08.11.2017 03:30 |

Politik: Ex-Oberbürgermeister Patrick Burghardt wird Staatssekretär

Rüsselsheim Der noch amtierende OB Patrick Burghardt hat einen neuen Job: Ab 1. Januar 2018 wird er Staatssekretär im Wissenschaftsministerium.

Enttäuschung am Abend der Stichwahl: Am 8. Oktober war Patrick Burghardt (hier mit seiner Frau Stefanie) klar, dass er einen neuen Job braucht.
Enttäuschung am Abend der Stichwahl: Am 8. Oktober war Patrick Burghardt (hier mit seiner Frau Stefanie) klar, dass er einen neuen Job braucht. Bild: Robin Göckes

Das ging flott: Rund vier Wochen nach der verlorenen Stichwahl um das Amt des Rüsselsheimer Oberbürgermeisters hat Patrick Burghardt bereits einen neuen Job. Wie gestern bekannt wurde, wird der 36 Jahre alte gelernte Speditionskaufmann zum 1. Januar 2018 neuer Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Kunst, das von Minister Boris Rhein (CDU) geführt wird. Patrick Burghardt folgt damit Staatssekretär Ingmar Jung (CDU), der per Direktmandat bei den Wahlen im September in den Deutschen Bundestag gewählt wurde.

In einer gestern aus der Hessischen Staatskanzlei verschickten Pressemeldung kommt Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) zu Wort. Er schreibt: „Trotz seiner jungen Jahre ist Patrick Burghardt bereits ein erfahrener Politiker. Als Landtagsabgeordneter kennt er die politische Arbeit in Hessen, als Oberbürgermeister der Stadt Rüsselsheim und als Präsident des Städtetages weiß er über die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger Bescheid und ist mit der Arbeit der öffentlichen Verwaltung überaus vertraut. Ich wünsche ihm viel Erfolg, Ausdauer und Kraft, damit er sein neues Amt zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger ausfüllen kann.“

Nachfolge von Jung

Burghardts zukünftiger Chef, Boris Rhein, freut sich auf seinen neuen Mitarbeiter. Der Wissenschaftsminister schreibt: „Ich freue mich, dass mit Patrick Burghardt ein erfahrener Kollege die Nachfolge von Ingmar Jung antritt. Ich bin sicher, dass Burghardt die Arbeit seines Vorgängers engagiert weiter voranbringen und zugleich eigene, neue Akzente setzen wird.“ Burghardt kenne die Landespolitik und die Anforderungen in Hessen sehr gut. „Seine Erfahrungen aus verschiedenen politischen Bereichen wird er in die Arbeit des Ministeriums gut einbringen können. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.“

Und auch Burghardt selbst äußerte sich gestern bereits zu seinem neuen Job in Wiesbaden. Der noch bis Jahresende amtierende Oberbürgermeister sagte in einer ersten Stellungnahme: „Die eine Tür geht zu, eine andere geht auf. Ich freue mich, weiter in der Politik arbeiten zu dürfen und auf die neue, spannende Herausforderung im Ministerium. Das ist ein spannender Seitenwechsel, der mir die Chance gibt, meine langjährige politische Erfahrung in die Regierungsarbeit einzubringen.“ Den neuen Aufgaben und Herausforderungen stelle er sich mit Respekt und voller Tatendrang. Gebe es in seinem neuen Job viele Aufgaben, die ihm nicht fremd sind, so bereite er sich nun gewissenhaft auf seine neue Tätigkeit vor: „Und ein bisschen Zeit habe ich ja noch.“

Alte Bekannte

Burghardt und Rhein kennen sich schon seit Jahren: Burghardt war von Januar 2009 bis Dezember 2011 bereits Abgeordneter des Hessischen Landtags und arbeitete dort mit Rhein zusammen, der 2011 unter Bouffier zum hessischen Innenminister berufen wurde. Vom 1. Dezember 2012 an führte Burghardt als Oberbürgermeister die Geschäfte im Rüsselsheimer Rathaus – nicht immer unumstritten. So herrscht im Stadtparlament etwa bis heute Dissens über die Nachbetrachtung des Hessentags.

Und so fallen die Reaktionen aus der Rüsselsheimer Stadtpolitik auf Burghardts neuen Job durchaus gemischt aus. Aus den Reihen der Rüsselsheimer CDU heißt es: „Wenn harte Arbeit und politisches Gespür zusammenkommen, dann werden ausgezeichnete Leistungen erzielt.“ Burghardt sei „mit dieser unglaublich wertvollen Kombination gesegnet“ und habe dies jeden Tag aufs Neue in Rüsselsheim bewiesen. Stadtverordnetenvorsteher Jens Grode (SPD) wünscht Burghardt für seine Zukunft alles Gute: „Es ist klar, dass das Amt des Staatssekretärs nicht von einem Neuling besetzt werden kann.“ Burghardt bringe die nötigen Kompetenzen und Erfahrungen für den Job mit. Er sei zu beglückwünschen, seine politische Karriere fortführen zu können. Auch Grünen-Sprecher Christian Vogt wünscht Burghardt für die Zukunft alles Gute. Er sagte scherzhaft: „Es ist wichtig, dass möglichst viele Schlüsselpositionen in der Landesregierung von Rüsselsheimern besetzt werden.“ Mit Staatssekretären aus Rüsselsheim habe man in den vergangenen Jahren ja bereits gute Erfahrungen gemacht.

Keine Pensionsansprüche

Baudezernent Nils Kraft (SPD) hielt sich hingegen mit einer persönlichen Stellungnahme zurück. Auf Nachfrage sagte er: „Für Rüsselsheim ist es von Vorteil, dass Patrick Burghardt eine neue Aufgabe gefunden hat, so können zunächst keine Pensionsansprüche realisiert werden.“

Kommentare

  • Nur heisse Luft, sonst nichts
    geschrieben von Varioflex (13 Beiträge) am

    Nimmt man die Versprechen des Herrn Burghardt, so ist diese heisse Luft verpufft. Er hat einen auf Kommunalpolitiker gemacht und spätestens mit der Aussage, sich nicht mehr für Rüsselsheim politisch Einzusetzen, ist dieser Mann ein Sinnbild für Arroganz und Wendehals. Schlimm nur, jetzt kostet uns diese Person mindestens 12.000 € Steuergeld im Monat, von den Pensionsansprüchen einmal abgesehen. Ich hoffe nur, nach Bouffier einen anderen Namen als Ministerpräsident zu lesen.



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