09.11.2017 03:00 | Sascha Kröner

Seniorenwohnanlage in Hattersheim: Kaputter Aufzug: Wenn die Treppenstufen zur Qual werden

Hattersheim Für Senioren, die in den höheren Etagen wohnen sind die Treppen kaum zu bewältigen, wenn der Lift streikt. Doch der soll nun schnell wieder repariert werden.

Mit diesem Aushang informiert die Hawobau die Bewohner, dass der Aufzug zum Wochenende wieder funktionieren soll.
Mit diesem Aushang informiert die Hawobau die Bewohner, dass der Aufzug zum Wochenende wieder funktionieren soll.

Stefanie Haeger war eine der letzten, die den Aufzug der Seniorenwohnanlage in der Schulstraße 42 am Donnerstag nutzten. Die 69-Jährige erzählt, dass sie gegen 12.30 Uhr vom Einkaufen kam und nach oben fuhr. Kurz darauf habe der Lift still gestanden und sei bis heute nicht repariert worden. Die Seniorin wandte sich an diese Zeitung, um auf die Situation hinzuweisen. „Der Aufzug ist alt und marode“, sagt Stefanie Haeger. Da gebe es immer mal Probleme. So lange wie derzeit sei das Gerät aber noch nicht ausgefallen.

Die Seniorin berichtet, dass sie im dritten Stock wohne und auf den Fahrstuhl angewiesen sei. Sie könne die Treppen zwar hinunter laufen, sei dann aber gesundheitlich nicht mehr in der Lage, nach oben zu kommen. In dem Gebäude, das der Hattersheimer Wohnungsbaugesellschaft (Hawobau) gehört, leben laut Stefanie Haeger 38 Parteien. Alleine in ihrer Etage gebe es fünf weitere Personen, die nicht in der Lage seien das Treppenhaus zu bewältigen.

Dass es in einem Wohnhaus für Senioren nur einen alten Aufzug gibt und keine Ersatzteile vorhanden zu sein scheinen, kann die 69-Jährige nicht verstehen. Von der Hawobau fühlt sie sich nicht richtig ernst genommen, weil man ihr telefonische Rückrufe versprochen habe, die nicht erfolgten. Stefanie Haeger räumt ein, dass die Wohnungsbaugesellschaft angeboten habe, Einkaufshilfen für die Senioren zu organisieren. Ihr persönlich gehe es aber nicht nur um Einkäufe, sondern um das Gefühl, nicht aus ihrer Wohnung heraus zu können. „Eingesperrt sein, ist sehr unangenehm“, betont die Seniorin. Sie sei in das Haus für ältere Menschen eingezogen, um sich sicher zu fühlen. Dies sei ohne einen Aufzug nicht der Fall.

Das Warten der Bewohner könnte schon bald ein Ende haben. Auf Nachfrage erklärte Konrad Schirmer von der technischen Abteilung der Hawobau, dass das fehlende Teil heute geliefert werde und direkt installiert werden soll. Schirmer erläutert, dass die Hawobau einen Wartungsvertrag mit einer Fachfirma geschlossen habe. Dieses Abkommen sehe vor, dass ein Mitarbeiter spätestens zwei Stunden nach einer Panne vor Ort sein müsse. Im aktuellen Fall sei ein Steuergerät ausgefallen, das sich nur schwer ersetzen ließ. Der Hawobau-Mitarbeiter weist darauf hin, dass der Aufzug 20 Jahre alt sei. Weil das betreffende Teil nicht mehr produziert wird, habe die zuständige Fachfirma ein Ersatzteil per Expressversand im Ausland bestellt. Dass sich die Hawobau nicht bei den Bewohnern melde, bezeichnete Schirmer als Gerücht.

Es ist nicht das erste Mal, dass Senioren entlang der Schulstraße unter einem defekten Aufzug leiden: Im Frühjahr war bereits der Fahrstuhl im Nebengebäude in der Schulstraße 40 für mehrere Wochen ausgefallen. Das Haus gehört einer Eigentümergemeinschaft, die ebenfalls einen Wartungsvertrag mit einem Fachunternehmen geschlossen hat. Der dortige Hausverwalter kündigte damals an, den Eigentümern die vollständige Erneuerung des Aufzugs vorschlagen zu wollen.

(sas)

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