Nachholbedarf bei Wegen und Abstellmöglichkeiten

Politik will Radeln in Usingen attraktiver machen

Von Tatjana Seibt
Ellen Enslin (Grüne) fordert bessere Bedingungen für Radler. Auf dem Weg zwischen Neuem und Altem Marktplatz heißt es schleppen – wenn der Aufzug defekt ist.
Tatjana Seibt/FNP

Die Grünen setzen aufs Fahrrad. Nicht erst seit gestern. In der ersten Stadtverordnetenversammlung nach der Sommerpause war es für die Opposition an der Zeit, die gemachten Erfahrungen aus der Sommertour in einen Antrag zu packen.

Usingen soll für Radler attraktiver und sicherer werden. Deshalb soll der Magistrat ein Radwege-Konzept vorlegen, das aufzeigt, welche Radwege bereits in der Usinger Innenstadt vorhanden sind und welche von den einzelnen Gebieten der Kernstadt zu den zentralen Punkten wie Fachmärkten, Bahnhof und Schulen führen.

Beschilderung verbessern

Innerhalb der Kernstadt soll außerdem der R 6, ein ausgewiesener Fernwanderradweg innerhalb Usingens, verbessert werden. Sowohl die Grünen als auch die SPD hatten sich den Radweg angesehen und erhebliches Verbesserungspotenzial ausgemacht was Wegeführung und Beschilderung betrifft. Bei ihrem Antrag haben die Grünen auch die Radwegeverbindung von der Kernstadt zu den Stadtteilen im Blick. Diese sollen in dem Konzept ebenfalls aufgeführt und bei der weiteren Entscheidung berücksichtigt werden. Dabei geht es den Grünen allerdings nicht nur darum, eine Bestandsaufnahme zu bekommen, sondern auch um Verbesserungsvorschläge, die kurz- und mittelfristig umgesetzt werden können.

Mehr Fahrradständer

Die SPD wiederum wartete in der Stadtverordnetenversammlung am Dienstagabend mit einem Ergänzungsantrag auf. So sollen in dem Konzept nicht nur die Wege, sondern auch die Stellplätze berücksichtigt werden. Gerade an öffentlichen Gebäuden sollen Fahrradständer „in geeigneter Form und Anzahl“ eingerichtet werden.

Auf Nachfrage dieser Zeitung erläuterte SPD-Fraktionschef Bernhard Müller, der den Antrag im Parlament vorgestellt hatte, „dass es eben nicht mehr ausreicht, lediglich darauf hinzuweisen, dass Stellplätze geschaffen werden müssen, sondern es müssen eine höhere Zahl und vor allem auch Ständer für E-Bikes und Pedelecs dabei berücksichtigt werden.“ Auch bei den Einkaufsmärkten soll die Stadt Einfluss nehmen, dass mehr Fahrradständer aufgestellt werden.

Das Problem, das SPD und Grüne gleichermaßen ausgemacht haben, ist die Art des Fahrradständers. „Wer sich ein Fahrrad für 1500 Euro kauft, der möchte das auch entsprechend sichern können“, sagte Müller dieser Zeitung. Doch dafür gebe es zu wenig Abstellmöglichkeiten, die auch für E-Bikes geeignet seien. Und weil die SPD nicht nur auf guten Willen und einen Antrag für die lange Bank setzt, soll auch die Stellplatzsatzung der Stadt entsprechend angepasst werden.

Darüber hinaus sei der SPD eine zeitliche und finanzielle Komponente wichtig. Fördermöglichkeiten von Bund und Land seien zu prüfen und alles von der Verwaltung bis zur Sommerpause 2019 vorzulegen. Einstimmig erging der Beschluss, die beiden Anträge in die Fachausschüsse zu verweisen, wo sie erneut beraten werden. Auch die Kooperationsvereinbarung zur Energieberatung Usinger Land ging einmütig über die Bühne.

Die neue Aktion der Stadt, Wohnungen anzumieten und diese an Flüchtlinge weiter zu vermieten, ist ein Erfolg, wie Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) berichtete. 30 anerkannte Flüchtlinge erhielten auf diese Weise eine neuen Bleibe. Positiv sahen die Vermieter den Umstand, dass sie ihr Geld regelmäßig und direkt bekommen, da sie keine Wartezeiten hätten wie es bislang der Fall war, wenn die Vermietungen direkt über den Hochtaunuskreis gelaufen seien. Bis zum Ende des Jahres hofft die Stadt, die Zahl der Vermietungen noch steigern zu können.

Tatjana Seibt