10.11.2017 03:30 | Niklaus Mehrfeld

Ärger um geplantes Immobilienprojekt: Gerd Mehler weist Kritik zurück

Wicker Die Bauträgerfirma Noll hat den ehemaligen Geschäftsführer der Rhein-Main-Deponie-GmbH als Berater verpflichtet. Das sorgte für Ärger. Gerd Mehler erläutert seine Sicht der Dinge.

Auf diesem Areal in der Nähe der L 3017 will die Baufirma Noll Grundstücke kaufen.
Auf diesem Areal in der Nähe der L 3017 will die Baufirma Noll Grundstücke kaufen. Bild: Hans Nietner

Es geht um ein Millionengeschäft, es gibt verschiedene Interessen, viele Fragen, etliche Unklarheiten, aber nur wenige Antworten. Es geht um ein geplantes Grundstücksgeschäft in der Gemarkung „Auf dem Goldborn“. Das Areal befindet sich in Nähe der L 3017. Die Fläche verläuft parallel zur Straße „Am weißen Stein“, in der Nähe des Wickerer Ortsausgangs in Richtung Massenheim. Bei Gesprächen eines internen Arbeitskreises von Kommunalpolitikern von allen Fraktionen war darüber nachgedacht worden, ob dies ein künftiger Standort für eine Bebauung sein könnte. Rund 26 000 Quadratmeter groß ist das Areal. Ob eine Wohnbebauung sowie die Errichtung einer Kindertagesstätte und eines Einkaufsmarktes dort sinnvoll sind, darüber war noch keine Entscheidung gefällt worden. Das sagt jedenfalls CDU-Fraktionschef Marcus Reif. Beschlüsse zu dem Gebiet seien dazu nicht gefasst worden.

Eigentümer angeschrieben

Weil in der Zwischenzeit die zwölf Grundstückseigentümer des Gebietes von der Firma Noll Baugesellschaft mbH angeschrieben wurden, gab es Ärger auf verschiedenen Seiten. Zum einen bei den Anwohnern, die erst aus dem Bericht im Kreisblatt von dem Vorhaben erfuhren. Zum anderen bei den an den Gespräche beteiligten Politikern, die sich überrumpelt fühlten. Denn über den Standort sei zwar im Arbeitskreis gesprochen worden, doch eine erkennbare abgeschlossene Meinungsbildung dazu habe es nicht gegeben.

In dem Schreiben des Immobilienentwicklers an die Grundstückseigentümer heißt es wörtlich: „Die Noll Baugesellschaft als 100-prozentige Tochter der Bauunternehmung Albert Weil AG ist ein mittelständisches Unternehmen, welches im Bereich der Immobilienentwicklung tätig ist. In Abstimmung mit der Stadt Flörsheim ist am Ortsrand von Wicker in Richtung Massenheim die Errichtung eines kleinflächigen Lebensmittelmarktes als Nahversorgungsmöglichkeit für die örtliche Bevölkerung geplant. Darüber hinaus sollen Flächen für eine Kindertagesstätte vorgehalten werden und eine größere Zahl von Baugrundstücken entstehen.“

Dass als Vertrauensperson für die Verhandlungen der Grundstückseigentümer mit der Firma Noll dann Gerd Mehler in den Schreiben angegeben wird, erstaunte politische Konkurrenten des Flörsheimer SPD-Vorsitzenden. Die Bauträgerfirma Noll hat den ehemaligen Geschäftsführer der Rhein-Main-Deponie-GmbH sowie der Main-Taunus-Recycling GmbH nach eigener Aussage für einen niedrig vierstelligen monatlichen Betrag als Berater verpflichtet. Gerd Mehler erläutert seine Sicht auf den Verlauf des Verfahrens. „Der Bauträger tat dann das, was alle privaten Bauherren tun. Er fragte bei der Stadt nach, ob sein Vorhaben möglich sein könnte. Die Stadt sah keine grundsätzlichen Bedenken. Das Vorhaben könnte gegebenenfalls sogar im städtischen Interesse liegen. Diese Aussage der Stadt ist auch deshalb korrekt, weil eine potenzielle Erweiterungsfläche am Wickerer Ortsrand seit Monaten dem interfraktionellen Arbeitskreis Stadtentwicklung und damit allen Fraktionsvorsitzenden bekannt ist. Diese Fläche ist sogar in einem Lageplan auf CDU-Kopfbogen dargestellt“, behauptet Mehler. Der Bauträger prüfe nun eine mögliche Realisierung seines Vorhabens. Dazu gehörten die Verfügbarkeit der Grundstücke, die Erschließung mit Straßen, Kanal und Wasser, sowie baurechtliche Fragen. „In diesem Zusammenhang wurde ich gebeten, wegen meiner Ortskenntnisse dabei behilflich zu sein. Da ich das Projekt im Interesse des Stadtteils Wicker für sinnvoll halte, habe ich gerne zugesagt“, erläutert der SPD-Vorsitzende. Wenn die grundlegenden Fragen geklärt seien, werde der Investor entscheiden, ob er sein Vorhaben weiterverfolge. Sollte dies der Fall sein, würden die Pläne den städtischen Gremien vorgestellt. Schließlich seien bauplanungsrechtliche Beschlüsse erforderlich. Vor der Beteiligung der Gremien würden also keine Fakten geschaffen, versichert Gerd Mehler.

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