08.11.2017 03:00 |

Hafenmeisterin: Claudia Metz ist das Aushängeschild des Yachtclubs

RAUNHEIM Claudia Metz ist Hafenmeisterin beim Yachtclub Untermain. Technische Aufgaben fallen nicht in ihren Bereich, sie kümmert sich um das allgemeine Wohl.

Hafenmeisterin Claudia Metz kontrolliert, ob die Boote fest vertäut sind.
Hafenmeisterin Claudia Metz kontrolliert, ob die Boote fest vertäut sind. Bild: Rüdiger Koslowski

Beim Abbau der Hafeneinrichtung beim Yachtclub Untermain ist Claudia Metz eine unter vielen. „Das sind doch alles erwachsene Leute. Jeder weiß, was er zu tun hat“, stellt die 50-Jährige fest und blickt über das Hafengelände. Sie selbst packt beim Auf- und Ausräumen des Clubcontainers mit an. Für den Club ist die Saison nun endgültig zu Ende. Der Verein muss für die kalte Jahreszeit den Hafen wegen Hochwassergefahr räumen. Alle mobilen Einrichtungsgegenstände und die Schwimmstege müssen in das Winterlager.

Für Metz endet damit ihre erste Saison als Hafenmeisterin. Sie übernahm das Amt im Frühjahr. Bisher aber nur kommissarisch. Bei der Hauptversammlung stellte sich Vorgänger Rüdiger Jäckel nicht mehr zu Verfügung. Metz war nicht anwesend. Vorsitzender Dietmar Krüger fragte sie später, ob sie Interesse an dem Amt habe. Metz willigte ein, „dem Club zuliebe“, sagt sie. Und weil sie die Aufgabe interessant findet. Bei der nächsten Versammlung will sie sich offiziell wählen lassen. Als typische Aufgabe für Männer empfindet Metz den Job eines Hafenmeisters nicht. Es gebe doch auch Schleusenwärterinnen und Schleusenmeisterinnen, sagt sie.

Gute Seele im Hafen

Die Leitung des Hafenabbaus fällt indessen nicht in ihren Aufgabenbereich. Die Federführung ist inzwischen beim technischen Leiter gelandet. Der übernimmt auch die anderen technischen Aufgaben, die bei der Unterhaltung des Hafens anfallen. „Ich bin eine Frau, ich muss jetzt nicht versuchen, einen Container zu ziehen“, nimmt sie kein Blatt vor den Mund und verweist auf die zahlreichen anwesenden Männer. Metz ist vielmehr die gute Seele im Hafen, und sie geht immer mit offenen Augen über die Anlage, um Missstände aufzuspüren.

Ihre hauptsächliche Aufgabe besteht darin, Gastanlieger in Empfang zu nehmen. „Claudia ist das Aushängeschild des Vereins für unsere Gäste“, schaltet sich Vorsitzender Krüger ein. Haben die Gäste ihre Boote vertäut, erfahren sie von der Hafenmeisterin alles Nützliche rund um den Hafen. Dazu gehören die Einrichtungen wie Clubcontainer und Sanitäranlage, die die Helfer gerade abbauen. Sie informiert zudem über Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants. „Die Gäste sollen sich wohlfühlen“, pflichtet Metz bei.

Auch wenn die Unterhaltung der Technik nicht in ihren Händen liegt, wirft sie regelmäßig einen Blick auf die technischen Einrichtungen des Hafens. Wenn sie das Gelände betritt, läuft sie nicht den Fußweg zum Clubcontainer, sondern auf dem Steg an den Booten entlang und schaut nach, ob sie ordentlich vertäut sind. Vielleicht stößt ein Boot an den Dalben. Vielleicht hat sich Treibholz am Heck des Bootes am Motor verkeilt. Fällt ihr etwas auf, informiert sie die Bootseigner. Die Hafenmeisterin nimmt die Schwimmstege unter die Lupe. Vielleicht hat sich eine Planke gelöst und wird zur Stolperfalle.

„Ein Hobby für uns“

Metz ist also für die Rundumversorgung im Hafen zuständig. Sie und ihr Mann Torsten sind seit drei Jahren Mitglied beim Verein. Das Ehepaar saß am Mainufer und schaute den vorbeiflitzenden Sportbooten zu. „Mensch, das wäre doch ein Hobby für uns“, sagte Claudia Metz damals zu ihrem Mann.

Sie hatten sich erst ein kleines Sportboot gekauft, das das Paar in diesem Jahr gegen eine größere Yacht eintauschten. Deshalb reichte es in diesem Jahr auch nur zu kleineren Ausflügen an den Eichstätter See und in die Auen. Denn das Boot wollten sie zunächst einrichten. Für das kommende Jahr steht eine 14-tägige Reise mit der Yacht fest im Terminkalender. Das Ziel ist indessen noch unbekannt.

„Das ist ein tolles Hobby“, findet Metz. Die frische Luft ist eine Sache. Sie ist vielmehr fasziniert vom Blick vom Wasser auf das Land. „Man lässt den Stress ganz einfach am Ufer zurück“, schwärmt die Hafenmeisterin des Yachtclubs.

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