10.11.2017 03:30 |

Solarenergie-Erzeugung: Sonnige Aussichten für Klimaschutz

Mörfelden-Walldorf Wer sein Dach für Solarflächen zur Strom- oder Wärmeenergieerzeugung nutzen will, wird in Mörfelden-Walldorf umfassend beraten. Das ist Teil des Förderprogramms Solar plus. Und die Bemühungen der Doppelstadt um den Klimaschutz sind sogar auf Bierdeckeln zu finden.

Für das Klima im Einsatz: Sanierungsmanager Theo Pauly (li.) und der Energiebeauftragte Andreas Fröb auf dem Dach des Rathauses Mörfelden.  Archivfoto: Alexander Koch
Für das Klima im Einsatz: Sanierungsmanager Theo Pauly (li.) und der Energiebeauftragte Andreas Fröb auf dem Dach des Rathauses Mörfelden. Archivfoto: Alexander Koch

Mehr Beratung, Förderung und Leistung zum Thema Sonnenenergie – darum geht es beim Förderprogramm Solar plus, für das Mörfelden-Walldorf jetzt wirbt. „Wir wissen, dass Klimaschutz ein Marathonlauf und kein Sprint ist. Aber wir müssen jetzt starten, statt immer noch auf andere zu warten. Denn die Zeit läuft uns davon“, betont Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) gegenüber dieser Zeitung. Zudem trügen erneuerbare Energien zur Wertschöpfung der deutschen Volkswirtschaft bei. So seien rund 350 000 Arbeitsplätze in diesem Sektor entstanden.

Mörfelden-Walldorf ist dabei in Sachen Klimaschutz vorbildlich, so der Energiebeauftragte Andreas Fröb. Beim Förderprogramm Solar plus bietet das städtische Energie- und Klimaschutzbüro unter seiner Leitung allen interessierten Bürgern eine Energieberatung an.

Sie können erfahren, ob und wie das eigene Dach für mögliche Solarflächen zur Strom- oder Wärmeerzeugung genutzt werden kann und welche Fördermöglichkeiten es hierfür gibt. Ob Solarspeicher, Solarstrom oder Solarwärme: Beim Energie- und Klimaschutzbüro in der Westendstraße 8 in Mörfelden gibt es hierzu wichtige Informationen.

Werbung im Kino

Vor allem bei Photovoltaik sieht die Stadt noch großes Ausbaupotenzial, gefolgt von der Solarthermie. Mit Hilfe von Solar plus möchte die Doppelstadt die Solarenergie-Erzeugung in Mörfelden-Walldorf bis 2020 möglichst verdoppeln.

Das Förderprogramm wird mit einem kurzen Werbefilm auf dem Internetportal Youtube und in Kinos beworben. Der Kurzfilm ist unter anderem am 7. Dezember im Walldorfer Kinotreff „Lichtblick“ um 20 Uhr zu sehen – vor dem neuen Film von Al Gore über den Klimawandel „Immer noch eine unbequeme Wahrheit – Unsere Zeit läuft“ . Der Eintritt ist an diesem Abend frei, das Energie- und Klimaschutzbüro Mörfelden-Walldorf ist Mitveranstalter des Kinoabends.

Ein Leuchtturmprojekt verwirklicht die Stadt außerdem schrittweise bei ihrem energetischen Quartierskonzept im Wohngebiet „Okrifteler Straße/nördlich Festplatz“ in Walldorf. Diese Aufgabe liegt in den Händen des Sanierungsmanagers der Stadt Mörfelden-Walldorf ,Theo Pauly. Da der Bund solche Projekte unterstützt, wird Paulys Stelle über die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau zu rund zwei Dritteln finanziell gefördert.

Umstellung rechnet sich

„Im Bereich „Okrifteler Straße/nördlich Festplatz“ soll unter anderem ein Nahwärmenetz mit Bioenergie aus einer lokalen Heizzentrale entstehen“, sagte Pauly in einem Interview mit dieser Zeitung: Das Quartier sei hierfür gut geeignet, da hier mit relativ wenig Aufwand die Klimabilanz durch lokale erneuerbare Energie erheblich verbessert werden könne. Zudem rechne sich die Umstellung auf Nahwärme langfristig für die Anwohner, weil dadurch die Energiekosten sinken.

Und nicht nur das: „Wird das Gebäude energetisch modernisiert, ergibt sich auch ein behaglicheres Wohnklima“, so Pauly über das Modellprojekt, das im Erfolgsfall auf weitere Wohnquartiere übertragen werden soll.

Die Bürger können sich am Nahwärmeprojekt beteiligen, indem sie Anteile an der Genossenschaft BERMeG (Bürger-Energie-Rhein-Main eG) erwerben. Diese wird unter dem Motto „Energie von Bürgern für Bürger“ das Nahwärmenetz betreiben.

Anstrengung geht weiter

Pauly liegt der Klimaschutz sehr am Herzen, aber er hält energetische Sanierungen auch für eine wirtschaftlich gute Investition: „Ein energetisch saniertes Haus ist für Kinder und Enkel ein besseres Erbe als ein Sparbuch, für das es inzwischen sowieso keine Zinsen mehr gibt“. Einfache Modellrechnungen gibt es dazu nun auch auf Bierdeckeln, die in Gaststätten ausgelegt werden sollen.

Doch die Anstrengungen gehen in Mörfelden-Walldorf noch weiter. „Klimaschutz vor Ort wirkt, aber er braucht einen langen Atem“, hatte Fröb bereits im Juni in einem Gespräch mit dieser Zeitung erklärt. Er wünsche sich daher „die Verstetigung unserer Erfolge.“

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