10.11.2017 03:00 | pelo

Freiwillige Feuerwehr in Schwalbach: 45 Jahre Chef der Feuerwehr: August Freund führte das „Freiwillige Löschcorps“

Schwalbach Vor 130 Jahren wurde die Freiwillige Feuerwehr in Schwalbach aus der Taufe gehoben. In der Liste der Gründerväter finden sich Familiennamen, die noch heute der Wehr verbunden sind.

August Freund, Feuerwehrhauptmann von 1887 bis 1932.
August Freund, Feuerwehrhauptmann von 1887 bis 1932.

Beim Ehrungsabend der Freiwilligen Feuerwehr am Freitag, 17. November, hat die Schwalbacher Wehr allen Grund zum Feiern. Vor 130 Jahren, am 25. September 1877, wurde das damals so bezeichnete „Freiwillige Löschcorps“ in Schwalbach aus der Taufe gehoben. Ort des Geschehens war das Gasthaus „Zur Friedenseiche“ in der Hauptstraße. Seit Juni 2016 führt die alte Traditionsgaststätte die Bezeichnung „Kultur Eiche“.

Auf diesen eigentlichen Geburtstag will der Vorsitzende des „Vereins der Freiwilligen Feuerwehr“, Helmut Scherer, ausdrücklich hinweisen, um dem 130. Gründungstag seine verdiente Aufmerksamkeit zu schenken. 42 Schwalbacher im Mannesalter füllten an diesem Tag die Gaststube. Familiennamen, die bis heute mit der Schwalbacher Wehr verbunden sind, kennzeichnen die Gründerliste, wie Adam, Bayer, Lorenz, Weil, Roos, Freund, Elzenheimer, Hemmerle, Hildmann, Hart, Henrich, Kreiner, Fay, Burckhardt, Benedick, Henninger, Schreiber, Mathes, Rudolph und Buch.

Weil sich im Ausmaß des Schankraums der Gaststätte bis heute augenscheinlich nicht viel verändert hat, stellt der Chronist fest, dass es an dem denkwürdigen Abend in der Dorfschenke sehr beengt und laut zugegangen ist. Der Versammlungsleiter musste sich oft mit einer Handglocke Gehör verschaffen, um den zehnköpfigen Vorstand zu wählen. Schließlich wurde zur Wahl des Hauptmanns aufgerufen. Die Wahl fiel auf den vorgeschlagenen Kandidaten August Freund. Stürmischer Applaus begleitete die Erwiderung des Gewählten, dass er die Wahl annehme: Schwalbach hatte seinen ersten Feuerwehrhauptmann.

Schutt und Asche

Das damals ländlich geprägte Dorf mit seinen bäuerlichen Höfen und seinen Fachwerkhäusern hat der Not gehorchend diesen Brandschutz ins Leben gerufen. Feuer hat gar oft Haus und Hof in Schutt und Asche gelegt. So kam es an diesem denkwürdigen Tag vor jetzt 130 Jahren zu dieser weitreichenden Bürgerinitiative.

August Freund bekleidete von 1887 bis 1932 sein Ehrenamt. In diese Zeit fiel der Erste Weltkrieg. Als Kommandierender der Wehr erlebte er den Tod von Feuerwehrkameraden auf den Schlachtfeldern des Krieges. August Freund blieb seiner Sache treu und schied nach 45 Jahren örtlichem Feuerwehrdienst aus. In der Tat zählt er zu den herausragenden Persönlichkeiten seiner Zeit in Schwalbach.

Scherer führt den Verein

Bis heute folgten ihm bisher sieben Männer als Kommandierende im Ehrenamt: Leonhard Steiner (von 1932 – 1962, mit Unterbrechung in der Zeit des Zweiten Weltkrieges), Georg Lauer (1962 – 1968), Josef Hart (1968 – 1985), Helmut Scherer (1985 – 2004), Josef Firle (2004 – 2014), Dietmar Gilles (2014 – 2017) und Marco Richter (seit Mai 2017 amtierender Stadtbrandinspektor). Nach der Stadterhebung am 9.Mai 1970 führte Ortsbrandmeister Josef Hart die Bezeichnung „Stadtbrandmeister“, die dann später in die Bezeichnung „Stadtbrandinspektor“ umgewandelt wurde. Der frühere Stadtbrandinspektor Helmut Scherer führt seit 1985, jetzt 32 Jahre lang, das Amt des Vorsitzenden des „Vereins der Feuerwehr“. Der Verein ist nicht zu verwechseln mit der aktiven Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr Schwalbach. Sowohl der Verein als auch die Einsatzbereitschaft gibt sich beim Ehrungsband am 17. November im Saal des Feuerwehrhauses ein Stelldichein.

(pelo)

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