08.11.2017 03:30 | Robin Klöppel

Schlagersänger: Ikke Hüftgold rechnet mit Mallorca ab

Limburg Der deutsche Partytourismus ist Behörden wie Einheimischen auf Mallorca ein Dorn im Auge. Das bekam auch Ikke Hüftgold zu spüren. Doch der Limburger Sänger rächt sich.

Daumen hoch für Ikke Hüftgold: Der Limburger Partysänger lässt sich nicht unterkriegen. Weil Mallorca keine deutschen Partytouristen mehr haben will, weicht der Stimmungsmacher nach Bulgarien aus.
Daumen hoch für Ikke Hüftgold: Der Limburger Partysänger lässt sich nicht unterkriegen. Weil Mallorca keine deutschen Partytouristen mehr haben will, weicht der Stimmungsmacher nach Bulgarien aus.

Ikke Hüftgold sollte auf Mallorca das Bauernopfer für die über den deutschen Partytourismus aufgebrachten Einheimischen und mallorquinischen Politiker spielen. Davon ist der Limburger Sänger überzeugt. Doch der 41-jährige Eschhöfer rächt sich und lockt Künstlerkollegen wie deutsche Touristen von „Malle“ weg an den Goldstrand in Bulgarien. Die Nachricht machte im Internet wie ein Lauffeuer unter deutschen Partytouristen die Runde. Tausende Kommentare zeigten, dass dieses Thema das junge Partyvolk in Deutschland bewegt. Ikke Hüftgold verkündete, ab der Saison 2018 von Mallorca komplett an den bulgarischen Goldstrand zu wechseln und weitere Größen wie die ebenfalls von seiner Agentur „Summerfield Booking“ betreuten Stars der Partyszene Lorenz Büffel und Honk gleich mitzunehmen. Diese stehen noch beim „Megapark“, der größten Disco in Palma, unter Vertrag.

Billiger als auf Malle

„Weitere Künstler werden an den Goldstrand folgen“, droht Hüftgold an. Und wer ihn kennt weiß, dass er seine Ziele konsequent durchzieht, und kann erahnen, was das für die vom deutschen Partypublikum lebende Gastronomie- und Hotelbetriebe auf Mallorca bedeutet. „Am Goldstrand können wir machen, was wir wollen, und hier sind Pauschalurlaube wesentlich billiger für das junge Publikum als auf Mallorca“, sagt Hüftgold.

Auf Mallorca war ihm als Ersatz für die verbotenen „Bierkönig“-Auftritte angeboten worden, in der Saison 2018 in der Disco „Oberbayern“ aufzutreten. Doch der Limburger Künstler hat keinen Bock, für andere das Bauernopfer zu spielen. Die Verantwortlichen des „Bierkönigs“, die sich bis heute noch nicht öffentlich zu dem Thema geäußert haben, hätten null Probleme mit ihm, betont Hüftgold. Doch der Kampf gegen deutsches Partypublikum von Bürgern und Politikern auf Mallorca werde immer härter geführt. „Es gibt Kreise, die Deutsche für immer von der Insel verbannen wollen, die nur zum Trinken und Feiern hierherkommen“, so Hüftgold. „Es soll ein neues, zahlungskräftiges Publikum angelockt werden“, weiß der Künstler. Folglich würden den Partytempeln immer höhere Auflagen gemacht, und deren Betreiber hätten Angst, dass ihnen die Läden irgendwann ganz geschlossen werden könnten.

Einfach nur Spaß

Matthias Distel, wie Ikke Hüftgold mit bürgerlichem Namen heißt, ist sauer darüber, dass er geopfert wurde, um Kritiker der deutschen Partyszene zu beruhigen. „Es sollten zum Beispiel keine Fußballlieder mehr gesungen werden, weil sie angeblich Leute zu Gewalt aufhetzen würden“, ärgert sich Hüftgold. Für ihn völliger Unsinn, denn was er mache, sei reine Satire, und das wisse auch sein Publikum. Die Leute wollten einfach im Urlaub feiern, mal unbeschwert Spaß haben, sonst nichts, betont Matthias Distel. Und das könnten sie auch weiterhin, nur eben dann in Bulgarien statt auf Mallorca.

Hüftgold sagt, dass seine Ankündigung, ganz an den Goldstrand zu gehen und weitere bekannte Namen aus seinem Umfeld mitzuziehen, dieser Tage zu einem Aufruhr in der deutschen Partyszene geführt habe. Denn wenn er oder ein Lorenz Büffel nicht mehr auf Mallorca auftrete, werde dort der Umsatz deutlich zurückgehen.

Ikke Hüftgold wird ab Mai einmal wöchentlich im „Partystadl“ und in der „Partyhütte“ am Goldstrand zu finden sein und die übrigen Tage Auftritte in Deutschland und im benachbarten Ausland absolvieren. „Das Aus im Bierkönig hat mir wirtschaftlich null geschadet“, sagt Hüftgold. Bis auf zwei Termine sei er jetzt schon an sämtlichen Wochenenden in 2018 ausgebucht.

Kommentare

  • Noch mehr Werbung!!!
    geschrieben von taunus (135 Beiträge) am

    Bitte noch mehr Werbung für den Goldstrand, damit sich auf Mallorca endlich wieder normale Verhältnisse einstellen. Diese besoffenen Partytouristen braucht kein Mensch. Auf nach Bulgarien, die Menschen dort haben das Geld wesentlich nötiger!! Uns nehmt alle Eimer, Strohhalme, Hüftgolde und wie sie alle heißen vollzählig mit! Danke, dass Ihr geht! Ihr tut damit allen einen Gefallen.
    „Partystadl“ und „Partyhütte“ am Goldstrand (Bulgarien): MERKEN! HINFLIEGEN !

  • In China ist ein Sack Reis umgefallen!
    geschrieben von Elzer-Buerger (2 Beiträge) am

    Vielleicht sollte die erlauchte Redaktion der NNP mal überlegen, ob es nicht langsam an der Zeit ist, die Qualität ihrer Schreiberlnge infrage zu stellen.
    Was Herr Klöppfel, er ist ja auch als selbsternannter Künstlerversteher unterwegs, hier publiziert, ist doch eindeutig ein Gefälligkeitsartikel für Herrn „Hüftgold“.
    Ein C- oder D-Promiaffiner Redakteur, ein Bedeutungsloser singender Gartenbauer gepaart mit einem denkwürdigen Artikel in der NNP stimmen mich wirklich nachdenklich und lassen mich an der weiteren Sinnhaftigkeit meines NNP-Abos zweifeln!

  • Volle Unterstützung für Ikke
    geschrieben von phinex (1 Beiträge) am

    Richtig, Ikke! Weg von Mallorca und ab nach Bulgarien. Sollen die Bulgaren erleben, was 30 Jahre lang an der Playa de Palma los war.
    Ich besuche seit 43 Jahren Mallorca, habe Bekannte, Freunde dort, spreche Spanisch. Ich gehöre nicht zur einkommensstarken Oberschicht, bin aber froh über jeden Partytouristen, der die Balearen nicht mehr besucht. Meine Beobachtungen und Erlebnisse mit dieser Klientel (auch aus Großbritannien) verursachen mir Brechreiz.

  • Die armen Bulgaren!
    geschrieben von Elzer-Buerger (2 Beiträge) am

    Vielleicht sollte er einfach wieder zum Rasenmäher und Heckenschere statt zum Mikrofon greifen!



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