09.11.2017 03:00 | Walter Mirwald

Raumnot in der Sulzbacher Cretzmarschule: SPD-Kritik an neuen Containern: Klassenräume wie ein Stromkraftwerk

Sulzbach In der Cretzschmarschule herrscht Raumnot. Der dafür zuständige Main-Taunus-Kreis will helfen und lässt mobile Klassenräume aufbauen. Die SPD kritisiert, die würden aussehen wie ein Stromkraftwerk.

Der Schulhof der Sulzbacher Cretzschmarschule.
Der Schulhof der Sulzbacher Cretzschmarschule.

Erstmals nach vielen Jahren wurden in der Cretzschmarschule nach den Sommerferien am 15. August dieses Jahres wieder vier erste Klassen eingeschult. Dies führte zu einer akuten Raumnot. Es sorgte zudem für Aufregung bei jungen Eltern, die einen Betreuungsplatz für ihr Kind benötigen.

Bürgermeister Elmar Bociek (CDU) sandte aber Ende Juli ein beruhigendes Signal. Der Kreis wolle mit dem Bau von Containerräumen die Situation entschärfen. In diesen Tagen wurden gegenüber des Haupttraktes der Grundschule zwischen dem Pavillon und dem „grünen Klassenzimmer“ mobile Klassenzimmer aufgebaut, in die im Frühjahr vier Schulklassen einziehen können.

Grau und fensterlos

Diese verschandeln nach Ansicht der Sulzbacher SPD allerdings das Gelände der Cretzschmarschule. SPD-Pressesprecherin Julia Buderus-Feder: „Das neue Gebäude ähnelt mehr dem eines Stromumspannwerks als einem Gebäude, in dem Kinder lernen und betreut werden sollen.“ Der Bau habe sich weder optisch, in der Form, noch farblich in die bestehende Bebauung eingefügt, und eine graue hohe fensterlose Wand sei nun dem Schulhof zugewandt.

Die SPD wertet das als ein Versagen der Gemeinde Sulzbach, weil Bürgermeister Elmar Bociek dem Bau zugestimmt habe. Buderus-Feder: „Hier stellt sich die Frage, wie viel Einfluss Sulzbach bei den Verantwortlichen im Kreis tatsächlich hat und haben will.“

„Erfolgsgeschichte“

Während die Sulzbacher SPD mault, sprechen die zuständigen Fachleute im Kreis von einer Erfolgsgeschichte. Pressesprecher Dr. Johannes Latsch berichtet auf Anfrage dieser Zeitung, dass ursprünglich geplant war, zum Schuljahr 2018/2019 mobile Klassenräume mit einem Kostenaufwand von 520 000 Euro aufzustellen. Inzwischen habe sich aber die Möglichkeit ergeben, die mobilen Räume zu kaufen, die bis zur Fertigstellung von Bauarbeiten an der Regenbogenschule Hattersheim aufgestellt waren. Latsch: „Die Kosten für den Kauf einschließlich Aufstellung, Installation und Nebenkosten summieren sich auf 410 000 Euro, also wesentlich günstiger als die ursprüngliche Variante. Zudem erhalten wir statt zwei vier Räume und haben alles im Frühjahr fertig statt in den Sommerferien – kurzum: mehr, schneller, günstiger.“ Zur Lage der Fenster heißt es aus dem Kreishaus: „Die Bauten wurden so ausgerichtet, dass wir in den Unterrichtsräumen bestmögliches natürliches Licht für die Schüler haben.“

Im Sulzbacher Rathaus wird die vom Kreis veranlasste schnelle Vorgehensweise begrüßt, weil die Gemeinde mit den vier neuen Räumen „eine angemessene Betreuung gewährleisten kann“. Die geäußerte Kritik bediene sich in erster Linie ästhetischer Argumente. Zweifellos würden die fertigen, vom Kreis zur Verfügung gestellten Container aus einem architektonischen Schönheitswettbewerb wohl nicht als Sieger hervorgehen. Doch würden der Gemeinde außer der Raummiete keine Kosten entstehen.

(wm)

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