Stadtgeflüster

Karriere, Kunst & Wagner K

Von Enrico Sauda
Leben, Laufbahn, Erfolg und Misserfolg, darüber sprach Schriftstellerin Laura Karasek (rechts) unter anderem mit der Unternehmerin und Kinderbuchautorin Nadia Doukali.
Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst)/FNP

Über Karriere und das Leben sprach Autorin, Rechtsanwältin und Stern-Online-Kolumnistin Laura Karasek mit drei erfolgreichen Frankfurter Frauen: der Unternehmerin und Kinderbuchautorin Nadia Doukali , Angela Thomas , Gründerin von BloggerBoxx, sowie Iris Liliana Bleck von der Silicon Valley Bank Deutschland.

Themen waren Vor- und Nachteile für Frauen im Berufsleben, aber auch Erfolge und Misserfolge. „Die, finde ich, formen einen Menschen mehr“, ist Laura Karasek, Tochter des Literaturkritikers Hellmuth Karasek überzeugt – sie arbeitet gerade an ihrem zweiten Roman. „Es geht darum, herauszufinden, mit was der berufliche Aufstieg dieser Frauen verbunden ist“, so Karasek über die Absicht ihrer Talkrunde. Spiele es überhaupt noch eine Rolle, „dass man eine Frau ist“? Zusammengefunden hatten sich die Frauen, weil sie gemeinsam im Wework tätig sind. Dabei handelt es sich um ein Unternehmen, das Büroflächen anmietet, daraus einen modernen Coworking-Bereich baut und die Plätze darin vermietet.

Während die vier in der Gesprächsrunde nun über ihre Arbeit in einer ziemlich neuen Umgebung redeten, feierte nur wenige Meter weiter ein alteingesessenes Frankfurter Familienunternehmen seinen 140. Geburtstag. Das Modefachgeschäft für Damen und Kinder Pfüller. Etliche hundert Gäste, Kunden, Freunde, Wegbegleiter und Partner schauten in den Geschäftsräumen an der Goethestraße vorbei.

Die hatten sich in ein wahres Schlaraffenland verwandelt. Zwischen den feinen Anziehsachen boten verschiedene Restaurants ihre Köstlichkeiten an. Unter ihnen das Margarete, Chez Ima oder – ebenfalls ein alteingesessenes Frankfurter Familienunternehmen, das im kommenden Jahr sein 125-jähriges Bestehen feiert – Gref-Völsing.

„Wir wollten lokal angesehene Lokale bei unserer Veranstaltung haben“, sagte Benjamin Pfüller . Das ist ihnen gelungen. Sechs Monate dauerten die Vorbereitungen für das rauschende Fest. „140 Jahre in Familienbesitz, das ist eine Seltenheit, das wollten wir feiern“, sagt Pfüller. „Und wir haben auch den ganzen September über verschiedene Aktionen“, so Pfüller weiter. Noch bis Mitte Oktober läuft in der Galerie Perpetuel an der Oppenheimer Straße (Sachsenhausen) die Ausstellung von Städelschüler Thaddäus Hüppi . Er stellt dort unter dem Titel „Hi Guru geh“ 18 seiner Arbeiten aus, die in den Jahren 1989 bis heute entstanden sind. Dass Hüppi, der fünf Jahre in der Mainmetropole lebte und dessen zweite Tochter hier geboren wurde, nun nach vielen Jahren wieder hier ausstellt, ist einem Zufall zu verdanken.

Bei den Feiern zum 200-jährigen Bestehen des Städels liefen sich Galerie-Chef Milorad Prentovic und Hüppi über den Weg, waren sich auf Anhieb sympathisch und vereinbarten eine Zusammenarbeit. „Ich komme leider nicht mehr oft hierher, aber für mich ist Frankfurt eine Traumstadt“, so Hüppi.

Zum ersten Mal überhaupt war der koreanische Künstler Seungmo Park in der Mainmetropole. In der Galerie Saasfee stellte er unter dem Titel „Insight into the True Nature of Reality“ seine vom Zen-Buddhismus beeinflussten Arbeiten aus. Und weckte damit das Interesse von Matthias Wagner K , dem Chef des Museums Angewandte Kunst. Besonders angetan war Wagner K von einem Werk aus Edelstahlgeflecht, das einen Wald zeigt.

Hundert ukrainische Bücher übergab das Generalkonsulat der Ukraine der Zentralbibliothek. Dazu waren die Generalkonsulin der Ukraine, Alla Polyova , sowie der Schriftsteller Serhij Zhadan vorbeigekommen. Dessen Roman „Internat“ hat übrigens jüngst bei der Leipziger Buchmesse den ersten Preis in der Kategorie Übersetzung erhalten.

„Ich freue mich natürlich über den Preis und bin glücklich, dass Sabine Stöhr und Juri Durkot ihn erhalten haben.“ Ob die Auszeichnung eine Auswirkung auf Verkaufszahlen habe, könne er aber beim besten Willen nicht sagen. Vor seiner Lesung aus dem Buch, die sich der Übergabe anschloss, war Zhadan auf dem Wochenmarkt und in der neuen Altstadt unterwegs. „Ich mag die Stadt einfach und freue mich jedes Mal, wenn ich herkomme.“

Er bedauert allerdings, dass er in diesem Jahr nicht zur Buchmesse nach Frankfurt kommen kann – in den vergangen drei Jahren ließ er sich das Ereignis nicht entgehen. „Ich möchte die Initiative des ukrainischen Konsulats unterstützen“, erklärt er, warum er jetzt mit von der Partie war. „Hier in Frankfurt leben viele Ukrainer, sie mögen die Bibliothek und so können sie herkommen und Bücher aus der Heimat lesen.“

(es)

Enrico Sauda