09.11.2017 03:30 | Leo Postl

Kunst statt Schmierereien: Kai Lippok macht Wände zum Blickfang

Neu-Isenburg Es gibt in der Hugenottenstadt einige Wände und Mauern im öffentlichen Raum, die nicht gerade ein Hingucker sind. Ein Beispiel ist eine Wand in der Hermesstraße nahe des Isenburg-Zentrums. Diese soll nun von Kai Lippok kunstvoll gestaltet werden. Dass der Isenburger Künstler das kann, hat er bereits an anderer Stelle nachgewiesen.

Der Künstler Kai Lippok vor seinem Kunstwerk „The City“ in der Treppenhaus-Galerie im Rathaus. Bilder >
Der Künstler Kai Lippok vor seinem Kunstwerk „The City“ in der Treppenhaus-Galerie im Rathaus.

Nicht immer werden Wände so belassen, wie dies vom Erbauer angedacht und erwünscht war. Gerade großflächige Mauern und Wände wirken auf manche Zeitgenossen geradezu verlockend, dort ihre vermeintliche Kunst oder noch schlimmer, irgendwelche Parolen zu hinterlassen. Eine solche Wand befindet sich in der Hermesstraße in Neu-Isenburg, die insbesondere als Andienungsstraße für das Isenburg-Zentrum fungiert. Doch auch viele Anwohner und Passanten nutzen diesen Weg, nicht nur in den Einkaufstempel. Diese im städtischen Besitz befindliche Mauer wird immer wieder von Sprayern verunstaltet, was ein Anwohner-Paar dazu veranlasst hat, bei Bürgermeister Herbert Hunkel vorstellig zu werden.

Das Oberhaupt der Hugenottenstadt suchte und fand eine Lösung: Diese Wand soll nun künstlerisch-anspruchsvoll gestaltet werden. Da trifft es sich vortrefflich, dass in Person von Kai Lippok ein Wand-Art-Künstler in den Diensten der Stadt Neu-Isenburg steht. Außerdem hat sich Markus Leonhardt, Geschäftsführer die Firma Kraft GmbH aus Offenbach, die derzeit ihre neue Firmenzentrale in Neu-Isenburg errichtet, bereit erklärt, die Farben im Wert von 1500 Euro zu spendieren. „Besser könnte alles nicht zusammenpassen, hier finden sich wieder einmal die in unserer Stadt so vorbildlich gelebten Ideale zusammen“, freut sich denn auch der Rathauschef.

Kinder als Unterstützung

Statt die wilden Graffitis einfach an der mehr als 3 Meter hohen und mehr als 50 Meter langen Wand nur zu überpinseln, soll dort ein echter Blickfang unter dem Motto von modernen Straßenkunst entstehen. Der renommierte Isenburger Künstler Kai Lippok will bereits am Samstag, 11. November, mit den vorbereitenden Arbeiten für das Projekt beginnen. Eine Woche später soll er dann von Kindern aus dem Familienzentrum Gartenstraße bei seinem Vorhaben Unterstützung erhalten. „Ich habe mir schon entsprechend talentierte Kinder ausgesucht, die mithelfen werden, mein Konzept umzusetzen“, erklärt Lippok, der als pädagogische Kraft im Familienzentrum engagiert ist.

Insgesamt rechnet Kai Lippok mit acht Sitzungen, bis das große Wandgemälde fertig ist. „Das Motiv ist eine Mischung aus malerischen und grafischen Elementen. Der Hintergrund wird in einem breiten Farbspektrum angelegt, darüber entstehen grafische und schematische Gebäudeumrisse“, erläutert der Künstler. So wird auch in diesem Werk die eindeutige Handschrift von Lippok deutlich werden, denn im Fokus seiner Arbeiten stehen die Linie und die Bewegung. „Dadurch wirken die Bilder gestisch“, erklärt Kai Lippok. Ein Beispiel dafür findet sich mit dem Kunstwerk „Die City“ in der Treppengalerie des Neu-Isenburger Rathauses.

Mehr als 150 Quadratmeter

„Das ist auch für mich schon ein richtiges großes Werk“, hebt Lippok hervor und verweist auf die zu gestaltende Fläche von mehr als 150 Quadratmetern. Da geht nicht nur einiges an Farbe drauf, sondern es dauert auch seine Zeit, bis diese, entsprechend der künstlerischen Vorgabe, dort aufgebracht ist. „Ich beschreibe meine Arbeit als ,grafformel’ und beziehe mich damit auf die Grundhaltung des Graffiti und der informellen Kunst“, beschreibt der Isenburger seine künstlerische Intension.

So verbänden sich Form und Farbe zu neuen Reizen, um assoziative Eindrücke zu bilden. Neben Auflösungen, in denen die Abstraktion ihr Absolut in der Ungegenständlichkeit finde sowie Form und Farbe für sich selbst stünden, so der Künstler. „Das Fundament meiner Kunst bildet die Geste und ihr Wirken im Bildraum“, versucht Kai Lippok eine Definition seines Kunstschaffens.

„Ich bin froh, dass ich mit meiner Expertise die Entscheidungsträger überzeugen konnte, und ich möchte dazu beitragen, dass sich gerade die Kunst im öffentlichen Raum hier in Neu-Isenburg weiterentwickelt“, betont Lippok. Der Entwurf enthält sowohl malerische als auch grafische Elemente, verdeutlicht der Künstler. Vor allem mit einer Kleinteiligkeit möchte Lippok dem Reiz für andere, sich hier unerwünscht plakativ einzubringen, entgegenwirken. „Es hat sich gezeigt, dass anspruchsvolle Kunst auch respektiert wird“, sagt Kai Lippok und hofft, dass dies auch an der Wand in der Hermesstraße so sein wird.

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