10.11.2017 03:30 | Manfred Becht

Fördermitglieder gesucht: Musikschule: Es gibt noch viel zu tun

Eppstein Vor einem Jahr bezog die Musikschule ihr neues Domizil am Bahnhof. Auch deshalb sind die Schülerzahlen stark angestiegen.

Der Magistrat besucht die neue Musikschule. Musiklehrerin Carmen Harren (vorne) spielt für die Politiker auf dem Flügel.
Der Magistrat besucht die neue Musikschule. Musiklehrerin Carmen Harren (vorne) spielt für die Politiker auf dem Flügel. Bild: Knapp

Der Raum mit den Schlagzeugen und anderen Rhythmusinstrumenten macht Gesche Wasserstraß glücklich. Denn dieses Thema hat die Leiterin der Musikschule Eppstein-Rossert über viele Jahre die meisten Nerven gekostet: Wo unterrichtet man Schlagzeug, ohne dass irgendwann die Nachbarn auf die Barrikaden gehen? Im neuen Musikschulhaus am Bahnhof ist das kein Problem. Die Wände sind schalldicht, nur durch die Decke dringt gelegentlich ein leises Klopfen in den Raum darüber. „Das ist ein Haus der Musik“, sagt Wasserstraß – und es wäre seltsam, würde man auf absolute Stille spekulieren.

Im Gegenteil: Es geht oft lebhaft zu – und das mit steigender Tendenz. Die Zweite Vorsitzende des Vereins, Elvira Strahlendorf, hatte zum Besuch des Magistrates eine beeindruckende Statistik mitgebracht: 352 Namen standen im August des Jahres 2016 auf der Liste der Schüler, jetzt sind es 478. Das ist ein Zuwachs um 36 Prozent. Nein, sagt Wasserstraß, alleine dem neuen Gebäude ist der Aufwärtstrend nicht zu verdanken.

Eröffnung vor einem Jahr

Es ist auch kein dauerhafter Trend, sondern die Schülerzahlen bewegen sich in Wellenbewegungen auf und ab. Jetzt sieht es aber schon so aus, als bewege sich die Durchschnittszahl auf einem höheren Niveau, und das hat schon auch mit dem Neubau zu tun. Denn alleine 30 Mitglieder zählt der Chor der Musikschule, den der Verein ohne eigenes Domizil, gar nicht hätte betreiben können. Auch die Lage erweist sich als Vorteil: „Viele Erwachsene kommen auf dem Weg vom Bahnhof einfach mal rein und erkundigen sich nach den Angeboten“, sagt Wasserstraß.

Bekanntlich hatte sich die Musikschule, 1972 gegründet, über viele Jahre mit Raumproblemen herumgeschlagen. Die Einrichtung wich unter anderem auf die Schulen aus, und auch die Stadt half aus, wenn es ging. Der Musikschule selbst ein eigenes Haus zur Verfügung zu stellen, dazu konnte sich die Eppsteiner Politik nie durchringen. Erst eine Millionenunterstützung der Reinhard- und Sonja-Ernst-Stiftung machte den Bau möglich. Der wurde vor rund einem Jahr eröffnet.

So ganz fertig geworden ist das Projekt bisher nicht. So muss die Beleuchtung im großen Saal nachgebessert werden, und an der Heizungsanlage gibt es Mängel. Die aber werden im Rahmen der Gewährleistung behoben. Bei der Einrichtung geht es Schritt für Schritt voran. Zuletzt wurden Stühle beim Discounter gekauft; Schrankwände und andere Möbelstücke auf Spendenbasis beschafft. „Wir haben kein Geld, um das alles gleich zu kaufen“, sagt Wasserstraß.

Sie ärgert sich deswegen nicht; hat vielmehr die Probleme im Auge, die die Musikschule mit dem Haus gelöst hat. „Das war alles in meinem Keller“, deutet sie auf einige Kisten, in denen Kostüme für die Aufführungen der Kinder verpackt sind. Zu Hause hat sie jetzt so viel Platz, dass sie schon über den Einbau einer Sauna nachgedacht hat.

Platz reicht nicht

Allerdings widmet Wasserstraß ihre Aufmerksamkeit doch lieber der Musikschule. Und da ist noch allerlei zu tun. So ist noch nicht ganz klar, ob und wie die Finanzierung der laufenden Gebäudekosten zu schaffen ist. Das ist alleine Sache der Musikschule, die dafür die Möglichkeit geschaffen hat, förderndes Mitglied zu werden. Das kostet 25 Euro im Jahr, für Familien 40 Euro. Wie viele Fördermitglieder die Musikschule braucht, ist noch völlig offen, denn es gibt noch keine Nebenkostenabrechnung. So sieht der Verein den ersten Zahlen im Januar mit einer gewissen Spannung entgegen. Aufräumen muss die Vorsitzende mit der immer wieder geäußerten Vermutung, die Musikschule brauche nun keine Räume in Schulen und Kindergärten mehr. Das ist allein zahlenmäßig falsch, denn für möglicherweise bald 500 Schüler reicht der Platz nicht aus. Außerdem hat es sich als Vorteil herausgestellt, mit Kitas und Grundschulen zusammen zu arbeiten, gerade die Eltern kleiner Kinder wissen wohnortnahe Angebote zu schätzen. Und gerade in diesen Altersgruppen hat es jetzt wieder erheblichen Zulauf gegeben.

Kommentare



zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Ein neues Posting hinzufügen


Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.
Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername: *
gewünschtes Passwort: *
Wiederholung Passwort: *
E-Mail: *
Kundennummer falls vorhanden:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage: Die deutsche Flagge setzt sich aus folgenden Farben zusammen: Schwarz, Rot und?: 

Weitere Artikel aus Main-Taunus

Bürgerversammlung zu Sinai im Bürgerhaus Neuenhain: Michael Henninger (Stadtentwicklung) am Rednerpult
Bad Soden
|
Kosmetik-Unternehmen

Bad Soden: Anwohner kritisieren Cosnova

Weitere Artikel aus Main-Taunus

Rubrikenübersicht