Sportpark

Auf der Rollschuhbahn geht es wieder rund

Von Leo Postl
Mit großer Freude nahmen die Rollsportler des RSV Neu-Isenburg die sanierte Bahn in Besitz. Links RSV-Vorsitzender Bernard Wittig mit Lina, rechts Trainer Uwe Neumann mit Andrea. Foto: Leo Postl
Leo F. Postl/FNP

Auf der für ein paar Monate so stillen Bahn des Rollsportvereins (RSV) Solidarität Neu-Isenburg herrschte am Sonntag überaus reges Treiben. Viel Rollschuhläufer, ob in schönen Kür-Kleidchen oder einfach nur im Trainingsanzug, zeigten ihre Künste. Da rollten „Flieger“ über die Bahn, „Engel“ schwebten an der Bande entlang und in der Mitte wurden Pirouetten gedreht. Es war ein Schaulaufen für einen freudigen Anlass. Nach einer längeren Sanierungsphase wurde nun die mit einem neuen Oberflächenbelag versehene Rollschuhbahn wieder für den Trainings- und Wettkampfbetrieb freigegeben.

„Es hat zwar länger gedauert als geplant, aber dafür freuen wir jetzt umso mehr, dass unsere Läufer jetzt eine so tolle Rollschuhbahn haben“, beschrieb RSV-Vorsitzender Bernard Wittig die Freude innerhalb des Vereins. Der alte Belag hatte verschiedene Verschleißerscheinungen über die vielen Jahre der Nutzung aufgewiesen, ein „Flicken“ war nicht mehr möglich. „Das Problem waren die Risse und Unebenheiten, was ja auch eine Verletzungsgefahr für die Läufer bedeutet hat“, erklärte Trainer Uwe Neumann.

Kein Flickwerk

Nach einer ersten Kostenschätzung, die sich auf mehr als 50 000 Euro belief, saß der Schock erst einmal tief. Aber da wusste man noch nicht, dass bei genauerer Analyse der Schäden mit einem noch höheren Betrag zu rechnen war. „Ein Flickwerk zu machen, wäre ja auch keine Lösung gewesen,“, so Bernard Wittig. Also waren 60 000 Euro im „Spiel“ – für einen Verein mit rund 250 Mitgliedern kaum zu stemmen. Auf der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten kam Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) zu Hilfe, ihm gelang es, die Sanierung der Rollschuhbahn im Programm „Soziale Stadt“ unterzubringen – mit der Aussicht auf eine Förderung. „Das war schon mal eine sehr große Hilfe, aber wir mussten selbst einen Eigenanteil von 15 000 Euro aufbringen“, schilderte der RSV-Vorsitzende die weitere Bedingung.

Hier erinnerte man sich an die Crowdfunding-Aktion der Volksbank Dreieich. Die Spielregeln: Zu jeder Spende ab fünf Euro gibt die Volksbank selbst denselben Betrag als Spende dazu. Also wurde das Crowdfunding-Projekt mit dem Ziel von einem Betrag in Höhe von 15 000 Euro ins Leben gerufen. Wenn die Summe nicht zustande gekommen wäre, hätte die Volksbank alle Gelder zurückgezahlt – und die eigenen Spenden einbehalten. „Wir haben natürlich alle Mitglieder und Freunde mobilisiert, um zumindest fünf oder zehn Euro zu spenden, damit wir unser Ziel erreichen würden“, schilderte RSV-Pressewartin Katharina Erb. Und es hat funktioniert. Als die Finanzierung gesichert war, konnte die Sanierung der Rollschuhbahn in Auftrag gegeben werden.

Einsatz belohnt

Dann kam aber der Hitze-Sommer. „Trockenes Wetter ist gut, ja sogar Voraussetzung für das Aufbringen des speziellen Belages – aber es darf nicht zu heiß sein“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende Reiner Westerwald, der selbst Architekt ist. Und es war über lange Zeit einfach zu heiß, so verzögerte sich die finale Beschichtung der Laufbahnfläche. Doch dann waren die Bedingungen perfekt, der Spezialbelag wurde aufgetragen, dazu noch die für einen Laien recht verwirrenden roten Markierungen aus Kreisen und Schleifen. „Die sind für die wichtige Pflicht bei entsprechenden Wettbewerben unabdingbar“, erklärte Trainer Uwe Neumann.

Am Sonntagmorgen konnte nun groß und feierlich die Einweihung der Rollschuhbahn im Neu-Isenburger Sportpark gefeiert werden. Und wie sich die Läufer freuten, dass zeigten sie denn auch. Bürgermeister Herbert Hunkel lobte das Engagement des Rollsportvereins Neu-Isenburg, der sowohl durch seine sportlichen Erfolge als auch insbesondere durch seine Schaulauf-Aktionen „Musical auf Rollen“ immer wieder auf sich aufmerksam mache „Wenn man das hier sieht, mit welcher Begeisterung und Freude die jungen Läuferinnen und Läufer über die Bahn schweben, dann hat sich aller Einsatz gelohnt“, betonte das Neu-Isenburger Stadtoberhaupt. Für alle, die sich besonders eingebracht hatten, gab es noch eine große Goldmedaille.

Leo Postl