Stadtgeflüster

Liz Baffoe auf den Leib geschneidert

Von Enrico Sauda
Schauspielerin Liz Baffoe beim Besuch im Atelier von Maßschneider Stephan Görner.
BERNDKAMMERER@GMX.NET (Presse- und Wirtschaftsdienst)/FNP

Am liebsten trägt sie Jeans und Turnschuhe. Aber natürlich mag sie auch ganz feinen Zwirn. Deshalb freut sich die Schauspielerin Liz Baffoe sehr darüber, im Atelier von Maßschneider Stephan Görner zu stehen. Und das nicht ohne Grund. Denn die 49-Jährige, die aus Serien wie „Lindenstraße“ und „In aller Freundschaft“ bekannt ist, erhält vom Frankfurter Herrenausstatter drei Anzüge.

Schließlich ist sie eine von fünf Prominenten, die am zweiten Novemberwochenende in der Nobelherberge Kempinski in Gravenbruch für die Kampagne „Kleider machen Leute“ auf dem Catwalk laufen werden. „Ich wollte immer schon einen Smoking haben“, sagt Liz Baffoe, die die Farben rot, schwarz, grau und blau mag und so auch nach passenden Stoffen bei Stephan Görner sucht. „Wer die anderen Promis sein werden, das wird noch nicht verraten“, sagt Stephan Görner, der aber noch durchblicken lässt, dass er auf dem Sprung nach Hamburg sei, um dort die Maße der anderen vier zu nehmen.

Bei der Aktion „Kleider machen Leute“ der beiden Initiatoren Stephan Görner und PR-Fachmann Sven Müller , geht es darum, dass Frankfurt zwar wie keine zweite Stadt in Deutschland von „Nadelstreifen und Krawatten“ geprägt sei, es dort aber eben nicht nur die Geschäftswelt gebe, sondern auch viele Frauen und Männer, die im „Maschinenraum der City“ arbeiteten. Und die – ob im Blaumann oder in der Uniform – Tag für Tag dafür Sorge trügen, dass Frankfurt sicher und sauber bleibe.

Sie arbeiteten dafür, dass die Stadt funktioniert. Leider sei die öffentliche Anerkennung dafür oft zu gering.

Stephan Görner, Sven Müller sowie die Fotografin Angela Kropp und der Fotograf Daniel Baldus , beide sind neu im Team, setzen mit der Fotoserie „Kleider machen Leute“ in diesem Jahr wieder ein Dutzend Menschen in Szene, die Berufe ausüben, bei denen an ihrem Arbeitsplatz typischer Weise kein schicker Anzug nötig ist.

Dieses Dutzend wird an seinem jeweiligen Arbeitsplatz in einem Maßanzug in Szene gesetzt. Sie sind dann alle auch bei der Benefizgala, die im Kempinski steigt, dabei und werden von den prominenten Läufern unterstützt. Das Ganze kommt einem guten Zweck zugute: der Leberechtstiftung unserer Zeitung. Seit sechs Jahrzehnten hilft sie benachteiligten Kindern und Jugendlichen sowie deren Eltern.

Als also vor einiger Zeit auf Liz Baffoes Schreibtisch die Anfrage aus der Mainmetropole landete, ob sie mitmachen wolle, war sie sofort Feuer und Flamme. „Zum einem mache ich eine Kinderserie, ,Schloss Einstein‘, und zum anderen unterstütze ich bereits seit Jahren eine Kinderstiftung in Ghana“, erzählt die Schauspielerin, die Schirmherrin von „Gye Nyame Kids“ ist. Der Verein setzt sich vor allem für Waisen- und Halbwaisenkinder sowie für alleinstehende Mütter in Ghana ein.

„Wenn es um Kinder geht, sage ich fast immer zu“, sagt Baffoe, die selbst keine Kinder hat. Die Gala schaffe eine für alle Beteiligten vorteilhafte Lage. Sie könne mitlaufen und mache auch auf die Stiftung aufmerksam, für Leberecht kämen einige Tausend Euro zusammen (vergangenes Jahr waren es 31 000 Euro) und Liz Baffoe erhält drei neue Anzüge.

„Sie bekommt drei Outfits – einen Smoking und zwei Kostüme“, erklärt Stephan Görner. Liz Baffoe tritt damit in die „Fußstapfen“ von Kim Hnizdo , Gewinnerin der Model-Casting-Show „Germany’s Next Top-Model“, und Moderatorin Rabea Schif .

„Wir suchen für den Vip-Teil unserer Modenschau an dem Gala-Abend immer interessante Promis“, sagt Görner und erinnert ans vergangene Jahr als neben Hnizdo noch die Politker Wolfgang Bosbach und Wolfgang Kubicki mitliefen. „Liz Baffoe, die zu den bekanntesten deutschen Schauspielerinnen, passt gut in diese Reihe“, findet Görner. Übrigens war Kubicki so angetan von der ganzen Aktion, dass er gleich die Schirmherrschaft übernahm. Stargast der Benefiz-Gala ist übrigens die Frankfurt Kultgruppe „Snap“ mit ihrer Sängerin Penny Ford . „Snap“ zählten in den 90er Jahren zu den ganz Großen der Musikszene und hatten Hits wie „The Power“ oder „Rhythm is a Dancer“.

(es)

Enrico Sauda