13.10.2017 03:30 | Stefan Dickmann

OBI im ICE-Gebiet: An der Ampel geht’s zum Baumarkt

Limburg, die Stadt an der Ampel, wird ihrem Ruf weiterhin gerecht: Auf der B 8 zwischen ICE-Kreuzung und Lindenholzhausen wird eine weitere Ampel aufgestellt; sie soll den geplanten OBI-Markt im ICE-Gebiet an die Bundesstraße anbinden. Es wäre die vierte Ampel auf einem 1,8 Kilometer langen Teilstück der B 8 und die zweite Zufahrt zum Gewerbegebiet am ICE-Bahnhof.

Das ICE-Gebiet in Limburg bekommt einen OBI-Baumarkt (Baubeginn noch offen). Jetzt steht fest, dass es eine Anbindung an die B 8 mit einer Ampel und nicht mit einem Kreisverkehr geben wird. Die B 8 führt rechts weiter nach Lindenholzhausen und links nach Limburg.
Das ICE-Gebiet in Limburg bekommt einen OBI-Baumarkt (Baubeginn noch offen). Jetzt steht fest, dass es eine Anbindung an die B 8 mit einer Ampel und nicht mit einem Kreisverkehr geben wird. Die B 8 führt rechts weiter nach Lindenholzhausen und links nach Limburg.

2003 schlug Mario Iltisberger aus Dietkirchen in dieser Zeitung vor, den aus früheren Zeiten bekannten Spruch „Limburg an der Schranke“ durch „Limburg an der Ampel“ zu ersetzen. Im Jahr 2003 bekam Limburg neue Ampeln; es waren sehr viele neue Ampeln. Als es noch keinen Schiede-Tunnel gab, der 1982 eröffnet wurde, mussten Autofahrer mehrmals am Tag vor der geschlossenen Bahnschranke warten. Seit es den Tunnel gibt, warten Autofahrer vor Ampeln.

Die Ampeln schießen noch immer wie Pilze aus dem Boden: Das nächste Ampelprojekt betrifft die B 8 in Höhe des ICE-Gebiets – und damit die Straße mit Limburgs höchster Ampeldichte. „Lindenholzhausen hat die A-Karte gezogen“, sagt ein Lindenholzhäuser.

Allein zwischen der Ampel an der Pallottinerkirche und dem Ortseingang von Lindenholzhausen stehen auf einer Länge von 3,3 Kilometern schon jetzt fünf Ampeln. Die sechste Ampel in Höhe des Baugebiets Pallottinerkirche ist bereits installiert, aber noch nicht in Betrieb (zurzeit regelt eine Baustellen-Ampel den Verkehr). Die siebte Ampel ist in Planung – sie soll kurz vor den beiden Ampeln der Teilortsumgehung Lindenholzhausen und zu den Einkaufsmärkten aufgestellt werden, um den im ICE-Gebiet geplanten OBI-Markt anzubinden; es wäre die zweite Zufahrt zum ICE-Gebiet.

Wann der Baumarkt gebaut wird, steht noch immer nicht fest. Bei der Vertragsunterzeichnung mit der Stadt im November 2015 hieß es noch, das Unternehmen werde 2017 mit dem Bau beginnen. OBI hatte sich ein Jahr zuvor nach einem harten Bieterwettkampf eine rund 42 000 Quadratmeter große Fläche im ICE-Gebiet per Erbbaurechtsvertrag gesichert (siehe Info-Kasten). Knapp 500 000 Euro kann die Stadt als Erbpachtzins pro Jahr einnehmen, bei einer Laufzeit bis 2073. Vorgesehen sind eine Verkaufsfläche des Baumarkts von etwa 12 600 Quadratmetern sowie rund 300 Parkplätze.

„Voraussichtlich wird der Entwurf des B-Plans im ersten Quartal 2018 vorgelegt“, teilt auf Anfrage dieser Zeitung der Sprecher der Stadt, Johannes Laubach, mit. Vorher möchte sich das Unternehmen deshalb nicht dazu äußern, wann die Bauarbeiten beginnen, wobei das in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres realistisch erscheint.

Neuer Bebauungsplan

Dass die Anbindung zum Baumarkt mit einer Ampel geschieht, ist kein Muss, sondern der ausdrückliche Wunsch der Verwaltung – in Absprache mit dem Ortsbeirat Lindenholzhausen. Denn die Verkehrsgutachter kommen zum Ergebnis, eine Anbindung sei nicht nur mit einer Ampel, sondern auch mit einem Kreisverkehr möglich. Das war lange Zeit der ausdrückliche Wunsch aller Beteiligten.

