Schulkinowochen

Der Film „Heidi“ begeistert noch immer

Von DANIELA HAMANN
Younes, Nora (vorne) und Miriam (hinten) freuen sich über den Kinofilm.
FNP

„Ich will ganz vorne sitzen!“ – „Nein, glaub mir, hier hinten sind die besten Plätze!“ So schallte es am Dienstagmorgen um 8.30 Uhr aufgeregt durch die Burglicht-Spiele. Gerade sind die Schüler der Klassen 2a, 2b, 2c und der Intensivklasse mit Flüchtlingskindern der Gustav-Brunner-Schule angekommen.

Es sind die zwölften Schulkinowochen, und die Kinder wollen sich heute den Film „Heidi“ ansehen.

„Ich bin erst zum zweiten Mal im Kino“, sagt Younes aufgeregt. „Auch das erste Mal war ich mit der Schule hier. Damals haben wir den Film ’Hexe Lilly’ geschaut. Ich finde Kino toll.“ Der Zweitklässler freut sich sichtlich über diese Abwechslung im Schulalltag.

„Alter Kinohase“

Seine Klassenkameradin Marina ist im Vergleich zu Younis schon ein „alter Kinohase“. „Ich war schon hundertmal im Kino, mit meinen Eltern und mit meiner Oma. Wir gehen oft zu Geburtstagen in die Lichtspiele. Am Kino mag ich neben dem Film am meisten das Popcorn und die Chips. Das macht richtig viel Spaß“, verkündet die Schülerin und strahlt begeistert.

Die Klassenlehrer haben für die Vorstellung gemeinsam den Film „Heidi“ aus einer vom Projektbüro der Schulkinowochen erstellten Liste ausgewählt. „Der Film ist altersgemäß und ein Klassiker, den wir Lehrer selbst in der Jugend gesehen haben. Wir werden nach dem Film mit den Kindern über das Gesehene sprechen. Jeder Schüler erlebt einen Kinofilm doch ganz individuell“, erzählt Lehrerin Anna Wüntscher.

Bereits zum vierten Mal nimmt die Gustav-Brunner-Schule das Angebot der Schulkinowochen wahr. Die einzelnen Kinobesuche werden meist aus den Klassenkassen finanziert. Jedes Kind zahlt einen vergünstigten Eintritt von 3,50 Euro. So könne die Filmmiete abgedeckt werden, sagen die Veranstalter.

„Für uns ist der Kinobesuch zudem eine schöne Klassenveranstaltung“, meint Wüntscher. „Und die Kinder sind danach sehr zufrieden und erzählen noch lange von diesem Erlebnis.“

Heimat und Kindheit

Ziel der Schulkinowochen sei es, so die Organisatoren, die Filmkompetenz der Schüler zu stärken und die Unterschiede zwischen den verschiedenen Genres zu vermitteln. Beim Filme „Heidi“ würden die Themenfelder Erziehung, Heimat, Freundschaft, Behinderung, Stadt-Land-Konflikt und Kindheit angesprochen. Die Schulkinowochen finden in ganz Hessen statt.

Neben „Heidi“ wird auch der Film „Billy Eliot – I will dance“. Ältere Schülern ab 14 Jahren sollen mit Hilfe der Doku „Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen“ auf die Probleme Armut, Hunger, Flucht, Migration aufmerksam gemacht werden.

DANIELA HAMANN