09.11.2017 03:30 | red

Ausstellung: Wenn Fotografien zur Kunst werden

Mörfelden-Walldorf Die Mitglieder des Fotoclubs Mörfelden-Walldorf fühlen sich einem künstlerischen Anspruch verpflichtet. Das schlägt sich auch eindrucksvoll in ihren Bildern nieder. Wer sich davon überzeugen will, hat von morgen an bei einer Ausstellung Gelegenheit dazu.

Idyllisch liegen die Gondeln im Canal Grande von Venedig, im Hintergrund der Markusturm. Diese Szenario hat Joachim Osterwisch in den Fokus genommen. Bilder >
Idyllisch liegen die Gondeln im Canal Grande von Venedig, im Hintergrund der Markusturm. Diese Szenario hat Joachim Osterwisch in den Fokus genommen. Bild: Joachim Osterwisch

Fotografieren statt knipsen: Auch im 43. Jahr seines Bestehens erhebt der Fotoclub Mörfelden-Walldorf für sich den Anspruch der Professionalität. Eben mal schnell ein Foto mit dem Handy, das geht gar nicht. 18 Mitglieder lichten nicht etwa ab, nur um zu dokumentieren. Die überwiegend digital aufgenommenen Bilder leben vom Verlangen nach künstlerischem Ehrgeiz. Davon zeugt einmal mehr die 37. Fotoausstellung in der Kommunalen Galerie vom 10. bis 19. November.

Neun Mitglieder, darunter die drei noch aktiven Gründungsmitglieder Hans-Jürgen Enkelmann, Rainer Kröll vom Bodensee sowie Heinz-Jürgen Huxhorn, der seit 1980 als Vorsitzender des Clubs fungiert, zeigen insgesamt knapp 100 Exponate. Sie untergliedern sich in Aufnahmen, die jeder für sich das ganze Jahr über gemacht hat, und in Fotos, welche die Aussteller anlässlich des diesjährigen internen Clubwettbewerbs eingereicht haben. Wie bisher ist er in vier, jedoch jährlich wechselnde Themen untergliedert.

Fachkundig diskutiert

In diesem Jahr waren Fotografien zu den Themen „Lichtspuren“, „Black is beautiful“ und „Unter der Erde“ gefragt. Zu jedem Thema durften die Aussteller drei Arbeiten einreichen. Im Fokus steht das vierte und laut Huxhorn schwierige Thema „Volkslied/Kinderlied“, zu dem lediglich ein Bild eingebracht werden durfte. Jedem Aussteller werden vier Wände zur Präsentation zur Verfügung gestellt, die er nach Gusto mit seinen Lieblingsmotiven aus diesem Jahr bestücken kann. Darüber hinaus werden separat die besten Wettbewerbsbilder gezeigt.

Aber was treibt den Fotoclub neben der alljährlichen Ausstellung in der Kommunalen Galerie sonst noch das ganze Jahr um? „Am wichtigsten sind unsere Stammtische alle vier Wochen in der Stadthalle“, sagt Huxhorn. Für dieses Jahr sind sie abgearbeitet. Die Termine für das nächste Jahr kommen erst während der Jahreshauptversammlung im Januar auf den Tisch.

Als äußerst wichtig beschreibt Huxhorn die Stammtische, weil zu ihnen nicht nur die jährlich zehn geforderten Aufnahmen zur Beurteilung durch die Fotografen mit-gebracht werden, sondern auch andere Bilder. Dann werden sie während dreier Stammtische fachkundig diskutiert. Mal gibt es Lob, mal Kritik – im Mittelpunkt steht dabei aber immer, Anregungen und Verbesserungsvorschläge beispielsweise für die Bearbeitung am Computer zu sammeln.

Ein weiterer Schwerpunkt im Club ist die Auswahl stets neuer Themen für die internen Wettbewerbe. Ferner gönnen sich die Mitglieder einmal jährlich ein gemeinsames Wochenende. Dabei wird zusammen fotografiert und das Clubleben gepflegt. Dieses Jahr ging es nach Weimar und Eisenach. Insgesamt wurden in diesem Jahr sechs Ausstellungen absolviert – etwa in der niederländischen Partnerstadt Wageningen und im Rathaus Walldorf. Dort stellte der Club vor einigen Monaten erstmals aus, weil die Kommunale Galerie als angestammte Ausstellungslokalität als Flüchtlingsunterkunft diente. „Diese zusätzliche Ausstellung im Rathaus mit den Wettbewerbsfotos werden wir beibehalten“, kündigt Huxhorn an. Im Januar werde es soweit sein.

Digital und analog

Zählte der Club bei seiner Gründung noch mehr als 20 Mitglieder, so sind es inzwischen nur noch 18. Einigen um die 80 Jahre bleibe das Fotografieren inzwischen aus Altersgründen verwehrt. 17 der 18 Mitglieder fotografieren digital. Lediglich Herbert Sternberger zieht es dank seiner analogen Schwarz-Weiß-Fotografie noch immer ins eigene Labor.

Der Reiz des Fotografierens im Club bestehe aus dem künstlerischen Anspruch, dem sich jedes Mitglied verpflichtet fühlt, und dem ständigen Austausch mit den Kameraden. Denn wie jeder andere Mensch lernen auch die Mitglieder des Fotoclubs Mörfelden-Walldorf nie aus und zeigen sich dankbar für jede Anregung, die den Weg zur künstlerischen Gestaltung einer Aufnahme ebnet.

(red)

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