Kommunales Leben

Das war das Nachbarschaftsfest auf dem Böllensee-Platz

Von DANIELA HAMANN
Integrationslotsin Zarguna Maywand (links) befragt beim Nachbarschaftsfest die Gäste nach ihren Wünschen zum neuen Nachbarschafts- und Familienzentrum.
FNP

Zarguna Maywand hat eine Mission. Mit einem Mikrofon mit integriertem Aufnahmegerät in der Hand läuft sie am Samstag über den von vielen Menschen bevölkerten Böllensee-Platz und versucht, mit den Besuchern des zwölften Nachbarschaftsfests ins Gespräch zu kommen.

Maywand ist seit fünf Jahren Integrationslotsin im Integrationsbüro der Stadt. „Wir möchten von den Gästen des Nachbarschaftsfest heute wissen, was sie sich für das Nachbarschafts- und Familienzentrum wünschen und wie sie das Bauprojekt insgesamt finden“, berichtet Maywand. Sie nehme das Gesagte mit dem Mikrofon auf. „Viele der Gäste möchten jedoch nicht in das Aufnahmegerät sprechen, obwohl alles anonym ist“, sagt die Integrationslotsin etwas traurig.

Dann hat sie jedoch eine Familie gefunden. Die Befragten sagen, sie wünschten sich insbesondere Projekte für Frauen, wie zum Beispiel Nähkurse. Auch Sprachkurse in Deutsch werden von der Familie als Wunsch genannt. Maywand zeigt ihren Gesprächspartnern die Pläne des Nachbarschafts- und Familienzentrums, die an einer großen Pinnwand neben dem Stand der städtischen Wohnungsbaugesellschaft, die das Projekt plant, zu sehen sind.

Beginn im Februar

Die Bauarbeiten des Neubaus, in den neben dem Nachbarschafts- und Familienzentrum auch der Verein für Jugendsozialarbeit „Auszeit“, eine neue Kita und eben die Gemeinde selbst einziehen wird, sollen im Februar 2019 beginnen, erzählt der Pfarrer der evangelischen Martinsgemeinde, Andreas Jung. „Im Januar werden wir uns von dem Altbau verabschieden“, kündigt er an. Wenn der Bau nach Plan verlaufe, werde das Gebäude Anfang 2021 einzugsbereit sein. „Die Gewobau hat alle Beteiligten eng in die Planungen mit einbezogen. Das war toll“, lobt Jung die Wohnungsbaugesellschaft. So stehe die Raumverteilung schon fest. „Die Kita für rund hundert Kinder ab Krippenalter und Auszeit werden in das Erdgeschoss ziehen. Das Nachbarschafts- und Familienzentrum, sowie unsere Kleiderkammer Kinderherz wird ihre Räumlichkeiten im Obergeschoss haben“, erklärt Andreas Jung.

Auch eine Übergangslösung für die Zeit der Bauarbeiten sei bereits gefunden. „Wir werden in die Paul-Hessemer Straße, in den ehemaligen Mädchentreff vor der jetzigen evangelischen Kita, ziehen“, berichtet der Pfarrer. Jung stellt zudem fest: „Auch wenn hier gebaut wird, unseren traditionellen Bikergottesdienst im Mai wird es weiter geben. Wir ziehen dann eben auf die Straße und den Platz um.“

Interessiert sehen sich viele der Besucher des Nachbarschaftsfests die Planungen für den Neubau an. Doch auch andere Dinge wecken die Neugier. So ist in diesem Jahr zum ersten Mal die Freiwillige Feuerwehr bei dem Fest mit dabei. Etwas abseits des Platzes bieten die Brandschützer Eltern und Kindern die Möglichkeit, ein Feuer unter kontrollierten Bedingungen zu löschen. Die Besucher dürfen sich zudem den großen Einsatzwagen genau ansehen.

Schminken und Basteln

Damit die kleinen Gäste toben und spielen können, gibt es eine Hüpfburg und einen Baseball-Käfig. Bastel- und Schmink-Station laden zum kreativen Tun ein. Für das Essen haben die Bewohner der Siedlung selbst gesorgt. Die Einnahmen durch den Verkauf der Speisen werde an die Tanzabteilung der Turn- und Sportvereinigung (TuS) Rüsselsheim gespendet, erklärt Andrea Kelm von Auszeit. Der Verein Auszeit rief das Nachbarschaftsfest vor zwölf Jahren ins Leben. Nach und nach wurde es größer. Diesmal nahmen etwa 250 Besucher an dem Fest teil.

DANIELA HAMANN