Für rund 150 Menschen

Am Unisys-Park entstehen bezahlbare Wohnungen

Von Walter Mirwald
Insgesamt 58 Wohnungen errichten die Frankfurter ABG und die Gemeinde Sulzbach Am Unisys Park.
Hans Nietner/FNP

Bis April 2020 soll das Wohnquartier, in dem mehr als 150 Personen ihre neue Heimat finden werden, bezugsfertig sein. Bei den 58 Mietwohnungen handelt es sich um 21 geförderte und 37 frei finanzierte Wohnungen. Realisiert wird das Projekt von der ABG Frankfurt Holding GmbH, die 17 Millionen Euro investiert.

Bürgermeister Elmar Bociek (CDU) unterstrich bei der Feierstunde mit dem symbolischen Spatenstich, zu der auch die Bauarbeiter eingeladen waren, dass sich Sulzbach als ein Partner der Region sieht und sich den Herausforderungen des Wohnungsbedarfs im Ballungsraum Rhein-Main stellen will. Diese Partnerschaft mit der Region habe die Gemeinde bereits gesucht, in dem sie der Planungsgesellschaft für die Regionaltangente West beigetreten ist.

Gemeinde hat Hand drauf

Der Sulzbacher Bürgermeister begrüßte vor allen, dass eine so große Anzahl von Wohnungen im Mietbereich entsteht, denn: „In der heutigen Zeit ist es für die Projektentwickler wesentlich einfacher nach dem Motto vorzugehen, bauen, verkaufen, fertig“. Die Gemeinde Sulzbach hat ein Belegrecht für 20 Jahre für 21 Wohnungen und zahlt pro Wohnung 20 000 Euro, also insgesamt 420 000 Euro an die ABG Frankfurt Holding. Diese 21 Wohnungen können – so Bürgermeister Bociek – „zu einem sehr moderaten Mietpreis“ vergeben werden.

Die ABG Frankfurt Holding verfügt im Stadtgebiet über 52 000 Wohnungen und in der Region bisher über 1328. „Da kommen jetzt in Sulzbach weitere 58 dazu“, freute sich gestern Geschäftsführer Frank Junker und stellte die Frage: „Warum machen wir das?“

Die Antwort: In der Region herrsche ein großer Bedarf an bezahltem Wohnraum. Wenn sich heute einer auf eine Kirchturmspitze stellen würde und sagen würde, ich habe Eigentumswohnungen, würden die ihm aus den Händen gerissen. Junker: „Wir brauchen aber Wohnungen für ein Klientel, das einen schwierigen Zugang auf den normalen Markt hat.“ Es müsse Wohnungen geben für den Bauhofmitarbeiter, den Polizisten, die Krankenschwester und die Lehrerin.

Heimische Baufirma

Junker dankte der Gemeinde, dass sie das Projekt unterstützt und fördert und dass es nach einer längeren Vorgeschichte jetzt realisiert werden kann. Wie berichtet war zunächst die Deutsche Mietkauf als Investor mit im Boot, die das Grundstück dann an die ABG weiterverkauft hat.

Die ABG und die Gemeinde legen Wert darauf, dass mit dem in Sulzbach ansässigen Unternehmen Lanz Bau GmbH eine Firma aus der Region die Häuser baut. Die Planungen stammen von dem Frankfurter Architekturbüro Klaus Eismann & Partner.

Die 58 Wohnungen „Am Unisys-Park“ in Sulzbach werden in einem Ensemble mit insgesamt sechs Häusern errichtet, von denen drei in Reihe zur Straße stehen. Sie haben jeweils Durchgänge zu den drei frei stehenden Gebäuden im hinteren Bereich des Grundstücks.

Alle Wohnungen in den drei- und viergeschossigen Häusern verfügen über einen Balkon, eine Loggia oder eine Dachterrasse beziehungsweise Mietgärten. Den Bewohnern stehen zwei Tiefgaragen mit insgesamt circa 70 Stellplätzen zur Verfügung. Außerdem werden entlang der Straße 20 Außenstellplätze gebaut.

In der Einladung zum Spatenstich hieß die Anschrift zum Treffpunkt für die Gäste „Am Unisys-Park 3-5“. Wenn die neuen Wohnungen bezogen werden, wird die Postanschrift allerdings „Starenweg“ lauten. Die Gemeindevertretung hat im Mai dieses Jahres einstimmig beschlossen, ab 1. Oktober 2018 den Straßenamen umzuwidmen.

Hintergrund ist, dass der einst ortsansässige amerikanische IT-Dienstleister Unisys keinerlei Verbindung mehr zu Sulzbach hat und deshalb ein anderer Straßenname gewählt werden sollte.

Walter Mirwald