15.11.2017 03:30 |

Karneval in Limburg: Höchste Offiziersehre: Dieter Wiederhold ist jetzt Generalfeldmarschall der Blauen Funker

Limburg Ein Leben für den Karneval: Seit 67 Jahren ist Dieter Wiederhold bei den Blauen Funkern in Limburg. Nun wurde er zum Generalfeldmarschall ernannt.

General Frank Kappes (links) nahm Dieter Wiederhold (Mitte) die alten Schulterklappen ab und beförderte ihn zum Generalfeldmarschall.
General Frank Kappes (links) nahm Dieter Wiederhold (Mitte) die alten Schulterklappen ab und beförderte ihn zum Generalfeldmarschall. Bild: Johannes Koenig

Dieter Wiederhold ging es zwar nicht an den Kragen, aber immerhin an die Schulterstücke. Denn pünktlich zu Beginn der närrischen Saison wurde er zum Generalfeldmarschall und somit zum höchsten Offizier der Blauen Funker ernannt. General Frank Kappes nahm Dieter Wiederhold die alten Schulterstücke („Epauletten“) mit den vier Sterne als Zeichen des Generals ab und steckte die neuen Epauletten mit den beiden gekreuzten Marschallstäben an.

„Ich wusste vorher nichts davon“, beteuerte er nach der feierlichen Ernennung. Geahnt hatte er jedoch offenbar schon etwas. Schließlich trägt er bereits seit 67 Jahren die Uniform der Funker. „Mein Vater Heinrich hat den Verein 1929 mitgegründet, als er aus der Kolpingfamilie heraus entstand“, erzählte er. Es war auch der Vater, der ihn erstmals in die Uniform steckte. Heinrich Wiederhold öffnete den Verein 1949 erstmals für Kinder. Als Schneider fertigte er die Uniformen für seine Kinder selbst an. Später führte Dieter Wiederhold als General sowie Ministerpräsident der Jungfunker sein Werk fort. Frau Karin unterstützte ihn dabei. Alle drei Kinder sowie Enkel Florian sind aktive Karnevalisten.

Erster Umzug im Regen

Gab es etwas Besonderes in all den Jahren Karneval? „Letztes Jahr hat es zum ersten Mal während des Limburger Umzugs geregnet“, erzählte der 73-Jährige, der 1949 zum ersten Mal bei einem Zug mitlief. Das war eine Zeit, in der der Zug noch Gefahr lief, sich beim Weg durch die Altstadt selbst zu überholen. Denn wenn der Prinzenwagen noch auf der alten Brücke stand, um in die Brückengasse abzubiegen, kam ihm die Spitze des Zuges bereits über die Konrad-Kurzbold-Straße entgegen.

Die Nachwuchsarbeit wird bei den Blauen Funkern immer schon großgeschrieben, daher eröffneten die Jungfunker-Minis die Veranstaltung. Foto: Johannes Koenig
Die Nachwuchsarbeit wird bei den Blauen Funkern immer schon großgeschrieben, daher eröffneten die Jungfunker-Minis die Veranstaltung.

Für Dieter Wiederhold bedeutet Karneval auch immer wieder vollen Körpereinsatz. So trat er während der Kappensitzung als brasilianische Samba-Tänzerin auf – geschminkt und im entsprechenden Outfit. „Das Problem war, dass die Stadthalle nicht genug Duschen für die ganze Gruppe zur Verfügung hatte“, erinnert er sich. „Aber ich wohnte damals noch in der Nachbarschaft. Also habe ich zwei der Jungs mit nach Hause genommen und wir haben uns dann im Bad gegenseitig saubergemacht.“

„Lili Marleen“, das weibliche Gesangsduo „Baccara“ sowie der Auftritt zu „Schwanensee“ im Tütü waren weitere Rollen. Eine besondere Affinität zu Frauenkleidern habe er aber nicht, versichert der 73-Jährige: „Es hat sich so ergeben, da wurden halt Leute gebraucht.“

Wie sieht die Zukunft des Karnevals aus? „Es wird mehr Kommerz geben“, lautete die Antwort. Allerdings nicht bei den Funkern: „Wir kaufen niemanden zur Kappensitzung ein. Es treten nur Mitglieder und der eigene Nachwuchs auf. Das ist eine große Leistung“, lautete die zufriedenen Beurteilung. Ebenfalls mit viel Eigenleistung entstand das Vereinsheim am Stephanshügel, eine Idee, an deren Entwicklung Dieter Wiederhold ebenfalls beteiligt gewesen war. „Wir waren mal bei den ,Fidelen Nassauern‘ zu Besuch. Die hatten damals schon ein eigenes Vereinsheim.“ Das hinterließ offensichtlich einen so bleibenden Eindruck, dass zurück in Limburg die einschlägigen Pläne immer konkreter wurden. In Bezug auf die künftige Amtsführung gab sich der frisch ernannte Generalfeldmarschall etwas bedeckt: Bühnenauftritte mache er aus Gesundheitsgründen nicht mehr, aber er halte zum Beispiel die Eröffnungsrede beim Straßenkarneval.

Termine

Die erste Kappensitzung der Funker beginnt am Samstag, den 20 Januar. Gefolgt vom Frauen Kräppelkaffee (24. Januar) und vielen weiteren Veranstaltungen. Karten gibt es unter Telefon:  (06 4 31) 58 23 78.

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