09.11.2017 03:00 |

Vorsitzender gesucht: Die Caltexaner werden immer weniger

RAUNHEIM Die Gemeinschaft der Cal-texaner will bei ihrer Jahreshauptversammlung einen neuen Vorsitzenden wählen. Die Mitgliederzahl schrumpft immer weiter, was die Suche nicht vereinfacht. Der zweite Vorsitzende Klaus Pohlers würde die Aufgabe übernehmen.

Klaus Pohlers würde für den Vorsitz kandidieren, freut sich aber auch über einen jüngeren Kandidaten.
Klaus Pohlers würde für den Vorsitz kandidieren, freut sich aber auch über einen jüngeren Kandidaten. Bild: Rüdiger Koslowski

Am Jahresanfang hatte die Gemeinschaft der Caltexaner den Tod der Vorsitzenden Elke Weidlich zu beklagen. „Das war ein großer Verlust“, zeigt sich zweiter Vorsitzender und Schriftführer Klaus Pohlers immer noch bestürzt. Weidlich war 1986 nicht nur Gründungsmitglied, sondern gehörte seit 1997 dem Vorstand an und war seit 2009 Vorsitzende.

Es stehen Wahlen an

Bei der Jahreshauptversammlung am Freitag, 10. November, ab 11 Uhr im Best Western Amedia Hotel, stehen Wahlen an. Noch hat der verbliebene Vorstand – neben Pohlers Kassenwart Hartmut Schmidt und Beisitzer Winfried Weidmann – keinen Kandidaten für das Amt gefunden. Mal abgesehen von Pohlers selbst. „Ich werde wahrscheinlich kandidieren. Wenn sich ein Jüngerer meldet, würde mich das freuen“, sagt der 79-Jährige. Pohlers ist ebenfalls Gründungsmitglied, seit 1997 im Vorstand.

Wenn sich innerhalb des bestehenden Vorstands Veränderungen einstellen, muss in jedem Fall ein neues Vorstandsmitglied gefunden werden, um den frei werdenden Posten besetzen zu können. Die bisherigen Vorstandsmitglieder wollten sich wieder zur Verfügung stellen, kündigt Pohlers an.

Die Altersstruktur macht die Suche nicht einfacher. Vier der 139 Mitglieder sind zwischen 60 und 69 Jahre, 67 sind zwischen 70 und 79 Jahre, 63 sind zwischen 80 und 89 Jahre und fünf über 90 Jahre alt. Beim 25-jährigen Jubiläum 2011 waren es 193 Mitglieder. „Wir sind eine alte Gesellschaft“, stellt Pohlers fest. In diesem Jahr betrauerten die Ex-Mitarbeiter der früheren Raffinerie sieben Todesfälle, Neueintritte gibt es bisher keine zu verzeichnen.

Mitunter nehmen die Ehefrauen die Plätze ihrer verstorbenen Männer ein. Die Mitgliederzahl erhöht sich durch sie aber nicht, sondern bleibt nur auf dem gleichen Stand. Umgekehrt nehmen Ehemänner den Platz von verstorbenen weiblichen Mitarbeiterinnen nicht ein. Der Frauenanteil ist aber sehr gering, er war schon zu Produktionszeiten sehr niedrig.

Es sei seit der Gründung bewusst gewesen, dass diese Gemeinschaft nur zeitlich befristet bestehen wird. „Das hätte auch nie anders sein können“, betont Pohlers. Es handelt sich eben um eine Gemeinschaft ehemaliger Betriebsangehöriger. Es sei ohnehin überraschend, dass die Caltexaner 31 Jahre bestehen, hätten doch viele Mitglieder das Interesse verlieren können.

Großer Zusammenhalt

Der Zusammenhalt war schon stark, als die Raffinerie noch produzierte. Mitarbeiter haben einen Kleingartenverein gegründet, es gab Freizeitgruppen, die Fußball spielten und kegelten. „Das war ein großer Lebensabschnitt für mich“, betont Pohlers. Der Industriemeister Chemie war in der Produktion als Schichtleiter beschäftigt.

Zu Ausflügen brechen die Caltexaner nicht mehr auf. Zu viele wollen sich aus Altersgründen nicht mehr beteiligen. Die Jahresabschlussfeier mit der Hauptversammlung ist dagegen bei vielen fest gebucht. Pohlers rechnet mit 50 Teilnehmern.

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