13.09.2017 03:30 | Robin Klöppel

FDP und Architekt Hans Schmitt stellen visionären Entwurf vor: Plan für neue Empfangsstation in Limburg

Limburg Die Limburger FDP möchte den Standort der Limburger Busstation „Am Philippsdamm“ unbedingt beibehalten. Fraktionsvorsitzende Marion Schardt-Sauer stellte mit dem Limburger Architekten Hans Schmitt gestern Nachmittag in der FDP-Geschäftsstelle einen visionären Entwurf vor, der vom Ufer aus eine neue Empfangsstation über das Wasser zur Damminsel beinhaltet.

So stellt sich die FDP-Fraktion das neue Empfangsgebäude am Katzenturm vor.
So stellt sich die FDP-Fraktion das neue Empfangsgebäude am Katzenturm vor.

Die Limburger Liberalen wollen die bisherige Limburger Busempfangsstation mit 13 Stellplätzen „Am Philippsdamm“ nicht aufgeben. „Der Bedarf für so viele Stellplätze ist nach wie vor vorhanden“, sagte Fraktionsvorsitzende Marion Schardt-Sauer gestern bei einem Pressegespräch. Sie sprach sich dafür aus, einen Grundsatzbeschluss der Limburger Stadtverordnetenversammlung aus dem Jahr 2013 aufrechtzuerhalten, wonach die Station am bisherigen Standort erhalten werden soll.

Nicht auf das „Filetstück“

Schardt-Sauer sagte, dass die FDP vor ein paar Jahren vorübergehend auch mal in Erwägung gezogen habe, die Station auf die Schleuseninsel zu verlagern. Letztendlich mache dies, so die Liberalen-Sprecherin, aber aus heutiger Sicht keinen Sinn. Die Schleuseninsel sei durchaus auch ein Filetstück für die Gestaltung des Lahnufers. „Aber nicht für diesen Zweck“, meint Schardt-Sauer. Sie hält die Fläche einfach zu eng für die vielen Busse.

Architekt Hans Schmitt sagte, die Empfangsstation im aktuellen Zustand sei ein Schandfleck für Limburg. „Das ist das Erste, was ein Gast von der Stadt sieht. Da muss einiges getan werden“, betonte er. An den Stellflächen selbst möchte Schmitt gar nicht viel verändern. Nur sie etwas vergrößern und auch den Gehweg, um den Grünstreifen dazwischen, „das Hundeklo“, wegzubekommen. Die bisherige Empfangsstation würde Schmitt abreißen lassen; er nennt sie gerne abfällig „Grillhütte“. Stattdessen will er einen innovativen, modernen Baukörper vom Lahnufer Richtung Damminsel ziehen, der mit viel Glas einen hellen, freundlichen Eindruck hinterlassen soll.

150 Quadratmeter groß

Das reine Gebäude soll, laut dem Planer, 150 Quadratmeter groß werden. Einen genauen Kostenrahmen hat er noch nicht ermittelt. „Es wäre aber in einem Bereich, dass es von einer Stadt von der Größe Limburgs finanzierbar wäre“, so Schmitt. Der Limburger Architekt geht seinen Erfahrungen nach davon aus, dass vonseiten des Wasser- und Schifffahrtsamtes nichts gegen diesen Baukörper spricht. Es gebe in anderen Städten ähnliche Beispiele, die genehmigt worden seien, sagte er.

Die FPD will, dass Busse auch künftig am Katzenturm parken.
Die FPD will, dass Busse auch künftig am Katzenturm parken.

Der Bereich in Limburg, um den es hier gehe, sei nicht Teil der Bundeswasserstraße Lahn. Das Grundstück befinde sich in der Hand der Stadt und könne von dieser frei gestaltet werden. Wenn Kommunalpolitiker etwas anderes öffentlich vermittelten, dann sicher nur, um hierfür keine Verantwortung übernehmen zu müssen, mutmaßte Schmitt. Der Fachmann hält es aber für wichtig, einen solch zentralen Punkt am Lahnufer aktiv zu gestalten und nicht einfach weiter zuwuchern zu lassen.

In dem Gebäude sollen nach den Vorstellungen Schmitts die Gäste Informationen über die Stadt erhalten können. Beispielsweise könnten die Tagestouristen hier Prospekte mitnehmen und sich Filme über Limburg ansehen. Natürlich soll es auch einen Aufenthaltsraum und Toiletten geben.

Schardt-Sauer hält es für denkbar, hier irgendwann auch mal ein Café zu eröffnen. Die Insel könne eine tolle Außenterrasse bilden. Das Gestrüpp auf der Insel sowie zwischen Busparkplätzen und Lahnufer möchte der Architekt beseitigen lassen. „Dann hätten die Gäste von hier auch einen wunderschönen Blick Richtung Brückenturm und alte Lahnbrücke“, erläuterte er. Vom Gehweg an den Busparkplätzen führt auch eine zugewucherte alte Steintreppe in Richtung Lahn. Auch diese möchte er für Limburger wie für Gäste wieder nutzbar machen. Die könnten sich dann wie in einem Amphitheater an schönen Sommertagen auf die Treppenstufen setzen oder auf neue Bänke auf dem Plateau am Ufer.

„Modern und umsetzbar“

Schardt-Sauer bezeichnete das Konzept als „modern und umsetzbar“. Dadurch könne es gelingen, das Lahnufer in diesem Bereich aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken. Der Wasserfluss werde durch das darüber gelegte Gebäude nicht gestört, sagte die Liberale. Natürlich interessiert die FDP aber auch die Meinung der Tourismusfachleute und „normalen Bürger“ zu ihrem Konzept. Alle Interessierten sind für Montag, 16. Oktober, 19 Uhr in die Limburger-Josef-Kohlmaier-Halle eingeladen, wo Schmitts Idee noch einmal erläutert wird. Anschließend kann mit dem Planer und den Liberalen über die Zukunft der Busempfangsstation diskutiert werden.

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