„In der Diskussion befand sich auch ein Kreisel, doch damit wäre eine Anbindung der Fläche zwischen A 3 und B 8 nicht mehr möglich gewesen“, räumt der Sprecher der Stadt ein. „Diese Option will sich die Stadt jedoch nicht verbauen. Der Ampellösung hat auch der Ortsbeirat in Lindenholzhausen zugestimmt.“ Nach Angaben der Ortsvorsteherin Barbara Bäcker (CDU) war dieser Beschluss sogar einstimmig. Zum einen bleibe mit einer Ampel der Radweg erhalten, was bei einem Kreisverkehr nicht der Fall sei, zum anderen begrüße der Ortsbeirat, dass die Fläche zwischen B 8 und A 3 genutzt werden solle, um Unternehmen anzusiedeln.

Viele Ideen verworfen

Diese Fläche war mal im Gespräch für ein Museum; dafür gab es aber keine politische Mehrheit. Das Grundstück war und ist auch im Gespräch für eine neue Autobahnraststätte; dafür gab und gibt es ebenfalls keine politische Mehrheit in Limburg, und schon gar nicht in Lindenholzhausen.

Die Fläche soll vorsorglich mit einem Bebauungsplan versehen werden, um dort Unternehmen ansiedeln zu können. Eine Anbindung ist dann nach Auskunft der Stadt nur mit einer Ampel möglich. Ein Kreisverkehr komme für Hessen Mobil nur infrage, wenn es allein um OBI ginge.

Die neue Ampel wird übrigens das Unternehmen bezahlen.

Kommentare

  • Toll, noch eine Ampel...
    geschrieben von KritischerLeser (12 Beiträge) am 19.10.2017 09:02

    ...stadteinwärts und in Richtung Lindenholzhausen. Und jede Ampel schaltet fröhlich vor sich hin ohne jedwede Verkehrsabhängigkeit. Wie realitätsfremd muss man eigentlich sein, auf die Idee einer weiteren Installation auf der B8 zu kommen? Es gäbe doch auch Alternativen, in dem man die Zufahrt zum ICE-Gebiet nutzen würde, ohne den häufig engen Verkehrsfluss auf der B8 weiterhin zu unterbrechen.
    Auch die Ampel bei Edeka in Lindenholzhausen wäre vermeidbar gewesen, hätte man die Zufahrt zu den Einkaufsmärkten über die L3448 Richtung Eschhofen angelegt. Ein bisschen weniger klein-klein kann zukünftige Probleme vermeiden.

  • Warum kein Kreisverkehr
    geschrieben von Nathan (1 Beiträge) am 13.10.2017 14:48

    Hessen Mobil (das sind doch die, die Bundesstrassen zu früh und Landstrassen zu spät sanieren!?) soll bitte mal erklären, warum man die Fläche zwischen A3 und B8 mit einem Kreisel nicht anbinden könnte - mal abgesehen davon, dass sich dort wahrscheinlich niemals jemand ansiedeln will (es sei denn, die Grundstücke würden verschenkt).

  • Limburg halt...
    geschrieben von Statement (2 Beiträge) am 13.10.2017 13:18

    Und nicht zu vergessen der OBIn in Weilburg - auch er hat keine Extrawurst. Und noch eine Ampel? Dies wird spaßig von der B8 Richtung Limburg - dann staut es sich stadteinwärts halt noch ein paar Takte länger. Gut dass die Entscheidungsträger ab 2018 dann alle mit ihrem kostenlosen Jobticket zur "Stadt" fahren und die Schüler (PPC/Tilemann/Marienschule/Goethe/Albert Schweizer) nun noch früher müssen, da die Busse noch rasanter fahren müßen, um den Zeitplan (Schulbeginn) einzuhalten. Quo vadis Limburg ?

  • Extrawurst bei Obi Weilburg
    geschrieben von PeterSchneider (8 Beiträge) am 14.10.2017 00:40

    @Statement
    Doch, der Obi in Weilburg hat eine Extrawurst und zwar direkt vor dem Eingang.
    Kann dort das Frikadellenbröttchen und die Currywurst empfehlen.

  • warum überhaupt eine Extrawurst mit direkter B8 Anbindung?
    geschrieben von live11 (5 Beiträge) am 13.10.2017 12:02

    Die OBI Märkte in Montabaur und Idstein stehen doch auch mitten in Industriegebieten und haben nur eine kleine normale lokale Anbindung, warum hier eine Extrawurst direkt an die B8?
    Die Ampel für den Lindenholzhausener Edeka-Markt ist doch genauso ein Schildbürgerstreich.



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