen. Auch würden „viele Unfälle glimpflicher ausgehen, wenn die Leute Helme tragen würden“, so Heine.

Kommentare

  • Genau: Das Überqueren einer roten Ampel
    geschrieben von Kay (199 Beiträge) am 21.04.2017 11:54

    Dieses Verbot hat nämlich weder für Fußgänger noch für Radfahrer eine Berechtigung, sondern ist schlicht unnötig.

    Frankfurt hat viel für Radfahrer getan? Dass ich nicht lache. Das Fahren entgegen der Einbahnstraße war schon immer geduldet. Dass ein paar Schilder aufgestellt wurden, hat nichts an der schon seit Jahrzehnten gleich ausgeübten Praxis geändert.
    Ansonsten wirde nichts für Radfahrer getan. Wenn dann mal Radwege installiert werden (braucht aber eh kein Mensch), ist die Führung dieser Wege oftmals fehlerhaft.

  • Verkehrsregeln 2
    geschrieben von henry_jr (39 Beiträge) am 24.04.2017 08:45

    @Kay Die Einbahnstraßenregelung gibt es erst ca. seit zwei Jahrzenten(1994). Vorher wurde es gemäß der STVO auch geahndet. Vielleicht sind Sie ja jünger als ich, aber ich habe das damals als Radfahrer noch miterlebt (und ich bin den Umweg gefahren).
    Es wird viel getan, überzeugen Sie sich selbst: http://www.radfahren-ffm.de
    Vielleicht ist das für einige Foristen hier noch nicht genug,
    aber alle Änderungen brauchen ihre Zeit. Haben Sie bitte etwas
    Geduld.
    Einen schönen Frühlingstag noch !

  • Verkehrsregeln
    geschrieben von henry_jr (39 Beiträge) am 21.04.2017 08:21

    Verkehrsregeln gelten für alle Teilnehmer und haben durchaus eine Berechtigung. Das Überqueren bei Rot zum Beispiel. Wenn hier immer
    nach Gleichberechtigung geschrieen wird, dann sollte das auch für
    die Strafen gelten. Gleiches Recht für alle und gleiche Pflichten
    für alle. Frankfurt hat in den letzten Jahren sehr viel für
    Fahrradfahrer getan (Sonderregelung für Fahrradfahrer gegen die
    Einbahnstraße zu fahren) und es sind ja auch weitere Änderungen für
    Fahrradfahrer geplant. Für Autofahrer innerhalb der Stadt gibt es
    eher nur Benschränkungen (Siehe Tempo 30). Natürlich kann man noch
    mehr machen, aber einige Beispiele haben nichts mit Frankfurt, sondern
    mit einzelnen Bewohnern zu tun (Sperrmüll, Falschparker und schimpfende
    Fußgänger auf Fahrradwegen). Die Kontrolle ist auch eine Konsequenz
    der Gleichberechtigung. Autofahrer sind solchen Kontrollen häufiger
    ausgesetzt (und auch leichter zu identifizieren).
    Einen entspannten Tag noch,
    Henry_jr

  • "Falsches" Problembewußtsein der Polizei
    geschrieben von Krumseltoert (3 Beiträge) am 21.04.2017 13:11

    Dass rote Ampeln auch für Radfahrer gelten und ffg. Bußgelder verhängt werden ist völlig in Ordnung.

    Mir kommt aber jedes Mal die Galle hoch, wenn ich lese, dass die Polizei jetzt wieder verstärkt Rotlichverstößt bei Fahrradfahrern oder die Verkehrstüchtigkeit der Fahrräder kontrolliert.

    Die Gefährdung der Fahrradfahrer geht fast ausschließlich vom fehlverhalten von Kraftfahrern aus und nicht von einem fehlenden Reflektor und meistens auch nicht von einem bei rot (aber freier Strecke) fahrenden Radfahrer.

    Würden unsere Verkehrssicherheitsbehörden dieselbe Energie darauf verwenden, die Ignoranz vieler Autofahrer zu registrieren, wäre der Sicherheit wirklich geholfen. Aber dafür müsste die Polizei selbst mal einige Wochen inkognito mit dem Fahrrad unterwegs sein, anders lässt sich das nämlich gar nicht feststellen.

  • Die einzige sinnvolle Regelung
    geschrieben von Kay (199 Beiträge) am 21.04.2017 00:14

    Fahrradfahrer sollten keinstenfalls auf dem Gehweg fahren sowie dass Fußgänger sich von Radwegen fernhalten sollten! Diese Reglungen sind sinnvoll und sollten daher auch eingehalten werden.
    Alle anderen Verkehrsregeln sind für Radfahrer und Fußgänger einfach nur überflüssig.



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