10.11.2017 03:00 |

Enger Kontakt: Autor Ralf Schwob ist in der Region verwurzelt

NAUHEIM Mit Ralf Schwob haben Kulturamt und Gemeindebücherei einen Autor mit steigendem Bekanntheitsgrad in die Bücherei geholt, um den Auftakt der Lesewochen attraktiv zu gestalten. Der Groß-Gerauer kommt gerne nach Nauheim, Büttelborn aber liegt ihm näher.

Autoren unter sich: Ralf Schwob (rechts) unterhält sich mit Michael Buttler, der am 21. November aus einem neuesten Krimi liest.
Autoren unter sich: Ralf Schwob (rechts) unterhält sich mit Michael Buttler, der am 21. November aus einem neuesten Krimi liest.

Ralf Schwob bekennt sich zu seinen Wurzeln. Auftritte in der Region sind für den Groß-Gerauer Krimi-Autor eine angenehme Pflicht. Am Dienstagabend hat er vor mehr als zwei Dutzend Literaturfreunden in der Gemeindebücherei aus seinem neuen Roman „Holbeinsteg“ vorgetragen.

Muss er noch diese kleinen Lesungen halten? Erst kürzlich machte Schwob auf der Frankfurter Buchmesse auf sich aufmerksam. Anfragen für Lesungen treffen bei dem Groß-Gerauer regelmäßig ein. „Zwölf bis 15 sind es mittlerweile im Jahr“, berichtet er. Und Schwob verspricht im gleichen Atemzug: Der Gemeindebücherei halte er die Treue.

Seine regelmäßigen Stippvisiten in Nauheim hängen nicht damit zusammen, dass sein neuestes Werk „Holbeinsteg“ in der Bibliothek auszuleihen ist, wie Büchereileiter Klaus Meyers vor der Lesung stolz mitteilt. Vielmehr bekennt sich Schwob zum mühsamen Weg eines Autors, der kein Millionenpublikum hinter sich weiß: „Ich bin stets froh, eingeladen zu werden.“

Spitze gegen Büttelborn

Je nach Veranstaltungsort stelle er Unterschiede in der Wahrnehmung fest. Ein Groß-Gerauer Auditorium erkenne die in der Kreisstadt handelnden Szenen selbstverständlich viel schneller als Zuhörer in Darmstadt. Entsprechend variiere er seine Auftritte. Je nachdem wähle er dieses oder jenes Kapitel. Kürzlich, erzählt er beim Plausch vor seinem Auftritt, habe er in der Kreisstadt eine spitze Bemerkung über das südlich gelegene Büttelborn formuliert. Prompt habe einer aus dem Publikum mit den Worten reagiert: „Oh-oh, das gibt Ärger.“

Schwob bereite sich daher auf Lesungen immer wieder neu vor. Ohne Lesungen sei der Bekanntheitsgrad nicht zu steigern, nicht mal bei populären Autoren wie Sebastian Fitzek. „Auch der sitzt auf der Buchmesse und signiert zwei Stunden“, beobachtete Schwob in Frankfurt. Es reiche nicht, darauf zu vertrauen, dass ein Verlag das neue Buch bewerbe. „Ich muss schon selbst öffentlich werden“, weiß er.

Das nächste Mal wird das am 8. Dezember in Frankfurt sein. Der Termin sei so jungfräulich, dass er nicht mal die genauen Auftrittsdaten wisse, aber auf seiner Homepage und Facebook-Seite rechtzeitig bekanntgeben wird. Ein weiterer Termin steht am 4. Januar beim Darmstädter Literaturinstitut an.

Eine Leiche im Keller

Wie es mittelfristig weiter geht, kann Schwob schon umreißen. Sein nächstes Buch will er in den 80er Jahren und in der Gegenwart ansiedeln. Dessen Handlung weise wieder viele lokale Bezüge auf und stecke voller Erinnerungen. Um was geht’s? „Erwachsene treffen sich nach vielen Jahren wieder und entdecken, dass sie eine Leiche im Keller haben“, macht er neugierig auf das Werk, das voraussichtlich im Herbst/Winter 2019 erscheint.

Noch steckt Schwob mitten in der Recherche. Bei Lesungen nutzt er für den einen oder anderen Impuls die Zwiesprache mit seinem Publikum. Darüber hinaus scheut er sich nicht, über Facebook um Unterstützung zu bitten, wenn er etwas wissen muss. Wie etwa vor wenigen Tagen mit der Frage, ob zwei Bahnübergänge in Groß-Gerau in den 80er Jahren nachts geöffnet oder permanent geschlossen waren. Prompt habe er fundierte Auskunft von einer früher dort beschäftigten Bahnwärterin bekommen, freut er sich.

Geschlossene Bahnübergänge? Das ist für Nauheimer ein Stichwort, sorgten die im Ort inzwischen verschwundenen Bahnübergänge doch einst für mächtig Verdruss. Kommt also eines Tages ein Schwob-Roman, dessen Handlung in der Musikgemeinde spielt? Der Autor schließt nichts aus, gesteht aber, dass ihm Büttelborn als Groß-Gerauer räumlich etwas näher ist. Aber das liege sicher nur an der Autobahn, scherzt er und beginnt seine Lesung.

 

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