10.11.2017 03:00 | Evelyn Kreutz

Interaktive Lesung: Grusel, Spannung und Magie: „Die Welt der 1000 Abenteuer“

Bad Homburg Von wegen Lesen ist langweilig. Interaktiv wie manche seiner Bücher war die Lesung von Jugendbuchautor Jens Schumacher in der Maria-Ward-Schule.

Die Schüler der Maria-Ward-Schule in Bad Homburg hatten viele Fragen an den Buchautor Jens Schumacher.
Die Schüler der Maria-Ward-Schule in Bad Homburg hatten viele Fragen an den Buchautor Jens Schumacher. Bild: Jochen Reichwein

Lässig kommt Jugendbuchautor Jens Schumacher daher, stellt erst mal sich und dann seine Bücher vor, ohne sich hinter den Stapeln zu verstecken. Denn bei inzwischen rund 80 Büchern und Spielen für jugendliche und erwachsene Leser stellt er sich lieber vor den Tisch mit seinen Werken. Das hat einen weiteren Vorteil, er kommt leichter mit den jungen Zuhörerinnen ins Gespräch.

Möglichst jährlich versucht Deutschlehrerin Christine Präckel einen Autor an die Maria-Ward-Schule zu holen. In diesem Jahr ist es einer der renommiertesten Schreiber von Jugendbüchern, der Geschichten erfindet, seit er einen Stift halten kann. Wer sonst weiß besser, was Kinder und Jugendliche mögen und wie sie ticken? Grusel, Spannung, fremde Welten und andere Zeiten, magische Figuren, damit bringt er die Generation, die mit dem Computer aufwächst, zum Lesen. „Mehr Mädchen als Jungen und eher die Jüngeren bis zur 7. oder 8. Klasse,“ wie Präckel feststellt. Susanne Kloppstock, die Leiterin der Schulbücherei, bestätigt das. Auch dass Fantasy-Bücher seit Jahren das größte Interesse wecken.

Reale Dinge

„Ich denke mir nicht nur Geschichten aus, sondern schreibe auch über reale Dinge, aus denen wir etwas lernen können“, verrät Schumacher. Sein „Wir“ schafft Vertrauen. Und wie er seine Sachthemen verpackt, das macht neugierig. Mit der Arbeit von Detektiven hat er sich befasst, mit unerforschten Tieren, aber auch mit so scheinbar abwegigen Dingen wie einer Unterwasserkreuzfahrt und der Zucht eckiger Tomaten.

Kaum eine kennt jedoch Schumachers Spielbücher, in denen er auf Interaktion setzt. Den dritten Band aus „Die Welt der 1000 Abenteuer“ stellt er den sechsten Klassen vor und lädt zum Mitmachen ein. Schnell lernen die Schülerinnen, wie sie die Handlung mitbestimmen können. Das ganze Buch besteht aus vielen kleinen Abschnitten. An deren Ende müssen sie eine Entscheidung treffen. Je nachdem, wie diese ausfällt, geht es an einer anderen Stelle weiter.

Mitmachen ist angesagt

„Da kommt der schreckliche dreiköpfige Drache, was tust du?“ Wer wegrennt, liest weiter auf Seite X, wer kämpft, blättert auf Seite Y. Wer dann Pech hat, der fällt in die Vulkanspalte oder ihm wird der Kopf abgebissen – das Spiel ist aus. So funktioniert das Spielbuch. Stirbt der Held, also der Leser, während des Abenteuers, kann er wieder von vorne lesen. So erlebt er das Abenteuer jedes Mal anders, trifft seltsame Wesen und versucht immer wieder mit Mut, Grips und einer Portion Glück, das Abenteuer erfolgreich zu beenden

Es braucht nur knapp sechs Wochen, um ein solches Buch zu schreiben, erzählt Schumacher. Er schreibt am PC, hat aber überall Notizbücher für seine Ideen. Johanna, die sich nach der Lesung gegenüber dieser Zeitung als typische Leseratte zu erkennen gab, gab zu, dass sie bisher noch kein Buch von Schumacher gelesen hat, aber sich jetzt damit beschäftigen will.

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