Schwimmen

Ein letzter Salto ins Treburer Freibad

Von RALPH KEIM
Noch einmal ins kühle Nass springen: Im Treburer Freibad ist das in diesem Jahr letztmals am 15. September möglich. Danach geht es in die Winterpause.
FNP

Diese Woche hat es noch einmal gezeigt: Die von vielen schon als Jahrhundertsommer gepriesene warme Jahreszeit wartet noch einmal mit Temperaturen von nur knapp unter 30 Grad auf. Dennoch: Am Samstag, 15. September, endet für das Treburer Fritz-Becker-Bad die Saison. Schon jetzt kann man sagen: Mit 80 000 Besuchern (gut 50 000 im vergangenen Jahr) gab es den angesichts der vielen Hitzeperioden erwartete Ansturm.

Was aber wahrscheinlich die wenigsten Wasserratten und Sonnenanbeter gemerkt haben dürften: Das 1972 eröffnete Schwimmbad verschlingt deutlich mehr Geld als es einbringt. Die Defizite liegen ständig im sechsstelligen Bereich.

Noch nicht in der Lage

Um die Kommune wenigstens ein bisschen zu entlasten, gründete sich am 9. Juni der Förderverein Schwimmbadfreunde, der kürzlich das 100. Mitglied aufnahm. Bei einem Jahresbeitrag von 19,72 Euro, der sich auf das Jahr der Eröffnung bezieht, ist der Förderverein freilich noch nicht in der Lage, in das Freibad zu investieren.

Aber auch die Kommune, die dem Entschuldungsprogramm der Hessenkasse beigetreten ist, kann keine großen Mittel bereitzustellen. „Aber es muss in das Freibad investiert werden“, bekräftigt Jürgen Stich, Vorsitzender des Fördervereins, der von 100 000 Euro und mehr spricht, die beispielsweise in die veraltete Heizungsanlage investiert werden müssten. „Außerdem sind in den Becken viele Fliesen kaputt.“

Woher also das dringend benötigte Geld nehmen? Da kommt ein Landesförderprogramm mit dem passenden Namen „SWIM“ (Schwimmbadinvestitionsprogramm) gerade recht: 50 Millionen Euro hat die schwarz-grüne Landesregierung für den Erhalt der Schwimm- und Freibäder bereitgestellt, allerdings gestreckt auf fünf Jahre. Und daran will sich auch Trebur beteiligen.

„Über den Kreis haben wir uns bereits für das Förderprogramm angemeldet“, teilte Bürgermeister Carsten Sittmann (CDU) auf Nachfrage mit. In enger Zusammenarbeit mit dem Förderverein müsse definiert werden, was im kommenden an notwendigsten Arbeiten geleistet werden müsse. Daraus ergebe sich die zu beantragende Summe. Bürgermeister Sittmann warnt vorsichtshalber auch vor überzogenen Erwartungen.

Bald Gespräche

„Das Schwimmbad zu einem Spaßbad aufzuwerten, wird nicht möglich sein.“ Jürgen Stich erwartet, dass der Förderverein zu SWIM noch vor dem offiziellen Ende der Badesaison Gespräche mit der Verwaltung führen wird. „Es ist wichtig, dass bei der Frage der Förderung Verwaltung und Verein an einem Strang ziehen.“ Er verweist zum Nachdruck darauf, dass die letzte Generalsanierung gut 25 Jahre zurückliegt. „Aber die Besucherzahlen sind ja auch ein Signal dafür, wie beliebt das Schwimmbad ist.“

Derweil arbeitet der Verein auch daran, weitere Mitglieder zu gewinnen. Und Sponsoren, um möglichst bald eigene Mittel in das Bad zu pumpen. In Arbeit ist ein Veranstaltungskalender für das kommende Jahr, der die Aktionen und Projekten rund um das Schwimmbad ausweisen wird. „Wichtig ist, dass wir die Attraktivität des Schwimmbads noch weiter steigern“, unterstreicht Vorstandsmitglied Hülya Tiril-Müller. Die zweitägige Veranstaltung „Spass uff de Gass“ wird der Förderverein nutzen, um für sich und seine Arbeit zu werben.

Nach dem letzten Badetag am 15. September dürfen am Sonntag, 16. September, die Vierbeiner ins Wasser. Von 10 bis 18 Uhr steht das beliebte Hundeschwimmen an. Für Herrchen und Frauchen gibt es Kaffee und Kuchen. Der Förderverein hat jetzt auch eine Internetadresse: www.schwimmbadfreunde.org.

RALPH KEIM