Streit um Sanierung

Diskussionen um Radweg in Hattersheim: Alles wieder offen

Von Manfred Becht
Wo wird er hinkommen, der Radweg am Südring?
Hans Nietner/FNP

Ein wenig Verwirrung hat es schon gegeben in der Debatte um die Sanierung des Südrings in Hattersheim. Der Radweg solle wegfallen, schimpften Anwohner und örtlicher ADFC einträchtig – und das, wo doch überall von der Verbesserung der Bedingungen für Radler die Rede sei. Es gebe überhaupt keinen Radweg dort, wehrte sich Bürgermeister Klaus Schindling vor der Stadtverordnetenversammlung. Und das stimmt auch.

Allerdings gibt einen Bürgersteig, auf dem Radfahrer zwar nicht fahren müssen, aber dürfen. Nach den bislang veröffentlichen Plänen soll dies künftig nicht mehr so sein, die Radler sollten runter und auf die Straße ausweichen. Und damit stimmt auch, was die Anlieger kritisierten, dass nämlich die Radler auf die Straße gezwungen würden – von kleinen Kindern abgesehen.

So richtig Klarheit gibt’s aber immer noch nicht. Die Anlieger berichten von Gesprächen mit dem Bürgermeister, nach denen es auch künftig einen Bürgersteig geben soll, auf dem die Radler fahren dürfen. Inzwischen hat das beauftragte Planungsbüro allerdings wissen lassen, dass dieser Weg dann 2,40 Meter breit sein müsse. Sollte der gebaut werden, müssen die Bushaltestellen anders angeordnet werden. Und dann fallen etwa ein Dutzend Parkplätze weg – genau so viele sollten eigentlich zusätzlich entstehen. Ihm gehe es schon darum, Sicherheit für die Radfahrer zu schaffen, so Schindling im Gespräch mit dieser Zeitung. In den nächsten Tagen werde es Gespräche mit den Experten in der Verwaltung geben, um Möglichkeiten auszuloten. Ergebnisse will und kann er nicht vorwegnehmen. Genau genommen ist damit alles wieder offen.

Ein zweites Thema ist die Grundschule, die südlich des Südrings gebaut werden soll. In den Plänen ist ein Bereich im Südring vorgesehen, in dem Eltern anhalten können, die ihre Kinder mit dem Auto bringen oder abholen. Rechtswidrig sei es, diesen Bereich vor Grundstückseinfahrten vorzusehen, auch wenn die Eltern nur kurz anhalten, haben sich die Anlieger anwaltlich versichern lassen.

Auch zu diesem Thema ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen. Beispielsweise steht noch gar nicht fest, ob die Schule dort tatsächlich gebaut werden kann, weil der Kreis die Grundstücke noch gar nicht hat. Und Bürgermeister Klaus Schindling weiß, dass aus vielen Gründen immer wieder darauf gedrungen wird, dass die Grundschüler zu Fuß kommen.

„Da haben wir ein kleines Rendezvous mit der Realität,“ sagt der Rathauschef. Und das heißt, dass einige Eltern trotzdem fahren, auch wenn man noch so viel Überzeugungsarbeit leistet. Er wolle auf keinen Fall, dass es in der Spindelstraße zu chaotischen Verkehrsverhältnissen komme. Genau dies sei aber zu befürchten, wenn man keine anderen Regelungen träfe. Es liegt auf der Hand, dass diese Debatte nur geführt werden muss, wenn die Schule dort gebaut wird. Ob das aber so schnell geklärt werden kann? Denn die Rede war auch schon davon, dass nach dem Jahreswechsel im Südring die Bagger anrollen.

Manfred Becht