10.11.2017 03:30 |

Geschichts- und Museumsverein: Das Ende eines Dorfes

Elz Der Elzer Geschichts- und Museumsverein bereitet eine Ausstellung im Gemeindemuseum Haus Loer vor. Darin wird gezeigt, wie sich das Dorf zur Stadt entwickelt hat. Der Gelehrte Heinrich von Elz spielte dabei eine entscheidende Rolle.

Der Vorstand und junge Mitglieder des Elzer Geschichtssvereins besuchten zum 575. Jubiläum das Landeshauptarchiv Koblenz, um die Urkunde anzugucken.
Der Vorstand und junge Mitglieder des Elzer Geschichtssvereins besuchten zum 575. Jubiläum das Landeshauptarchiv Koblenz, um die Urkunde anzugucken. Bild: G.Stockhausen

In der Geschichte der Stadtrechtsverleihung für das Dorf Elz im Jahre 1442 spielte ein Elzer in der Reichspolitik des mächtigen Trierer Kurfürsten Jakob von Sierk eine bedeutende Rolle. Es handelt sich um den Gelehrten Heinrich von Elz, geboren um 1400. Er war im Studienjahr 1433/34 zum Rektor der Heidelberger Universität gewählt worden und war befreundet mit dem ebenfalls neu gewählten Erzbischof Jakob von Sierck. Der holte ihn als kurtrierischen Rat in seine Dienste. Beide kannten sich vom gemeinsamen Studium in Heidelberg.

 

Heinrich von Elz war der Sohn des Elzer Schultheißen Hermann. Mit großer Sicherheit kann man sagen, dass er Schüler der Lateinschule im Limburger Georgenstift war und dort die Befähigung zum Studium als Kleriker erhielt. Er begann das Studium als Akolyth, ein männlicher Laie im liturgischen Dienst der katholischen Kirche.

Erhard Weimer erforschte die Zeiten seines Heidelberger Studiums. Seine Karriere an der Universität als Magister, Dekan und Rektor erschienen in der Elzer Chronik. Neu in der Forschung des Verfassers sind die Bekanntschaften, die Heinrich von Elz in Heidelberg machte. Hieraus entwickelten sich Netzwerke, die für seine Zukunft von großer Bedeutung waren.

Kennenlernen

So lernte er Nikolaus von Kues von der Mosel kennen, der als späterer Bischof von Brixen und danach zum Kurienkardinal in Rom aufstieg. Ebenfalls zeitgleich mit ihm studierte Jakob von Sierk, der spätere Kurfürst ab 1439. Im Jahre 1441 wird Heinrich von Elz als Offizial der Trierer Kurie genannt. Er trägt den Titel eines Decretorum Doktor (Dr. des kanonischen Rechts) und zählt somit zu den gelehrten Räten des Kurfürsten. Vermehrt tritt er auch unter dem Namen Henricys de Lympurg auf. Als Bevollmächtigter wurde er entsandt, das abtrünnige Herzogtum Luxemburg wieder in den Schoß des Kurfürstentums zurückzuführen. Er verhandelte zusammen mit Nicolaus von Kues mit dem Herzog von Burgund und der Königin von Böhmen. Er war beteiligt an einer Appellation für das Trierer Domkapitel um die Bulle des Papstes zur Absetzung des Kurfürsten rückgängig zu machen.

Heinrich von Elz wirkte als Statthalter des Erzbischofs als Dekan im Georgenstift und begann im Jahre 1447 „als Dekan und Lizenziat der Theologie des Georgenstiftes“ das Limburger Stift zu reformieren.

Persönliche Freiheit

Am Egidientag, 1. September 1442, gab es für das kurtrierische Dorf Elz eine weitreichende Entscheidung. In Gegenwart des königlichen Notarius Hermann Hecht und des Kurfürsten als Kanzler des Königs wurde die Stadtrechtsurkunde im Auftrag des Königs ausgestellt.

Die königliche Urkunde bestätigt den Elzern ihre persönliche Freiheit. Der Kurfürst hatte nun das „Recht aus seinem Dorf Elz eine Stadt zu bauen, zu machen und aufzurichten den festen Willen haben, mit Gräben, Mauern und Türmen…“ Die (Be)freiung der Einwohner: „auch die Leute, die jetzt in Elz sind oder hernach dorthin kommen werden, von unziemlicher Bede, Steuern, Diensten …. und von allen Beschwerungen zu freien“. Der Trierer Kurfürst Jakob von Sierk verweilte vermutlich noch bis Ende September in der Nähe des Königs. In dieser Zeit ließ er sich die Lehnsherrschaft über die Grafschaft Diez und Luxemburg verbriefen.

Seinem diplomatischen Geschick entsprach es, dem Grafen Philipp von Nassau-Saarbrücken – dem Dorf Hasselbach im Taunus bei Camberg gelegen – ebenfalls die Stadtrechte zu beschaffen. Als Ausgleich für die Stadtrechte in Elz.

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