10.11.2017 03:30 | red

Ausstellung „Erlebtes und Geformtes“: Künstler zeigen Empfindungen

Limburg-Weilburg Ursula Vogel und Dr. Rolf Röder drücken ihre Empfindungen durch interessante künstlerische Formen aus. Das zeigen sie in der Ausstellung „Erlebtes und Geformtes“ im Kreishaus. Wie die beiden zu ihren Kunstwerken kommen, erklärt sich aus ihrer Vita.

Dr. Rolf Röder hinter seiner Skulptur „Tanz der Rheintöchter“, Ursula Vogel vor ihrem Bild „Venezia I“ und Landrat Manfred Michel (von links) bei der Vernissage „Erlebtes und Geformtes“ im Kreishaus.
Dr. Rolf Röder hinter seiner Skulptur „Tanz der Rheintöchter“, Ursula Vogel vor ihrem Bild „Venezia I“ und Landrat Manfred Michel (von links) bei der Vernissage „Erlebtes und Geformtes“ im Kreishaus.

Künstler wie Ursula Vogel und Dr. Rolf Röder nutzen besondere Ausdrucksformen, um ihre Erlebnisse und Empfindungen auszudrücken. Den Part „Erlebtes“ übernimmt Ursula Vogel, die in ihrer Malerei fast immer direkten Bezug auf real erlebte Eindrücke und Begegnungen nimmt. Sie erzählt von blühenden Landschaften, belebten Straßen, quirligen Städten, aber auch von Blumen, Früchten und Menschen: „Wenn ich male, bin ich in der Erinnerung, dann spüre ich den Wind und die Sonne!“, sagt sie. Die meist expressiven Bilder sind eine Einladung, sich einzulassen auf die gemalte Erzähl- und Empfindungswelt der Künstlerin.

„Geformtes“, das ist das Thema von Dr. Rolf Röder. „Greifen und Formen sind elementare menschliche Fähigkeiten, die eine komplexe Interaktion von Kopf und Hand voraussetzen“, sagt der Künstler Dr. Röder. Sie sind Grundlage kreativ gestalterischer Prozesse, deren Geschichte zurückreicht bis zu den „Venusfiguren“ der Frühzeit. Erst im letzten Jahrhundert wird die künstlerische Darstellung von Mensch und Natur erweitert durch den Fokus auf formale, abstrakte Elemente.

In diesem Kontext stehen auch die Arbeiten von Dr. Röder. Es sind glatte geschwungene Formen und Figuren, die als Keramiken, Bronzen oder Arbeiten mit Verbundwerkstoffen halb schwebend im Raum stehen. Andererseits sind Arbeiten zu sehen, in denen dynamische Arbeitsprozesse durch Schlag, Spaltung, Drehung und Deformation die Form gestalten. „Ich freue mich sehr, Werke von Ursula Vogel und Dr. Rolf Röder bei Kunst im Kreishaus präsentieren zu können, denn sie harmonieren trotz ihrer Unterschiedlichkeit sehr gut miteinander“, erklärte Landrat Manfred Michel bei der Vernissage.

Figur- und Porträtmalerei

Ursula Vogel setzt in ihren Bildern Erlebnisse und Erfahrungen um. Bei der Figur- und Portrait-Malerei hat sie die Modelle vor sich und fühlt dessen Ausstrahlung. Diese setzt sie dann in ihrem eigenen expressionistischen Malstil um. Charakteristisch für sie ist der energiegeladene Pinselstrich, interessante Licht-Schattenspiele und Farbkombinationen. Kasein-Tempera und Aquarell sind ihre bevorzugten Malmittel.

Plastiken und Skulpturen

Seit einigen Jahren sind ihre Arbeiten in Ausstellungen regional und überregional zu sehen. Durch Studien an verschiedenen Kunstakademien entdeckt sie immer mehr künstlerische Sujets und Techniken für ihre Arbeit. Sie lebt in Hadamar-Steinbach und ist Mitglied im Kunstverein „Lahn Artists“.

Rolf Röder ist 1953 in Darmstadt geboren. Nach dem Medizinstudium und einer Facharztausbildung hat er viele Jahre als Neurologe und Rehabilitations-Mediziner gearbeitet. Seit 2002 beschäftigt er sich mit Plastiken und Skulpturen, vorwiegend mit dem Werkstoff Ton. Dabei lag lange Zeit der Fokus auf einer geschwungenen organischen Formgebung. Durch Einflüsse moderner koreanischer und japanischer Keramiker hat sich der Künstler in den vergangenen Jahren zu einer „dynamischen Gestaltungsform“ verlagert. Hierbei verwendet er Schlag-, Wurf- und Drehtechniken, um eine gezielte schnelle Deformation der Tonmasse herbeizuführen. Die so gestaltete Form ist die Grundlage für die weitere Bearbeitung, die meist durch mehrfache keramische Brände erfolgt. Regelmäßig zeigt er seine Werke in Einzel- und Gruppenausstellungen. Seit 14 Jahren ist er Mitglied der Künstlergruppe „Lahn Artists“.

Die Ausstellung „Erlebtes und Geformtes“ ist bis Ende November, immer montags bis donnerstags von 8 bis 16.30 Uhr und freitags von 8 bis 12.30 Uhr, im Limburger Kreishaus zu sehen. Der Eintritt ist frei.

(red)

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