Produktionsstätte

Bäckerei Schäfer errichtet neues Hauptquartier im ICE-Gebiet

Von JOHANNES KOENIG
Zusammen mit zahlreichen Gästen und ihrem Team feierten Schäfer-Dein-Bäcker-Inhaber Johannes Schäfer und Sohn Johann (Mitte) den Spatenstich für die neue Backfabrik im ICE-Gebiet.
Johannes Koenig/FNP

Lauter zufriedene Gesichter im Limburger ICE-Gebiet: Nach gut drei Jahren der Planung und großflächiger Grundstückskäufe begannen gestern mit einem symbolischen Spatenstich die Bauarbeiten für das neue Hauptquartier Firma Schäfer Dein Bäcker im ICE-Gebiet. „Die Schäfer-Gruppe beschäftigt heute über 900 Mitarbeiter in über 95 Fachgeschäften“, sagte Inhaber Johannes Schäfer in seiner Begrüßungsrede. „In unserem Jubiläumsjahr 2020 werden wir die Schallmauer von 1000 Mitarbeitern und 100 Cafés deutlich überschritten haben.“

Im selben Jahr soll dann auch der erste Bauabschnitt im ICE-Gebiet fertiggestellt sein. „Hier entsteht eine der modernsten Bäckereien Europas“, betonte der Inhaber, der zusammen mit seinem Sohn und Nachfolger Johann Schäfer die zahlreichen Gäste und Gratulanten begrüßte.

Platz für zweiten Ausbau

Neben der Backstube wird der 14 100 Quadratmeter große Gebäudekomplex die Verwaltung sowie das Schulungs- und Weiterbildungscenter der Schäfer-Gruppe enthalten. Und die insgesamt über 40 000 Quadratmeter große Betriebsfläche bietet noch Platz für eine zweite Ausbaustufe, von der allerdings noch nicht feststeht, wann sie kommt. Bisher war die Bäckerei im Gewerbegebiet Elbboden zu finden.

„Somit bleiben mehrere Hundert Arbeitsplätze am Standort Limburg, und auch ein Großteil der Gewerbesteuerzahlungen geht weiterhin an die Stadt“, sagte Johannes Schäfer mit Blick auf Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD). Mit dem ebenfalls geplanten Café entstehe zudem eine weitere Attraktion im Limburger ICE-Gebiet. Wie viel die Schäfer-Gruppe sich diese Investitionen kosten lässt, wurde bei der Feier, trotz Nachfrage dieser Zeitung, nicht verraten.

Mit der bekannten Redewendung „Ohne Moos nichts los“ dankte Johannes Schäfter ausdrücklich noch den Vertretern der verschiedenen beteiligten Kreditinstitute, die die Finanzierung des Projektes erst möglich machen. „Ihr seid das Salz in der Suppe“, lobte der Bäckermeister aber auch seine Mitarbeiter in der Backstube, im Versand, Fuhrpark und Verwaltung. Denn sie würden trotz der eingeschränkten Platzverhältnisse hochmotiviert eine super Arbeit abliefern.

In vierter Generation

„Unsere Mitarbeiter sind unser höchstes Gut“, stellte Johann Schäfer noch einmal klar. Deswegen investiere das Unternehmen auch in die Ausbildung: „16 junge Menschen begannen im Jahr 2018 bei uns ihre Ausbildung“, sagte er. Besonderer Dank gebührte auch seiner Familie, die mit Sohn Johann bereits in der vierten Generation in dem 1920 gegründeten Familienbetrieb aktiv ist.

Die Qualität der von den Schäfer-Mitarbeitern hergestellten regionalen Produkte wie dem Goldweck-Brötchen und dem Opa-Hans-Brot sei inzwischen weit über die Grenzen Limburgs bekannt, sagte Johann Schäfer. So gebe es Filialen inzwischen im Rhein-Main-Gebiet und im Raum Darmstadt. An dem Punkt hakte dann auch Landrat Manfred Michel (CDU) in seinem Grußwort ein: Es erfülle ihn immer wieder mit einer gewissen Befriedigung, wenn er die Logos eines ursprünglich aus Elz stammenden Unternehmens auch weit jenseits der Kreisgrenzen entdecke. Mit den vielen Cafés und Filialen sorge die Bäckerei für Brot und Arbeit in und außerhalb der Region.

Ausdrücklich dankte der Landrat daher der Unternehmensleitung für den Mut und die Risikobereitschaft des Expansionskurses der vergangenen Jahre. „Ich habe gehört, dass die Goldweck-Produktion inzwischen bei fast 100 000 Stück pro Tag liegt“, sagte Manfred Michel. „Das kommt alles aus der Region und ohne den Einsatz von Fertigwaren.“

Man habe ihm gesagt, es sei leichter ein Atomkraftwerk zu bauen, ging schließlich noch Bürgermeister Hahn auf die hohe Komplexität des Bauvorhabens ein. Ausdrücklich begrüßte er, dass die neuen Gebäude auch für Führungen von Besuchergruppen von Kindergärten und Schulen konzipiert seien. Die könnten dann an Ort und Stelle die Herstellung natürlicher Produkte erleben. „So wird das ICE-Gebiet zu einer gelungenen Sache“, freute sich der Bürgermeister.

JOHANNES KOENIG