21.04.2017 03:00 | Burkhard Westerweg

Diezer Lions Club feiert Jubiläu: Seit 50 Jahren Hilfe für Menschen in Not

Diez Mal umgeben von Kindern, die ungeachtet äußerer Einflüsse voller Eifer dem Ball nachjagen, mal konfrontiert mit der schonungslosen Wirklichkeit: Seit 50 Jahren tritt der Diezer Lions Club tatkräftig für die bürgerliche, kulturelle, soziale und allgemeine Entwicklung der Gesellschaft ein. Ein Engagement im Spannungsfeld des Lebens.

Gründungsmitglieder des Diezer Lions Clubs: Hans Herzog und Gerhard Fuchs.
Gründungsmitglieder des Diezer Lions Clubs: Hans Herzog und Gerhard Fuchs.

Dass sie es mal mit knallgelben Quietscheentchen zu tun bekommen . . . Vermutlich hätten sie es nicht gedacht, die Herren im besten Alter. Beruflich erfolgreich, manchmal promoviert und meist in leitenden Positionen beschäftigt, stehen sie für Verantwortung, für Kompetenz, landläufig sicher auch für „da oben“. Und doch, was auf den ersten Blick gar nicht so passend erscheint, im Umfeld des durchaus elitären Zusammenschlusses tauchen Begriffe wie „misshandelte Kinder“, „bedürftige Senioren“, „Freunde der Armen in Ruanda“ oder Gehörscreening für neugeborene Kinder auf. Alles Projekte, die der Club mit derzeit 33 Mitgliedern regelmäßig (finanziell) unterstützt. 7500 Euro Erlös aus dem Entenrennen auf der Aar kommen übrigens dem Diezer Jugendzentrum zugute.

„Ich werde meinen Mitmenschen helfen, indem ich den Unglücklichen mit Trost, den Schwachen mit Tatkraft und den Bedürftigen mit meinen wirtschaftlichen Mitteln beistehen . . .“ – die ethischen Grundsätze der Lions mögen außenstehenden Betrachtern sicher etwas pathetisch, vielleicht sogar antiquiert vorkommen. In zahlreichen örtlichen, regionalen und überregionalen Aktionen zeigen die Mitglieder jedoch ihre Bereitschaft zum persönlichen Engagement im Dienste am Nächsten und für die Allgemeinheit.

Hohe Ansprüche

Die berufene Mitgliedschaft im Club legt ihnen dafür hohe Ansprüche auf, etwa, wenn es heißt: „Ich werde das Ansehen meines Berufsstandes in meinem persönlichen aktiven Handeln fördern und so beachten, dass ich mit Recht in dem Ruf stehe, etwas geleistet zu haben. Dieses Ziel werde ich jedoch nicht zulasten meiner Selbstachtung durch Wahrnehmen eines unlauteren Vorteils oder fragwürdiger Handlungen anstreben. Ich werde mir stets meiner Verpflichtungen als Staatsbürger gegenüber meinem Land und der Gesellschaft bewusst sein und in Wort und Tat loyal zu ihnen stehen.“

Der Lions Club Diez wurde mit Versammlung am 25. August 1966 gegründet. Am 8. April 1967 erfolgte die offizielle Charter in Schloss Oranienstein (dort wird am 6. Mai das Goldjubiläum gefeiert). Der Diezer Lions Club, darauf verweisen die Mitglieder stolz, gehört somit zu den ältesten Clubs in Deutschland. Gründungs-Präsident war Dr. Heinz Stein, dem mit Gerhard Fuchs (1975 bis 1976) und Hans Herzog (1979 bis 1980) zwei heute noch lebende Mitbegründer später im Amt folgten. Gründungspaten waren die Clubs Wiesbaden Mattiacum und Köln-Colonia.

1980 wurden die Diezer Lions selbst zu Paten, als im Herbst des Jahres Mitglieder, die im Raum Limburg wohnten, ausschieden und in der Domstadt einen eigenen Club gründeten.

Ein Forum für die offene Diskussion aller Angelegenheiten von öffentlichem Interesse zu bilden, ohne jedoch politische und religiöse Fragen parteiisch und intolerant zu behandeln – um diesen Kern formieren sich die internen Zusammenkünfte einmal im Monat im Hotel Wilhelm-von-Nassau.

Öffentlich in Erscheinung treten die Lions beim Präsidentenwechsel im Juni jeden Jahres oder wenn sie symbolisch Spendenschecks an Jugendzentrum, Diezer Tafel oder – wie gerade geschehen – an den Malteser-Hilfsdienst überreichen.

Zahngold gesammelt

Eine Aktion, die aus den Aktivitäten heraussticht und von den Mitgliedern immer wieder bedeutungsvoll hervorgehoben wird, ist die von Friedhelm Bertram (Präsident 2000/01) erfundene „Zahngoldsammlung“. Regelmäßig stellten die Diezer Lions in den vergangenen Jahren dem Landkreis erhebliche Beträge für misshandelte Kinder zur Verfügung – insgesamt mehr als 100 000 Euro. Nicht zu vergessen ist auch die vom damaligen Präsidenten Michael Kürzinger (2004 bis 2005) ins Leben gerufene „Baumpflanzaktion von Apfelbäumen in der Diersteiner Au“.

Seit Jahren richten die Lions zusammen mit dem TuS Heistenbach ein Fußballturnier für D-Jugendliche aus. Zehn Mannschaften aus der Region kämpfen bei brütender Hitze oder kühlem Dauerregen unerschrocken und gesponsert von heimischen Unternehmen um den Sieg. Dem quirligen sportlichen Treiben steht Wochen später die Konfrontation mit der rauen Wirklichkeit gegenüber – dann, wenn Behindertensportgruppen und die Diezer Hospizgruppe bei der Spendenübergabe aus ihrem Alltag erzählen . . .

(hbw)

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