13.10.2017 03:30 | red

Imkertag: Von den Blümchen und den Bienchen

Montabaur Sie erinnern sich doch noch: Die Bienchen bestäuben die Blüte und . . . : Darum wird es am Deutschen Imkertag gehen, wenn mehrere Referenten über die Bedeutung von Bienenwachs, die Varroa-Milbe und unterschiedliche Beutensysteme sprechen. Diese Informationen sind nicht nur für Imker wichtig, sondern sollen auch Bürger über die Bedeutung der Biene informieren.

Die Waben mit wertvollen Vorräten haben die Bienen verschlossen. Daraus entsteht das Wachs.
Die Waben mit wertvollen Vorräten haben die Bienen verschlossen. Daraus entsteht das Wachs. Bild: Patrick Pleul (dpa-Zentralbild)

Die Deutschen essen pro Kopf im Jahr rund 1,1 Kilogramm Honig. 20 bis 25 Prozent dieser Menge wird in Deutschland erzeugt. Dafür sorgen die rund 110 000 Imker mit rund 750 000 Bienenvölkern. Viel bedeutender für die Volkswirtschaft ist jedoch die Bestäubung der Wild- und Kulturpflanzen durch Bienen. Aber die Lebens- und Nahrungsbedingungen für blütenbestäubende Insekten haben sich verschlechtert. Darauf weist der Deutsche Imkerbund hin. Veranstaltungen, wie der Deutsche Imkertag am Sonntag, 15. Oktober, 9 Uhr bis 16.00 Uhr, im Haus Mons Tabor, Stadthalle, Großer Saal, Koblenzer Str. 2, in Montabaur, sollen dazu beitragen. Der Imkerverband Nassau ist nach 1954 zum zweiten Mal Gastgeber. Ehrengäste werden sein: Bürgermeister der Verbandsgemeinde Montabaur, Edmund Schaaf, der Vizepräsident der LWK Rheinland-Pfalz, Heribert Metternich und der Landrat Frank Puchtler sowie MDL Michael Wäschenbach.

Wichtigstes Insekt

Wie sähe unsere Natur und unser Speiseplan aus, wenn es keine Bienen gäbe? Die Artenvielfalt in der Landschaft würde sich dramatisch verringern, die gesamte Ökologie wäre gestört, unsere Nahrungspalette drastisch minimiert und landwirtschaftliche Erträge reduziert. Denn: Die Honigbiene ist das wichtigste Bestäubungsinsekt unserer Wild- und Kulturpflanzen. Die Lebens- und Nahrungsbedingungen der Honigbienen haben sich in den letzten Jahrzehnten verschlechtert. Neben Bienenkrankheiten machen den blütenbestäubenden Insekten Nahrungsmangel, besonders auf dem Land und im Sommer, und der Einfluss von chemischem Pflanzenschutz zu schaffen. Die Imkerei war und ist ein Teil der Landwirtschaft. Deshalb steht sie heute als größter Flächenbesitzer mehr denn je in der Verantwortung, einen Beitrag dafür zu leisten, bestehende Lebensräume für Bienen zu erhalten, neue zu schaffen und für ein reichhaltiges Nahrungsangebot vom Frühjahr bis zum Spätsommer zu sorgen. Drei Referenten nehmen Stellung zu relevanten Themen:

Dr. Sebastian Spiewok ist stellvertretender Redaktionsleiter des Deutschen Bienen Journals im Deutschen Bauernverlag, Imker und hat sich besonders im letzten Jahr mit dem Thema Wachs intensiv auseinandergesetzt. Michael Weiler aus Bühl hat eine Bioimkerei und ist Fachberater für Demeter-Bienenhaltung und ökologisch orientierte Imkerei. Johann Fischer ist Beirat für imkerliche Fachfragen des Deutschen Imkerbundes e.V. und als Fachberater im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kaufbeuren tätig. Der Referent Prof. Dr. Wolfgang Schumacher ist emeritierter Leiter der Abteilung Geobotanik und Naturschutz der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn. In mehreren Kurzvorträgen sollen die Entwicklungen verdeutlicht und die Imkerschaft für das Thema sensibilisiert werden. In der Podiumsdiskussion stellen Vertreter unterschiedlicher Richtungen Beutensysteme vor und tauschen sich aus. Moderatorin Barbara Löwer hofft, dass eine lebhafte Diskussion und Interaktion mit dem Publikum entfacht werden kann.

Bienenwachsqualität

Etwa beim Themenkomplex Bienenwachs. Eine hochkomplexe Mischung verschiedener Fettsäuren, Alkohole und Fettsäureester. Insgesamt sind über 300 verschiedene Bestandteile im Bienenwachs nachgewiesen, eine synthetische Nachahmung ist aufgrund dieser Zusammensetzung nicht möglich. Diese Besonderheit macht echtes Bienenwachs zu einem wertvollen Produkt. Da es weltweit knapp und teuer ist, tauchte im Sommer 2016 verfälschtes Wachs auf dem Markt auf und führte zu Schäden an Bienenvölkern, weil Waben zusammenstürzten.

Die Rückmeldungen der Imker zeigten: Es bestehe große Unsicherheit. Mittlerweile hat der Imkerverband ein Qualitätsmanagement für die Imkereien erstellt, eine Broschüre über Bienenwachs veröffentlicht, einen Runden Tisch mit Experten aller betroffenen Bereiche einberufen und finanzielle Unterstützung für die Entwicklung einer einfachen, schnellen und preiswerten Methode zur Überprüfung der Wachsqualität in Hohen Neuendorf zugesagt. Das Problem sei die wissenschaftliche Definition von Bienenwachs. Sie werde als Grundlage für Entscheidungen herangezogen, sagte eine Sprecherin des Imkerbundes.

(red)

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