Krankheitsstatistik in 2017

Grippe und Rückenleiden bei Erkrankungen an der Spitze

Von Manfred Becht
Symbolbild
dpa/FNP

Die Menschen in den Landkreisen Main-Taunus- und Hochtaunus waren im Jahr 2017 häufiger krank als im Jahr zuvor, aber immer noch deutlich weniger als der Durchschnitt in Hessen oder ganz Deutschland. Zumindest gilt dies für die Kunden der DAK, denn diese Krankenkasse hat diese Zahlen ermittelt und jetzt vorgestellt. Immer häufiger fehlen, so ein weiteres Ergebnis, Angestellte wegen psychischer Krankheiten am Arbeitsplatz.

3,6 Prozent betrug der Krankenstand im Jahre 2017 in den beiden Landkreisen – das bedeutet, dass durchschnittlich täglich 36 von 1000 Angestellten krankgeschrieben waren. 2016 betrug der Krankenstand noch 3,3 Prozent. Aber die beiden Landkreise stehen immer noch deutlich besser da als Hessen insgesamt mit 4,2 Prozent und Deutschland insgesamt mit 4,1 Prozent. Zahlen für die beiden Landkreise im einzelnen kann die DAK nicht vorlegen.

Über die Ursachen für die Unterschiede und Veränderungen kann man nur spekulieren. 2017 habe es eine Grippewelle gegeben, liefert die Bad Homburger Arbeitsmedizinerin Birgit Lindenthal eine mögliche Erklärung für die Steigerung. Dass die beiden Kreise bessere Werte haben als Hessen insgesamt, liegt womöglich daran, dass der Altersdurchschnitt dort geringer ist und mehr Menschen Büroarbeitsplätze haben. Diese Vermutung wird bestätigt durch relativ niedrige Zahlen für Wiesbaden und Frankfurt.

Kein Tabuthema mehr

Erkrankungen der Atemwege und Probleme des Muskel-Skelett-Systems – Bandscheibenvorfälle, Rückenschmerzen, Knieprobleme – verursachten die meisten Fehltage in 2017. Erheblich, nämlich um 25 Prozent, zugenommen haben die Fehltage durch psychische Erkrankungen, auf 100 Versicherte kamen 222 Fehltage im Jahr. Damit wird ein Trend der vergangenen Jahre fortgesetzt. Arbeitsmedizinerin Lindenthal geht davon aus, dass die Zahl der Erkrankungen nicht um ein Viertel zugenommen hat. Vielmehr seien die Erkrankungen weniger ein Tabuthema als früher, häufiger würden bestimmte Symptome auf sie zurückgeführt.

(bt)

Manfred Becht